GeisterschiffAtlantik-Ruderboot nach drei Jahren wieder aufgetaucht

Morten Strauch

 · 08.01.2026

Drei Jahre trieb das aufgegebene Offshore-Ruderboot im Nordatlantik
Foto: Facebook/ Fight Oar Die
2022 mussten vier US-Veteranen ihr Ruderboot „Woobie“ während eines Sturms bei der Talisker Whisky Atlantic Challenge aufgeben. Nach fast drei Jahren auf dem Atlantik ist das „Geisterschiff“ nun vor der französischen Küste geborgen worden.

Mitte November wurde das kieloben treibende Boot vor der Atlantikküste Frankreichs von einem Fischereifahrzeug entdeckt. Das alarmierte Marine Rescue Coordination Center (CROSS) entsandte darauf ein Bergungsteam, welches das schwer gezeichnete Offshore-Ruderboot in den Hafen von La Rochelle schleppte. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um das 28 Fuß lange Ruderboot „Woobie” handelte, das seit Dezember 2022 vermisst wurde.

Unbekannte schwimmende Objekte (UFOs) sind eine erhebliche Gefahr für Schiffe – besonders für Segelboote. Dazu gehören unter anderem über Bord gegangene Container sowie havarierte beziehungsweise aufgegebene Boote. Immer wieder führen solche oft schwer erkennbaren Hindernisse zu schweren Kollisionen, teils mit gravierenden Schäden.

Die Geschichte von „Woobie“ begann als Teil der beinharten Transatlantik-Ruderwettfahrt, die auch als „World’s Toughest Row“ bekannt ist. Ein Team aus vier amerikanischen Veteranen der Organisation „Fight Oar Die“ startete von den Kanarischen Inseln aus in Richtung Antigua, um auf die psychische Gesundheit ehemaliger Soldaten aufmerksam zu machen.

Am 16. Tag der rund 2500 Seemeilen langen Challenge kam es jedoch zur Katastrophe. Eine enorme Welle brachte das Boot zum Kentern. Da es der vierköpfigen Crew nicht gelang, das Schiff wieder aufzurichten, blieb ihnen keine andere Wahl, als in die Rettungsinsel zu steigen. Nach 22 Stunden voller Ungewissheit wurden sie schließlich vom Massengutfrachter „Hanze Göteborg“ gerettet – während Boot und gesamte Ausrüstung den Elementen überlassen blieben.

Dass das Geisterschiff nun nach drei Jahren auf offener See unversehrt gefunden wurde, sorgt bei den Menschen hinter der Mission für große Begeisterung. Die Gründer der Veteranen-Organisation hoffen, dass technische Untersuchungen des Wracks dazu beitragen können, die Sicherheit im Ozeanrudern in Zukunft zu verbessern. Auf einem Frachtschiff wird die „Woobie” nun in ihren Heimathafen Mobile, Alabama transportiert.

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