77. Rolex Sydney Hobart Race“Andoo Comanche” holt die Line Honors

Tatjana Pokorny

 · 27.12.2022

Auch bei dieser 77. Edition des Weihnachtsklassikers eilte "Andoo Comanche" der Konkurrenz auf und davon
Foto: Rolex/Andrea Francolini

Die Favoritin hat das Rennen gemacht: Die australische 100-Fuß-Rakete “Andoo Comanche” hat die Line Honors im 77. Rolex Sydney Hobart Yacht Race geholt. Die deutsche “Orione”-Crew kämpft nach dem für sie ersten Drittel des Rennens mit Bruch an Bord und stürmischen Winden

Der Rennrekord ist bei der 77. Auflage des Rolex Sydney Hobart Race nicht gefallen, die Zeiten sind trotzdem beeindruckend: Nach nur 1 Tag, 11 Stunden, 56 Minuten und 48 Sekunden hat die 100-Fuß-Yacht “Andoo Comanche” als erstes Boot die Ziellinie des Weihnachtsklassikers gekreuzt. Skipper John Winning jr. und seine Profi-Crew konnten zwar die Bestmarke aus dem Jahr 2017 nicht knacken, wurden aber ihrem Favoritenstatus im Powerplay der Hundertfüßer gerecht und kreuzten die Ziellinie des 628 Seemeilen langen Rennens von Sydney nach Hobart auf Tasmanien knapp eineinhalb Tage nach dem Startschuss.

Verlagssonderveröffentlichung
Die Line-Honors-Siegerin 2022: “Andoo Comanche”Foto: Rolex
Die Line-Honors-Siegerin 2022: “Andoo Comanche”

Ein Verdier/VPLP-Design mit Dauerbrenner-Qualitäten

Bereits vor fünf Jahren absolvierte dasselbe Boot – damals noch unter dem Namen “LDV Comanche” – die Langstrecke in 1 Tag, 9 Stunden, 15 Minuten und 24 Sekunden. Die Fabelbestzeit bleibt vorerst bestehen. Insgesamt holte das Verdier/VPLP-Design “Andoo Comanche” unter seinem dritten Eigner zum vierten Mal die Line Honors für das schnellste Boot in Australiens berühmtester Regatta. Den weiter gültigen Rekord von 2017 hatte die Regatta-Rakete in Eignerschaft von Jim Cooney und Samantha Grant aufgestellt. Der schwarz-roten Erfolgsyacht folgte eine halbe Stunde später Christian Becks “LawConnect”. Dann kamen Peter Harburgs “Black Jack” und die “Hamilton Island Wild Oats” der in Australien berühmten Seglerfamilie Oatley.

Fast alle Mitglieder der deutschen “Orione”-Crew auf einen Blick. Vorn sind die Brüder und Co-Skipper Axel (r.) und Peter Baumgartner zu sehenFoto: Rolex
Fast alle Mitglieder der deutschen “Orione”-Crew auf einen Blick. Vorn sind die Brüder und Co-Skipper Axel (r.) und Peter Baumgartner zu sehen

Axel Baumgartner: “Jetzt gilt das olympische Motto”

Das Gros des Feldes im Rolex Sydney Hobart Yacht Race war rund eineinhalb Tage nach dem Startschuss am Tag nach Weihnachten noch unterwegs. Die von einer achtköpfigen deutschen Crew gesegelte Grand Soleil 45 “Orione” lag am Dienstagnachmittag deutscher Zeit auf Platz 96. Die Amateur-Mannschaft um die beiden Berliner Brüder Axel und Peter Baumgartner vom Spandauer Yacht-Club vermeldete zur Halbzeit ärgerlichen Bruch an Bord. Kurz vor dem Eingang zur Bass Strait zwischen Australien und Tasmanien schrieb Axel Baumgartner an YACHT online: “Leider ist unsere Spibaumglocke gebrochen, sonst könnten wir schneller segeln. Jetzt gilt das olympische Motto … Heute Nacht soll es mit 50 Knoten ballern, aber Mittwoch und Donnerstag wird es moderater.”

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