Die Bucht vor Concarneau, der bretonischen Hafenstadt im Département Finistère, und der Nachbargemeinde La Forêt-Fouesnant wurde am Dienstagabend zum Schauplatz des Abschieds von Charlie Dalin. Die Veranstalter hatten die Gedenkfeier auf seinen Wunsch hin als offenes maritimes Treffen gestaltet.
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Auf dem Wasser kamen zahlreiche Wegbegleiter seiner Laufbahn zusammen: der Nachwuchs im Jollensegeln, die Figaro- und IMOCA-Klasse, die professionelle Offshore-Szene und die Menschen aus der Region. Zahlreiche Freiwillige, lokale Verbände und Gemeinden unterstützten und organisierten die Gedenkfeier.
Dalins „MACIF Santé Prévoyance“ lief den Chenal, das Fahrwasser zum Hafen, hinauf und nahm vor dem Quai Nul eine zentrale Position ein. Es folgte die „Minute de Bruit“ – eine bewusst laute Antwort auf die Schweigeminute: Nebelhörner, Sirenen und Applaus erfüllten den Hafen. Tausende Menschen waren zu der Gedenkfeier gekommen.
Farbige Rauchfackeln sowie Wasserfontänen der „Abeille Bretagne“, einem französischen Hochseeschlepper, begleiteten den Moment. Den Abschluss bildeten die Überflüge einer französischen Fliegerstaffel, die die Farben der Trikolore an den Himmel zeichnete, sowie ein Tagesfeuerwerk vom Quai Nul. Zuvor hatten Perrine Le Pape-Dalin, Präsident Jean-Luc Denéchau vom französischen Segelverband und Catherine Chabaud gesprochen.
Charlie Dalin, geboren am 10. Mai 1984 in Harfleur und aufgewachsen in Le Havre, kam erst mit acht Jahren mit dem Meer in Kontakt: bei einem Segel-Ferienkurs auf der Halbinsel Crozon. Bei der Vendée Globe 2020/21 lief er zwar als Erster ins Ziel ein, den Sieg holte er aber nicht. Yannick Bestaven bekam wegen seiner Beteiligung an der Rettung von Kevin Escoffier Zeitgutschriften und wurde nachträglich zum Sieger erklärt.
Bei der Vendée Globe 2024/25 ließ Dalin dann keinerlei Zweifel. Am 14. Januar 2025 lief er in Les Sables-d'Olonne ein: nach 64 Tagen, 19 Stunden, 22 Minuten und 49 Sekunden. Der alte Rekord von Armel Le Cléac'h wurde um mehr als neun Tage unterboten. Dalin war nicht nur Skipper, sondern auch Mitentwickler seiner IMOCA. Er hatte Yachtdesign studiert und die „MACIF Santé Prévoyance" von Grund auf mitgestaltet.
Dalin hatte im Herbst 2023 die Diagnose Krebs erhalten. Während der Vendée Globe sprach er darüber nicht öffentlich. Erst im Oktober 2025 machte er seine Erkrankung bekannt und schilderte sie zusammen mit dem Journalisten Didier Ravon im Buch „La Force du destin“. Am 10. Juni 2026 starb Dalin im Alter von 42 Jahren. Seine Familie machte den Tod am folgenden Tag öffentlich.
Sein Projekt „MACIF Santé Prévoyance“ wird unter Sam Goodchild fortgeführt. Der Brite war bereits im Juni bei der Vendée Arctique mit dem Boot gestartet. Für die nächste Generation der IMOCA-Klasse bleibt Dalins Arbeit als Skipper, Konstrukteur und konsequenter Entwickler ein Maßstab.

Redakteur News & Panorama
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