Rolex Sydney Hobart RaceBerliner “Orione” und Ben Deifel im Ziel

Tatjana Pokorny

 · 30.12.2022

Rolex Sydney Hobart Race: Berliner “Orione” und Ben Deifel im ZielFoto: Rolex/Andrea Francolini
Mit goldenen Erinnerungen geht das 77. Rolex Sydney Hobart Yacht Race 2022 zu Ende

Die deutschen Teilnehmer sind im Ziel. Für die Crew der Berliner Brüder und “Orione”-Co-Skipper Axel und Peter Baumgartner hat sich mit dem absolvierten Rolex Sydney Hobart Race ein Lebenstraum erfüllt. Ebenso für den Meckenbeurer Ben Deifel bei seiner Premiere

Nach den Line Honors für den 100-Fuß-Racer “Andoo Comanche” und dem Tattersall Cup für das erfolgreichste Boot “Celestial” geht das 77. Rolex Sydney Hobart Race jetzt auch für das Gros der Flotte zu Ende. In der Nacht zum 30. Dezember kamen die McIntyre 55 “Flying Fish Arctos” mit Ben Deifel als 83. Boot und die Grand Soleil 45 “Orione” als 85. Yacht ins Ziel. In Hobart trennte die beiden Boote nach fast vier ereignisreichen Tagen auf See nur rund eine Stunde. In der Amateur-Wertung (PHS) bedeuten die Zeiten Platz sechs für die “Orione” vom Spandauer Yacht-Club und Platz 14 für “Flying Fish Arctos” mit Skipper Drew Hulton-Smith.

Die Bedingungen waren bei der 77. Auflage der legendären Langstrecke teilweise sehr forderndFoto: Rolex/Carlo Borlenghi
Die Bedingungen waren bei der 77. Auflage der legendären Langstrecke teilweise sehr fordernd

Für alle deutschen Premierensegler des Weihnachtsklassikers hat sich nach fordernden 628 Seemeilen mit dem Ankommen ein Lebenstraum erfüllt. Die Berliner “Orione”-Crew hatte sich über Jahre auf den Start im Rolex Sydney Hobart Race vorbereitet und ihr Schiff in Etappen in den Starthafen Sydney gebracht. Nun ist vollendet, wovon die Baumgartners und ihre Mitstreiter so lange träumten. “We made it!”, funkten sie glücklich von Tasmanien und sendeten dazu das folgende Bild.

Die Berliner “Orione”-Crew ist in Hobart angekommen: Co-Skipper Axel Baumgartner hält den Champagner hoch, Bruder Peter Baumgartner steht lächelnd am SteuerFoto: Crew “Orione”
Die Berliner “Orione”-Crew ist in Hobart angekommen: Co-Skipper Axel Baumgartner hält den Champagner hoch, Bruder Peter Baumgartner steht lächelnd am Steuer

Bereits eine gute Stunde zuvor hatte die “Flying Fish Arctos” die Ziellinie gekreuzt. Mit der australisch-britischen Crew absolvierte der Meckenbeurer Benjamin Deifel seine Premiere im Rolex Sydney Hobart Race. Der Allrounder mit Hang zum Steuern segelt erst seit drei Jahren. Das allerdings intensiv. “Ich bin vor 2018 überhaupt nicht gesegelt, dann auf das Clipper Race gestoßen und von 2019 bis 2022 um die Welt gesegelt. Ich habe etwa 45.000 Seemeilen absolviert. In der Corona-Pause habe ich die RYA-Zertifikate gemacht”, hatte der 34-Jährige vom Bodensee vor dem Start in die legendäre Langstrecke berichtet.

Die Crew der “Flying Fish Arctos” für das 77. Rolex Sydney Hobart Yacht Race. Ben Deifel ist mit blauer Jacke links im Bild zu sehenFoto: Rachel Burgess
Die Crew der “Flying Fish Arctos” für das 77. Rolex Sydney Hobart Yacht Race. Ben Deifel ist mit blauer Jacke links im Bild zu sehen

In einer ersten Bilanz ließ Ben Deifel das Rennen Revue passieren:

“Geschafft - wir sind im Ziel! Es war ein Rennen mit allen Facetten. Der Start in Sydney war mit sehr vielen Zuschauer(boote) beeindruckend! Der Wind kam aus Nordost, daher begann das Rennen für uns sehr langsam. Wir waren eine der letzten Yachten aus den Heads. Dann begann die Aufholjagd unter Spinaker. Wir konnten gut aufholen Länge läuft. Green Point war als letzter Wegpunkt vor der Bass Strait wie erwartet schnell erreicht.

Der Wind frischte weiter auf und es kam auch bei uns zum Bruch: Spinnaker in Fetzen und mit Bordmitteln nicht zu reparieren. Wir konnten allerdings auch mit ausgepoltem Jib und Großsegel gut Fahrt machen und die Bass-Straße in einer Nacht überqueren. Auf der anderen Seite kam der Wetterumschlag dann schneller als erwartet Wind auf der Nase, Schwell und Spray. Das hat Spaß gemacht, wir sind ja schließlich auf einer Offshore-Regatta.

Ein tolles Rennen mit allem, was der Segelsport zu bieten hat”

Gestern haben wir es dann leider geschafft, in ein größeres Windloch zu fahren und waren über Stunden geparkt. Hier haben wir etwa 30 Line-Honors-Plätze und auch jegliche Aussicht in unserer Klasse verloren. Bis dahin wir Zweite. Schade. Im Morgengrauen sind wir auf den Derwent eingebogen, haben noch einmal ein paar kleinere Windlöcher gemeistert und sind dann bei strahlendem Sonnenschein in Hobart angekommen. Als Sydney-Hobart-Neulinge durfte der Sprung ins Hafenbecken nicht fehlen jetzt gehts los auf ein paar Bier. Es war ein toller Törn mit allem, was der Segelsport zu bieten hat!”

Nachzutragen bleibt unter anderem, dass mit der Lombard 34 “Mistral” das australische Team von Rupert Henry und Greg O’Shea die Zweihand-Wertung sowohl nach IRC als auch nach ORCi gewonnen hat. Aufgeben mussten das Rennen bis Freitagmorgen neun Teams. Den anderen 100, von denen einige wenige noch auf See waren, scheint die Mission des Ankommens zu gelingen.

Packende Einblicke in die Herausforderungen des 77. Rolex Sydney Hobart Race und die teilweise forschen Segelbedingungen liefert das Sieger-Video der Veranstalter:


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