Metropolen der HanseDanzig - Seemacht unter dem Schutz des Meeresgottes

Jill Grigoleit

 · 15.08.2026

Das Wahrzeichen Danzigs: das Krantor an der Motława diente zugleich als Stadttor, Warenkran und Symbol wirtschaftlicher Macht.
Foto: iStock; Patryk Kosmider

​​Die Epoche der Hanse hat im gesamten Ostseeraum ihre Spuren hinterlassen. Wir stellen sieben Städte vor, in denen ihr Glanz noch immer strahlt. Teil 6: Danzig

Spuren der Hanse in Danzig

Dank ihrer Lage an der Mündung der Weichsel entwickelte sich die Stadt zum wichtigsten Umschlagplatz für Getreide aus Polen und dem osteuropäischen Hinterland. Hinzu kamen Holz, Teer, Salz und Bernstein, die von hier aus in alle Häfen der Ost-und Nordsee verschifft wurden. Der Wohlstand der Kaufleute machte Danzig zu einer der prächtigsten Handelsmetropolen Nordeuropas. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Erbe entlang der Langen Gasse und am Langen Markt mit den reich verzierten Bürgerhäusern, Patriziervillen und Handelshöfen. Hier steht auch der Artushof, ein ehemaliger Treffpunkt der hanseatischen Kaufleute. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt detailreich rekonstruiert.

Wahrzeichen von Danzig ist das Krantor an der Motława. Es diente zugleich als Stadttor, Warenkran und Symbol wirtschaftlicher Macht. Mit seinen massiven Backsteintürmen und der hölzernen Hebe­konstruktion zählt es zu den bedeutendsten technischen Bauwerken des mittelalterlichen Europas. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist der Neptunbrunnen auf dem Langen Markt, der als Symbol für die Vormachtstellung auf See in Auftrag gegeben wurde. Der Sage nach hat Neptun aus ihm das berühmte Danziger Goldwasser fließen lassen.

Informationen für Gastlieger

Die moderne Marina Gdansk (sportgdansk.pl) liegt mitten im historischen Zentrum mit 70 Liegeplätzen direkt vor der Kulisse der Altstadt. Restaurants, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten befinden sich nur wenige Schritte entfernt. Die Ansteuerung erfolgt über die Mottlau beziehungsweise die Weichselmündung und führt durch ein von Berufs- und Fährschifffahrt geprägtes Revier.


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Jill Grigoleit

Jill Grigoleit

Redakteurin Reise

Jill Grigoleit lebte zehn Jahre mit ihrer Familie auf einem Hausboot im eigenen Hafen südlich von Hamburg und schrieb ein Buch über den Hausbootbau und das Leben mit Kindern auf dem Wasser. Seit 2020 schreibt sie vor allem Reisereportagen und Revierporträts für YACHT und BOOTE und konnte damit ihre zwei großen Leidenschaften zum Beruf machen: Reisen und darüber schreiben. Seit Januar 2024 gehört sie fest zum Team des Reiseressorts der Wassersportredaktion von Delius Klasing. Seither sammelt sie in den verschiedensten Regionen Reviertipps und Geschichten über Menschen, die am und auf dem Wasser leben - von der Mecklenburgischen Seenplatte über die bretonische Küste bis ins kanadische Ontario.

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