Die Epoche der Hanse hat im gesamten Ostseeraum ihre Spuren hinterlassen. Wir stellen sieben Städte vor, in denen ihr Glanz noch immer strahlt. Teil 4: Visby
Dank ihrer strategischen Lage mitten in der Ostsee spielte die schwedische Insel Gotland schon früh eine zentrale Rolle – wer hier Handel treiben wollte, kam an ihr im wahrsten Sinne nicht vorbei. Die Bezeichnung „Gotlandfahrer“ war in jener Zeit ein stehender Begriff für jene Kaufleute, die diese Drehscheibe für sich nutzten. Daher war es kein Wunder, dass die Hauptstadt Visby fast von Beginn an auch für die Hanse von großer Bedeutung war. Die Bauten Visbys waren so opulent, dass die Stadt den Beinahmen „Regina Maris“ bekam – Königin des Meeres.
Dass so viel Reichtum allerdings auch Begehrlichkeiten weckt, zeigt die vollständig erhaltene Stadtmauer mit ihren mächtigen Türmen. Innerhalb befinden sich enge Gassen, gotische Kaufmannshäuser und alte Speicher. Die Stadt lebt von der mittelalterlichen Atmosphäre: Kopfsteinpflaster, rosenbewachsene Häuserfassaden und alte Kirchenruinen prägen ihr Bild. Im Sommer verwandelt die Medeltidsveckan, die Mittelalterwoche, die Stadt in eine große historische Bühne mit Märkten, Ritterspielen und historischen Gewändern.
Der Gästehafen (www.visbygasthamn.se) liegt zentral direkt unterhalb der Altstadt und zählt zu den beliebtesten Yachthäfen Schwedens. Restaurants, Versorgungseinrichtungen und die historische Innenstadt sind bequem zu Fuß erreichbar. In der Hochsaison (vor allem während der Mittelalterwoche) empfiehlt sich eine Reservierung, da Visby ein äußerst beliebter Zwischenstopp auf längeren Ostseetörns zwischen Schweden, den Åland-Inseln und dem Baltikum ist.

Redakteurin Reise
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