Die Reihe „Metropolen der Hanse“ verbindet die Geschichte der Hanse mit der Perspektive von Fahrtenseglern: Was macht diese Städte als Zielhafen aus? Wo liegt das maritime Erbe unmittelbar am Wasser? Und welche Besonderheiten erwarten Crews bei der Ansteuerung und beim Landgang? Alle acht Teile:
Mit Lübeck, der Wiege der Hanse beginnt die Serie an einem Ort, der wie kaum ein anderer für den Städtebund steht. Die Stadt an der Trave war politisches Zentrum und ein wichtiger Knoten im Handel zwischen Nordsee, Ostsee und Binnenland. Holstentor, Salzspeicher und die Altstadt machen diese Rolle noch heute sichtbar.
Für Segler liegt der Reiz auch in der Ankunft über die Trave. Der Artikel ordnet mögliche Liegeplätze von Travemünde bis zum Lübecker Stadthafen ein. Dass die Altstadt zum Welterbe zählt, begründet die UNESCO mit Lübecks Rolle als führendem Handelszentrum Nordeuropas.
Wismar, Backsteingotik und Seefahrerromantik, ist Teil zwei der Serie. Der große Marktplatz, historische Giebelhäuser und Kirchen zeigen, wie stark Reichtum und Handel das Stadtbild prägten. Zugleich liegt der Alte Hafen so nah am Zentrum, dass sich Stadtbesichtigung und Hafentag gut verbinden lassen.
Der Artikel gibt auch praktische Hinweise für Gastlieger in der Wismarer Bucht. Wismar und Stralsund stehen gemeinsam auf der Welterbeliste. Die UNESCO beschreibt beide Städte als bedeutende Handelszentren der Hanse und verweist auf ihre prägende Backsteingotik.
Stralsund, zwischen Küste und Binnenland, zeigt eine Stadt, deren Lage am Strelasund Handel, Seefahrt und Stadtentwicklung bestimmte. Rathaus, Kirchen und Giebel der Altstadt stehen für die hanseatische Blütezeit. Im Alten Hafen liegt maritime Geschichte nicht hinter einer Museumstür, sondern direkt an der Kaikante.
Für Crews ist Stralsund ein naheliegender Ausgangspunkt Richtung Rügen und Hiddensee. Der Artikel erklärt, worauf bei der Ansteuerung durch den gut bezeichneten Strelasund zu achten ist und welche Häfen Gästeplätze anbieten.
Visby, die Königin des Meeres, führt nach Gotland. Die Lage der Insel mitten in der Ostsee machte sie zu einer natürlichen Drehscheibe des Handels. In der Hauptstadt blieben Stadtmauer, Türme, Speicher und Kaufmannshäuser besonders eindrucksvoll erhalten.
Der Gästehafen liegt direkt unterhalb der Altstadt. Damit ist Visby für einen längeren Ostseetörn mehr als ein geschichtlicher Zwischenstopp. Der Artikel weist zugleich auf die hohe Nachfrage in der Sommersaison hin, besonders während der Mittelalterwoche.
Riga, viele Epochen und Stile, macht deutlich, dass sich hanseatisches Erbe nicht nur in mittelalterlicher Architektur zeigt. Die Stadt an der Daugava verbindet Kaufmannsgeschichte, Backsteinbauten, Jugendstil und die Entwicklung einer europäischen Hafenstadt über viele Jahrhunderte.
Das Schwarzhäupterhaus, Dom und Petrikirche führen in die Hansezeit zurück. Zugleich zeigt der Artikel, wie nah die Marina des City Yacht Club am Zentrum liegt. Rigas Rolle als bedeutendes Hansezentrum im Handel mit Mittel- und Osteuropa hebt auch die UNESCO in ihrem Porträt der historischen Innenstadt hervor.
Danzig, Seemacht unter dem Schutz des Meeresgottes, erzählt von einer Handelsmetropole, die Getreide, Holz, Teer, Salz und Bernstein in die Ost- und Nordsee verschiffte. Das Krantor an der Motława steht bis heute für diese Verbindung von Stadttor, Hafenanlage und Warenumschlag.
Der Artikel führt entlang des Langen Markts und erklärt die Bedeutung von Artushof und Neptunbrunnen. Für die Anreise mit der Yacht zählt vor allem die Marina Gdansk im historischen Zentrum. Die Zufahrt verlangt wegen Berufs- und Fährschifffahrt erhöhte Aufmerksamkeit.
Tallinn, der östliche Vorposten des Bundes, beschließt die sieben Stadtporträts. Das frühere Reval gehörte zu den wichtigen Handelsplätzen im östlichen Ostseeraum. Rathausplatz, Kaufmannshäuser, Gilden und Stadtmauer machen das mittelalterliche Stadtbild bis heute außergewöhnlich geschlossen erlebbar.
Für Gäste kommen der Pirita-Hafen und die Old City Marina in Frage. Beide verbinden eine gut ausgebaute Infrastruktur mit kurzen Wegen in die Stadt. Die UNESCO würdigt Tallinn als besonders vollständig erhaltene nordeuropäische Handelsstadt des Mittelalters.
Der achte und letzte Teil, Die Kogge, das Schiff, das sie verbunden hat, richtet den Blick vom Hafen auf das Transportmittel. Die Kogge war ein vergleichsweise einfach geriggtes Frachtschiff mit Rahsegel, Heckruder und flachem Boden. Sie konnte große Mengen mit kleiner Besatzung befördern und war damit für den Ostseehandel besonders geeignet.
Ihre Grenzen gehören ebenso zur Geschichte: Gegen den Wind kreuzen konnte die Kogge nicht. Handel folgte also Wind, Küste und Zeit. Gerade deshalb erklärt der Artikel, warum sichere Häfen und dicht beieinanderliegende Städte für das Netzwerk der Hanse so wichtig waren. Die Bremer Kogge im Deutschen Schifffahrtsmuseum macht diesen Schiffstyp anschaulich.
Die acht Teile zeigen die Hanse nicht als abstrakten Bund, sondern als System aus Häfen, Waren, Schiffen und Menschen. Lübeck, Wismar und Stralsund stehen für die südwestliche Ostsee und ihre Backsteinstädte. Visby markiert die strategische Lage Gotlands. Riga, Danzig und Tallinn öffnen den Blick in den östlichen Ostseeraum. Die Kogge verbindet diese Schauplätze schließlich technisch und wirtschaftlich.
Wer die Serie als Inspiration für den eigenen Törn liest, findet in jedem Teil einen anderen Zugang: Stadtliegeplatz und Landgang, geschützte Ansteuerung, Hafenlage oder historische Kulisse. Wer vor allem die Geschichte sucht, erkennt an denselben Orten, wie eng maritime Infrastruktur und städtischer Wohlstand zusammenhingen.
Küstenhandbuch Ostsee behandelt die Ostseereviere aller Anrainerstaaten, darunter Deutschland, Schweden, Estland, Lettland und Polen. Der nautische Führer ergänzt die Serie dort, wo aus den historischen Stadtporträts eine eigene Reise wird: mit Angaben zu Häfen, Ansteuerungen, Liege- und Versorgungsmöglichkeiten sowie Karten und Plänen für die Törnvorbereitung.
Törnführer Ostseeküste 2 konzentriert sich auf die deutsche Küste von Travemünde bis Szczecin. Wismar und Stralsund gehören ausdrücklich zu den behandelten Teilrevieren. Mit sieben Törnvorschlägen, Hafeninformationen, Plänen und Ausflugstipps liefert der Band vor allem für die westliche Etappe der Hanse-Route konkreten Nutzen an Bord.

Redakteurin Reise
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