Die Italiener kreuzten als erste der knapp 100 Yachten, die an der diesjährigen „ARC plus“ teilnehmen, die Linie in der Grand Anse im Südwesten der Karibikinsel. Kurz darauf wurden sie im Küstenort St. George`s von Mitarbeitern der Camper & Nicholsons Port Louis Marina sowie den „Yellow Shirts“, den Mitarbeitern des World Cruising Club, mit Rum Punch begrüßt.
Video von Bord der “Nessum Dorma”:
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2.335 Seemeilen hat die „Nessun Dorma“ seit ihrer Abfahrt am 17. November aus Mindelo auf den Kapverden geloggt. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über acht Knoten.
Fünf Stunden später erreichte der unter US-Flagge segelnde Highperformance-Katamaran „Mongoose“ das Ziel. Der Zweirumpfer vom Typ Marsaudon ORC 50 hatte zuvor als heißester Favorit auf die Line Honours gegolten. Skipper Christopher Murray segelte aber offenbar auf der Transatlantikpassage einen Schlenker zu viel, am Schluss hatte das US-Team gegenüber den Italienern über 60 Seemeilen mehr im Kielwasser.
Nach eher harten Bedingungen auf der ersten ARC-plus-Etappe von Las Palmas de Gran Canaria nach Mindelo war die zweite Etappe der Rallye in die Karibik ein taktischer und navigatorischer Kampf um die beste Brise. „Nessun Dorma“ setzte sich früh an die Spitze, und trotz der starken Konkurrenz in Form der auf dem Papier schnelleren Mehrrumpfboote, konnte das Team von Andrea Neri seinen anfänglichen Vorsprung halten.
Als nächstes werden im Verlauf der kommenden Stunden fünf weitere Katamarane auf Grenada erwartet, allesamt Boote vom Typ Outremer von 51 bis 55 Fuß Länge. Dahinter folgt dann das Gros der Einrumpfer sowie der gemäßigten Fahrtenkats. Für deren Crews geht es in der Regel nicht um eine schnelle, sondern um eine sichere und komfortable Passage über den Atlantik. So haben die Letzten im Feld noch knapp 1.000 Seemeilen vor dem Bug. Sie werden erst irgendwann nächste Woche das Ziel erreichen.
Viel Zeit also noch, um das Segeln in nahezu perfekte Passatwindbedingungen mit Sonnenschein, blauer See und mäßigen bis leichten Winden auszukosten. Das gilt nicht nur für die Crews der „ARC plus“, sondern auch für die Teilnehmer der knapp 160 Boote starken, regulären Atlantic Rally for Cruisers. Die war am 19. November von Las Palmas auf direktem Weg gen Karibik gestartet und musste gleichfalls einen weit südlichen Kurs nehmen. Die führenden Boote haben hier noch rund 700 Seemeilen bis zum Ziel, das sich in der Rodney Bay in Norden von Saint Lucia befindet.

Textchef YACHT