Staatssekretärin Julia Carstens eröffnete die 17. Auflage der In-Water-Messe in diesem Jahr bei bestem Frühjahrswetter. Insgesamt 170 Austeller kamen zum Ancora Yachtfestival um ihre Neuheiten im Hafenbecken zu präsentieren. Das ursprüngliche Ziel von 18.000 Gästen konnte jedoch nicht erreicht werden.
Das Ziel, 18.000 Besucher in die ancora Marina zu locken, war angesichts der rückläufigen Zahlen der vergangenen zwei Jahre ohnehin optimistisch. Im Ergebnis setzte sich der Abwärtstrend in diesem Jahr fort. Veranstalter Heiko Zimmermann betonte jedoch die Bedeutung der Messe, um Impulse zu setzen und neue Perspektiven für die Branche zu schaffen sowie die gute Stimmung unter den Ausstellern..
Tatsächlich ermöglicht das In-Water-Format den direkten Vergleich von Yachten im Wasser, was für Segler abseits spezialisierter Messen selten möglich ist. Durch die Größe und die Ostsee-Lage bleibt das Ancora Yachtfestival in Deutschland einzigartig. Für die Veranstalter bleibt die Herausforderung, die Relevanz der Messe für die Wassersportwelt zu erhalten.
Viele Austeller zogen eine positive Bilanz. Sie lobten die gute Organisation der Messe, das große Besucherinteresse und die entspannte Atmosphäre in Neustadt. Niels Nielsen von Yachtsport Eckernförde betonte den Wert des Standorts: „Das ancora Yachtfestival ist für uns eine wichtige Messe. Der Standort bietet die ideale Atmosphäre, um Boote entspannt zu präsentieren.“ Auch Björn Rump von Sailtec ergänzte: “Vor allem am Samstag war das Besucherinteresse groß. Der Sonntag verlief etwas ruhiger – dadurch blieb aber auch Zeit für das wichtige Networking, das in Neustadt traditionell besonders gut funktioniert.”
In diesem Jahr präsentierten die Werften zahlreiche Neuerscheinungen in der Marina. Dazu gehörte die Linjett 36, die beim Ancora Yachtfestival ihre Weltpremiere feierte. Die Schwedin ist durch eine Leinenführung innerhalb des Sülls direkt zum Steuermann konsequent auf Einhandtauglichkeit ausgelegt. Der Rumpf wurde im Vakuum-Infusionsverfahren mit Schaumkern gefertigt. Auch ein fester Bugsprit gehört zur Standardausstattung.
Die Bavaria Voyager 45 basiert auf einer Farr-Konstruktion und ist für den Charter-Betrieb optimiert. Zudem waren mit der Pure 42 und der Dragonfly 36 Performance zwei Preisträger des European Yacht of the Year 2026-Awards im Wasser vertreten. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Neuvorstellungen der Hallberg-Rassy 370 sowie der Sun Odyssey 415. Auch das Segment der Multihulls wächst stetig weiter. Vom handlichen Bali Catsmart über die Fountaine Pajot 41 bis zu den etablierten Fahrtenkatamaranen Lagoon 51 oder der Excess 14.
Rund 100 Aussteller präsentierten technisches Zubehör in den Zelten rund um das Hafenbecken. Das Vortragsprogramm umfasste über 90 Beiträge zu Themen wie Refit und Bordelektrik. Die DGzRS war mit dem Seenotrettungskreuzer “Bremen” vertreten und informierte über die Sicherheit auf See. Besucher konnten zudem verschiedene Wassersportarten direkt am Strand ausprobieren. Das nächste Ancora Yachtfestival in Neustadt ist für den 28. bis 30. Mai 2027 geplant.
Dabei werden vermutlich auch 2027 viele Austeller wiederkommen, denn die Resonanz viel durchaus positiv aus. Für Torsten Schmidt von der Sirius-Werft zahlte sich die Vorab-Werbung aus, die internationale Kunden an die Stege lockte. Er betonte, dass sich die Messe als fester Termin etabliert habe: „Besonders schätzen wir die entspannte Atmosphäre und die Möglichkeit, Yachten in Ruhe zu präsentieren und direkt zu besichtigen – genau dieses Format braucht die Branche.“
Auch Neuaussteller zeigten sich von dem Konzept überzeugt. Carsten Rettig war mit dem Bootsportal Yachtino erstmals in der Ausstellungshalle vertreten und verzeichnete bei den Gebrauchtboot-Angeboten guten Traffic: „Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen.“ Trotz der allgemein angespannten Marktlage traf das Angebot auf kaufkräftige Kunden. Jan Spengler vom Makler MSP begrüßte ein hochwertiges Fachpublikum und resümierte: „Wir konnten konkrete Abschlüsse erzielen und freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr.“

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