Uske Berndt
· 20.08.2026
Das zwölf Meter lange Boot drohte rund drei Seemeilen (etwa 5,5 Kilometer) nördlich von Sassnitz zu sinken. Mit dem Tochterboot “Notarius” des Seenotrettungskreuzers” Harro Koepke” gelang es den Seenotrettern, das havarierte Boot sicher in den Hafen von Sassnitz zu schleppen.
Gegen 20.50 Uhr empfing Bremen Rescue Radio, die Seenotküstenfunkstelle der von der DGzRS betriebenen deutschen Rettungsleitstelle See (Maritime Rescue Co-ordination Centre), einen schwer verständlichen „Mayday“-Ruf: unmittelbare Lebensgefahr.
Der Notruf stammte von einer zwölf Meter langen polnischen Segelyacht mit sechs Menschen an Bord – einer Familie mit drei Kindern plus Skipper. “Sie kamen von Bornholm und wollten vermutlich nach Sassnitz einlaufen”, sagt DGzRS-Pressesprecher Patrick Testa-Kreitz. Das Boot befand sich zur Zeit des Notrufs nahe der Steilküste des Nationalparks Jasmund, was die Kommunikation per Seefunk erschwerte. Schließlich konnten die Segler ihre Notlage präzisieren: Aus ungeklärter Ursache drang viel Seewasser in ihr Boot ein. Die Segelyacht drohte zu sinken.
Umgehend alarmierte die Rettungsleitstelle See den in Sassnitz stationierten Seenotrettungskreuzer “Harro Koepke”, der sofort Kurs auf den Havaristen nahm. Zur Unglückszeit herrschten schwache Winde aus südwestlicher Richtung und eine ruhige See. Die Segler waren noch in der Lage, ihren Helfern entgegenzulaufen. Die Seenotretter trafen etwa zehn Minuten später bei der Yacht ein und gingen mit dem Tochterboot “Notarius” bei ihr längsseits. Zu diesem Zeitpunkt standen die Menschen an Bord des Havaristen bereits bis zu den Schienbeinen im Wasser.
Die Seenotretter setzten eine leistungsstarke Lenzpumpe ein. Damit gelang es ihnen, zumindest so viel Wasser außenbords zu pumpen, dass sich die Lage an Bord nicht weiter verschlimmerte. Die “Notarius” schleppte die Yacht sicher in den nahen Stadthafen von Sassnitz. Dort übernahmen die Feuerwehren Sassnitz, Sagard und Glowe die weiteren Maßnahmen, um das Boot im Hafen zu sichern. Die sechs Menschen an Bord der Yacht blieben unverletzt.

Redakteurin News & Panorama
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