Der Hamburger Mäzen, Förderer und Stifter für den deutschen Segelsport Eberhard Wienholt ist tot. Er starb am 21. Juli 2026. Wienholt war Ehrenmitglied des Deutschen Hochseesportverbands Hansa (DHH), des Flensburger Segel-Clubs (FSC), des Lübecker Yacht-Clubs und des Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Über mehr als fünf Jahrzehnte unterstützte er den deutschen Segelsport finanziell und organisatorisch – von der Jugendausbildung auf dem Optimisten bis hin zur Förderung moderner Foilboote. Im DHH nannten ihn die meisten schlicht „Mister DHH".
Wienholt stammte aus Rendsburg und baute im Laufe seines Berufslebens die Hamburger Handelsgesellschaft Fritz Köster zu einem erfolgreichen Unternehmen aus. Dem DHH gehörte er seit 1964 an.
Den Weg in die aktive Verbandsarbeit fand er auf eher ungewöhnliche Art: 1975 lud der damalige DHH-Vorsitzende Admiral Bernhard Rogge ihn zu einer Begleitfahrt zur Kieler Woche auf dem Motorsegler Kormoran ein – und nutzte die Gelegenheit, um Wienholt mit der bedenklichen finanziellen Lage des Verbandes vertraut zu machen. Die Konten waren leer, Kredite und Spenden retteten den DHH jedes Jahr über den Winter. Wienholt sagte Hilfe zu. „Ich wollte einfach immer nur das Beste für den DHH, ihm helfen, dass er wirtschaftlich erfolgreich ist", beschrieb er später seine Motivation.
Christoph Schumann, langjähriger Redakteur der YACHT und selbst seit Jahrzehnten mit dem DHH verbunden, hat Wienholts Engagement in der DHH-Jubiläumschronik 2025 aus nächster Nähe beschrieben: „Wenn es denn richtig ist, dass ein Mensch immer daran gemessen wird, was er hinterlässt, dann gehört Eberhard Wienholt schon jetzt zu den ewigen großen Gönnern des Segelsports. Zumindest hat er sein Leben dafür gegeben."
Im DHH bekleidete Wienholt im Laufe der Jahre mehrere Funktionen: Er saß im Verwaltungsrat, war Schatzmeister, Erster Vorsitzender und später Vorsitzender des Verwaltungsrates. In dieser Zeit trieb er die Modernisierung des Verbandes voran – neue Schiffe, neue Gebäude, neue Strukturen. Entwicklungen erkannte er früh und half dort, wo Unterstützung langfristig wirken konnte, ohne auf fertige Konzepte zu warten.
Schumann schildert in der Chronik anschaulich, wie Wienholt beim ersten Besuch in der DHH-Geschäftsstelle in den Colonnaden in Hamburg fast verzweifelt sei: „Ich erlebte einen Saustall. Der Verband hatte demnach 20.000 Mitglieder, alle auf Kärtchen in verstaubten Karteikästen und mit einer Unmenge unklarer Daten." Wienholt krempelte die Verwaltung um, stellte auf EDV um und zog die Geschäftsstelle schließlich in sein eigenes Firmengebäude an der Rothenbaumchaussee um.
Als das Mauerwerk der Hanseatischen Yachtschule Glücksburg (HYS) Schwammbefall zeigte und Gutachter keine Gewährleistung für eine Sanierung geben konnten, soll seine Reaktion knapp gewesen sein: „Ohne Gewährleistung? Dann bauen wir neu!" 2016 wurde beschlossen, die damals 53 Jahre alte Bootshalle der HYS durch einen Neubau zu ersetzen – erbaut mit erheblicher finanzieller Unterstützung durch Eberhard Wienholt. Sein Wunsch war es, die neue Halle zu seinem 90. Geburtstag einzuweihen. Der Termin wurde eingehalten. Bei der Grundsteinlegung ließ er, so berichtet die DHH-Chronik, seine originale Geburtsurkunde ins Fundament einmauern.
1997 gründete er die Eberhard-Wienholt-Stiftung (EWS), die bis heute die Ausbildung der Ausbilder an den DHH-Yachtschulen mit jährlich 150.000 Euro fördert. Ihr erklärtes Ziel ist die Förderung junger Menschen im Hochseesegelsport.
„Wenn es denn richtig ist, dass ein Mensch immer daran gemessen wird, was er hinterlässt, dann gehört Eberhard Wienholt schon jetzt zu den ewigen großen Gönnern des Segelsports. Zumindest hat er sein Leben dafür gegeben."
Wienholts Engagement beschränkte sich nicht auf den DHH. Beim Norddeutschen Regatta Verein (NRV) finanzierte er mehrere J/70-Kielboote für die Segel-Bundesliga. Zwei von ihnen wurden auf die Namen „Helga" und „Eberhard" getauft – als Hommage an Wiehnholt und seine Partnerin Helga Strelow. Diese Angabe stammt ausschließlich aus dem DSV-Nachruf und konnte nicht durch eine weitere unabhängige Quelle verifiziert werden.Darüber hinaus unterstützte er die foilende Trainingsgruppe des NRV mit mehreren Waszp – kleinen, schnellen Einhandbooten mit Tragflügeln – und ermöglichte damit dem Segelnachwuchs den Einstieg in diese noch junge Disziplin.
Gemeinsam mit seiner Partnerin förderte er auch den Helga Cup, eine Regatta ausschließlich für Frauenteams, die 2018 vom NRV ins Leben gerufen wurde und sich zur weltweit größten Frauensegelregatta entwickelte.
Beim Flensburger Segel-Club finanzierte er fünf Waszp für den Nachwuchs. Für die Jüngsten richtete der NRV den Eberhard-Wienholt-Cup ein, eine Opti-C-Regatta auf der Hamburger Außenalster für die jüngsten Segler. Bis vor wenigen Jahren überreichte Wienholt den Siegern ihre Preise persönlich.
Auch im DHH selbst trieb Wienholt die Flottenmodernisierung maßgeblich voran. In den 1990er Jahren setzte er sich dafür ein, die veraltete Hochseeflotte in Glücksburg schrittweise durch moderne GfK-Yachten zu ersetzen. In den folgenden Jahren wurden mehrere siebenstellige Beträge in neue X-Yachten investiert, an deren Finanzierung sich Wienholt mit erheblichen Spendenbeträgen beteiligte.
Mit seiner außergewöhnlichen Großzügigkeit und großem Weitblick schuf Wienholt Strukturen und Möglichkeiten, von denen Generationen von Seglerinnen und Seglern profitieren. DSV-Präsidentin „Der deutsche Segelsport hat Eberhard Wienholt sehr viel zu verdanken”, würdigt DSV-Präsidentin Mona Küppers. “Über Jahrzehnte hat er mit seinen großzügigen Spenden Projekte, Initiativen und Bauvorhaben ermöglicht, die Vereine aus eigener Kraft niemals hätten realisieren können."

Redakteurin Panorama und Reise
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