Yann QuenetMikrosegler setzt zweite Weltumseglung auf dem Pazifik fort

Fabian Boerger

 · 10.05.2026

Zwar nicht nonstop, dafür aber deutlich minimalistischer hat es der Franzose Yann Quenet 2022 um die Welt geschafft. Nun will er es ein zweites Mal wissen.
Quelle: YACHT-Archiv
Der französische Mikrosegler Yann Quenet hat seine zweite Weltumseglung fortgesetzt. Nach einer fünfmonatigen Winterpause in Kanada kämpft sich der 57-Jährige derzeit ohne Motor und bei Flaute durch die Gewässer von British Colombia in Richtung Pazifik. Nächster Halt: Polynesien.

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​Nach fünf Monaten Winterpause in einer Blockhütte in der Region Québec, Kanada, brachte Yann Quenet sein 4,30 Meter langes Boot „Baluchon" auf einem Trailer über die Rocky Mountains an die kanadische Westküste. Seit Anfang des Monats ist er wieder unterwegs – Kurs Westen. Sein Ziel: über Mexiko und Polynesien nach Australien und schließlich zurück nach Frankreich.

​Ohne Motor durch British Columbia

​In einem aktuellen YouTube-Video berichtet Quenet von seiner Passage durch die Haro Strait südlich von Vancouver Island. Aufgrund fehlenden Windes lässt sich der Minimalist von der Strömung treiben oder wringt lange Strecken mit einem Paddel am Heck. Einen Motor hat die „Baluchon" nicht. 120 Seemeilen muss er zurücklegen, um die geschützten Gewässer von British Columbia zu verlassen und den offenen Pazifik zu erreichen. Dafür rechnet er mit vier bis fünf Tagen.

​Ganz stressfrei ist die Überfahrt nicht:

„Man muss ständig aufpassen. Es ist wie in der nördlichen Bretagne: Du navigierst mit den Gezeiten, bist ein Spielball der Strömungen.”

Yann Quenet bei Flaute in kanadischen Gewässern:

​Von der Bretagne über den Atlantik nach Kanada

​Gestartet war Yann Quenet im Juni 2024 in der Bretagne. Über die Kapverden segelte er über den Atlantik nach Neufundland. Von dort fuhr er den Sankt-Lorenz-Strom hinauf bis nach Québec – ohne Motor, nur mit Wind und Strömung. Zwei Monate benötigte er für diese Etappe. Den Winter verbrachte er mit seinem Boot eingeschneit in einer Blockhütte.

​Nun soll es über Mexiko und Polynesien nach Australien und weiter um die Welt gehen. In 40 bis 50 Tagen rechnet Quenet damit, Polynesien zu erreichen.

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​Zweite Weltumseglung nach Schiffbruch

​Yann Quenet ist kein gewöhnlicher Segler. Der autodidaktische Bootsbauer aus der Bretagne hat sich auf Kleinboot-Projekte spezialisiert und Anfang 50 seinen Job an den Nagel gehängt, um sein Leben dem Segeln auf Mikrobooten zu verschreiben.

Mehr zu Quenets Bootsbauoprojekten finden Sie hier.

​Seine Weltumsegler-Geschichte verlief dabei alles andere als gradlinig: Bei seinem ersten Versuch 2016 mit seinem selbstgebauten Boot „Skrowl" kenterte er rund 450 Seemeilen vor Madeira und wurde von einem Frachtschiff gerettet.


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Aufgeben war für Quenet keine Option. Er baute die „Baluchon", verbesserte Fehler der vorherigen Konstruktion und startete 2019 erneut. Nach drei Jahren gelang ihm die erste Weltumseglung. Über seine Erlebnisse schrieb er ein Buch, dass im Delius Klasing Verlag erschienen ist (hier erhältlich).

Nun ist er bereits zum zweiten Mal unterwegs.


Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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