“Charlie Dalin hatte die Vendée Globe gewonnen und dabei still einen anderen Kampf ausgefochten. Frankreich würdigt einen großartigen Segler, einen Mann von seltenem Mut, ein Leuchtfeuer auf hoher See.” Das schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Tod von Charlie Dalin am 11. Juni – 512 Tage nach dem größten Triumph seiner Karriere.
Macrons letzte Ehrung für Charlie Dalin war eine von Hunderttausenden bewegenden Widmungen und tiefen Verneigungen vor dem Ausnahmesegler. Charlie Dalin hat mit seiner Geschichte Menschen berührt, begeistert und mitgerissen, die jetzt um ihn trauern. Die Nachricht von seinem Tod wirkte auf viele wie ein Schock. Auch Wegbegleiter Boris Herrmann wird den so erfolgreichen Meeresstürmer vermissen. Jenen Charlie Dalin, der bei der letzten Vendée Globe – bereits erkrankt, aber unfassbar willensstark – seine eigene Geschichte mit der Vendée Globe geradegerückt und vollendet hatte.
Boris Herrmann sagte: “Ich denke mit großem Respekt an Charlie. Vielleicht werden wir erst mit den Jahren das Ausmaß seiner riesigen Leistung voll und ganz verstehen. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Perrine, seinem Sohn, seiner Familie, seinen Freunden, den Teams Macif Santé Prévoyance und MerConcept und allen, die an seiner Seite gearbeitet haben, ihn bewunderten und liebten.”
“Die Klasse, mein Team und auch ich werden ihm alle einen besonderen Platz in unseren Herzen einräumen, um sein Andenken zu ehren.” Boris Herrmann
Charlie Dalin hinterlässt seine Frau Perrine, seinen Sohn Oscar, seine Familie, seine Freunde und eine riesige Segel- und Fangemeinde in Trauer. Zu früh musste der in Le Havre geborene Meeresstürmer und kluge wie innovative Boots- und Schiffbauingenieur gehen. Die Imoca-Klasse hielt fest: “Im Alter von 42 Jahren kämpfte Charlie Dalin tapfer gegen den Krebs, der bei ihm diagnostiziert war, bevor er 2024 zu seiner triumphalen Vendée Globe in See stach. Dass er das Rennen beendete und es in neuer Rekordzeit gewann, zeugte von seinem Mut und seinem Können als Sportler, Segler und Mensch, der von seiner Liebe zum Meer und zu Booten angetrieben wurde.”
Wir möchten Charlie für alles danken, was er für unseren Sport und für die Klasse geleistet hat. Wir alle werden ihn vermissen.” Imoca-Klasse
Yoann Richomme, härtester Rivale von Charlie Dalin bei der legendären Vendée Globe 2024/2025 und Langzeitwegbegleiter, umarmte den Landsmann mit Worten, schrieb: “Was für einen bemerkenswerten Kampf du gegen diese grausame Krankheit geführt hast. Ich bin zutiefst beeindruckt von deiner Ausdauer und deinem Optimismus, bis hin zu deinen letzten Tagen.”
Richomme und Dalin kannten sich lange und gut, respektierten sich gegenseitig sehr, trieben sich zu Höchstleistungen an. Richomme schrieb: “Unsere Kämpfe auf dem Wasser, angefangen bei unseren ersten Wenden in der Figaro-Klasse, führten uns schließlich zu jenem harten Wettkampf während der letzten Vendée Globe, der uns so sehr begeistert hat. Ich habe die Jahre, die wir gemeinsam verbracht haben, das herzliche Lachen, das wir geteilt haben, und unsere gemeinsame Entschlossenheit, auf dem Wasser immer unser Bestes zu geben, sehr geschätzt.”
Du wirst vermisst werden, du wirst vermisst werden! Gute Winde, mein Freund.“ Yoann Richomme
Boris Herrmanns Co-Skipperin Cole Brauer verbarg ihre Tränen nicht, während sie einen Clip von Charlie Dalins Triumphankunft nach dem Vendée-Globe-Sieg am 14. Januar 2025 ansah. Sie sagte: “Für uns Solosegler ist es niemals einfach zu tun, was wir tun. Aber Charlie hat es getan, als er Krebs hatte.”
Zu den von ihr gezeigten Siegbildern von Charlie Dalin sagte Cole Brauer: “Das Video stammt vom Morgen, als Charlie die Ziellinie überquerte, den Rekord der Vendée Globe pulverisierte, die Vendée Globe gewann und als schnellster Einrumpfboot-Segler die Welt solo und nonstop umrundete – und das alles, obwohl er an Krebs erkrankt war. Das ist ziemlich unglaublich.”
Dein Name ist in die Geschichtsbücher eingegangen. Zeit zum Ausruhen.” Cole Brauer
Auch die Veranstalter des Rennens, für das Charlie Dalin in diesem Jahrzehnt zum Synonym wurde, widmeten ihrem verstorbenen Star warme Worte. Präsident Alain Lebœuf schrieb in einem Statement: “Charlie hinterlässt durch sein Talent und seinen Kampfgeist – sowohl auf dem Ozean als auch angesichts der Tortur, die er durchstehen musste – unauslöschliche Spuren in der Geschichte der Vendée Globe. Hinter dem Champion vergesse ich nicht den Menschen und den Respekt, den er bei all jenen weckte, die ihn kannten.”
Charlie Dalin hat Generationen von Seglern zum Träumen gebracht – und weit darüber hinaus all jene, die seine Heldentaten mitverfolgt haben. Sein Leben und sein Vorbild werden auch weiterhin inspirieren.” Alain Lebœuf
Medien in aller Welt reagierten intensiv auf den Tod des Vendée-Globe-Königs, der vielfach als erfolgreichster Akteur der modernen Solosegelära beschrieben wird. Die Tageszeitung Ouest France titelte “Chalie Dalin, leidenschaftlicher Segler und Held der Hochseeregatten”. Für Paris Match sprach Tony Estanguet, Kanu-Olympiasieger und Vorsitzender des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele in Paris, zum Tod von Charlie Dalin vielen aus den Herzen: “Das ist ein Schock und eine traurige Nachricht.”
Tony Estanguet hatte bei der Krönung Dalins zum Rolex Weltsegler des Jahres 2025 Gelegenheit, den Vendée-Globe-Gewinner kennenzulernen und erinnert sich im Beitrag für Paris Match an die Begegnung: “Ich habe die wenigen Minuten sehr genossen. Er war stolz auf seine Trophäe und gleichzeitig bescheiden. Die Jury-Mitglieder hatten ihm den Titel einstimmig verliehen. Und das war eine Premiere, obwohl er sich gegen eine ganze Reihe von Champions durchsetzen musste.”
Jetzt ist das “Leuchtfeuer auf offener See” erloschen. Und dennoch wird der Name Charlie Dalin auch in Zukunft für nachfolgende Generationen leuchten. Ein großer Seemann musste gehen. Seine herausragende Lebensleistung bleibt. Und mit ihr viele auch persönliche Erinnerungen, von denen Wegbegleiter und Fans aktuell in den sozialen Medien erzählen.
Auch YACHT-Fotograf Andreas Lindlahr erinnert sich zum Tod von Charlie Dalin an eine Begegnung vor 17 Jahren. Andreas Lindlahr schrieb: “Furchtbar traurig. Ich konnte Charlie 2009 bei unserem gemeinsamen Mini-Transat etwas kennen- und bewundern lernen. Wir lagen nebeneinander in La Rochelle und halfen uns gegenseitig. Er kam mit einer ziemlich abgewohnten, aber perfekt präparierten Pogo 2 als Zweiter in der Serienwertung in Brasilien an. Er war sauschnell und sehr ehrgeizig. RIP Charlie.”

Freie Reporterin Sport
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