Die Epoche der Hanse hat im gesamten Ostseeraum ihre Spuren hinterlassen. Wir stellen sieben Städte vor, in denen ihr Glanz noch immer strahlt. Teil 8: Die Kogge - das Schiff, das sie verbunden hat.
Ein Grund für den Erfolg der Hanse war die Nutzung eines neuen Schiffstyps: der Kogge. Die Kogge entwickelte sich gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Sie war ein bauchiges, einmastiges Frachtschiff mit einem Rahsegel, einem Heckruder und einem flachen Boden, der es erlaubte, auch seichte Gewässer anzulaufen. Sie konnte mit wenigen Mann Besatzung eine relativ große Menge an Fracht transportieren und war damit bestens für den Handel in der Ostsee geeignet.
Die Nutzung dieses neuartigen Schiffstyps verschaffte der Hanse klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Es gab sie in unterschiedlicher Größe zwischen 15 und 25 Metern Länge, 5 bis 8 Metern Breite und einer Seitenhöhe von 3 bis 5 Metern. Die Maßeinheit für die Ladefähigkeit einer Kogge hieß Last. Das Gewicht einer Last entsprach etwa zwei Tonnen, also der Lademenge eines vierspännigen Frachtwagens. Eine kleine Kogge von 50 Last konnte damit so viel transportieren wie ein Zug von 50 Wagen, gezogen von 200 Pferden. Durch den fehlenden Kiel und die einfache Takelung war das Schiff allerdings nur eingeschränkt navigierbar und auf günstige Winde angewiesen. Gegen den Wind kreuzen konnte sie nicht. Bis die Handelsgüter am Ziel ankamen, konnte also Zeit vergehen. Die Schiffe segelten außerdem fast immer in Sichtweite der Küste. Zum Ende des 14. Jahrhunderts wurde sie durch leistungsfähigere Typen abgelöst.
Die „Bremer Kogge“ ist das weltweit am besten erhaltene Handelsschiff des Mittelalters. Der Fund des Schiffswracks 1962 in der Weser war eine Sensation. Die 2017 eröffnete Ausstellung rund um die Kogge im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zeigt das über 600 Jahre alte Schiffswrack in der nach ihm benannten Kogge-Halle.

Redakteurin Reise
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