Retour à la BaseBoris Herrmann mit gutem Start - Saisonfinale unterwegs

Max Gasser

 · 30.11.2023

Direkt vorne mit dabei: Boris Herrmann startete stark, bei den zunächst schwächeren Winden könnte es seine "Malizia - Seaexplorer" allerdings schwer haben
Foto: Qaptur/Team Malizia
Boris Herrmann ganz vorne dabei: Die Impressionen vom Start der Retour à la Base
Kann sich Boris Herrmann mit seiner “Malizia - Seaexplorer” einhand beweisen? Zu Beginn führte der Hamburger das hochbesetzte Klassement auf dem 3.500 Seemeilen langen Transatlantik-Rennen Retour à la Base an, am Morgen danach liegt er auf Platz 11. Die Konkurrenz ist groß und das Wetter schon bald schwer

Der Jahreshöhepunkt der großen Imoca-Regatten ist unterwegs: Um 17 Uhr deutscher Zeit überquerten die 33 Solisten die Startlinie vor Martinique. Fast schon ungewohnt offensiv steuerte Boris Herrmann dabei seine “Malizia - Seaexplorer” auf den 3.500 Seemeilen langen Kurs in Richtung der französischen Offshore-Hauptstadt Lorient. Folgerichtig führte der Hamburger das Rennen wenig nach dem Start an, wurde auf dem Live-Tracker an erster Position geführt. Bei Leichtwind in der Karibik preschten auch die anderen Hochkaräter um Jérémie Beyous “Charal”, Thomas Ruyants “For People” und Yoann Richommes “Paprec Arkéa” weit nach vorne und werden Druck machen. Am Morgen danach lag Herrmann auf Platz elf.

Nach einer verhältnismäßig ruhigen Nachstartphase mit unbeständigem Passat erwartet das Feld der Vendée Globe-Kandidaten auf dem Weg nach Norden am Samstag eine erste Front aus dem Westen, die laut Experten jedoch harmlos sein wird. Erst am Montag wird ein Tiefdruckgebiet, das sich über der Ostküste der Vereinigten Staaten gebildet hat, die Führenden erreichen. Rund 30 Knoten Wind und raue See werden derzeit prognostiziert, ein zweites Tiefdruckgebiet mit 30 bis 35 Wind soll westlich der Azoren aufziehen und insbesondere in der Nacht vom 7. auf den 8. Dezember viel Seegang zur Folge haben.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

4

5

Zum ersten Mal einhand: Gelingt Goodchild die Premiere bei der Retour à la Base?

Man kann also nicht nur von einem würdigen Saisonfinale, sondern zweifelsohne auch von einem harten und vielseitigen Test für die Imocas und ihre Segler sprechen. Neben Boris Hermann, der nach Platz sieben im Transat Jacques Vabre auch solo auf einen guten Saisonabschluss hofft, gibt es einige weitere Kandidaten, die sich und ihre Designs ins Rampenlicht gesegelt haben. Unter anderem der Brite Sam Goodchild könnte für Überraschungen sorgen. Zwar schloss er mit Co-Sipper und Designer Antoine Koch beim Transat auf Platz drei ab und verfügt mit der ehemaligen “LinkedOut” (jetzt “For the Planet”) über ein überaus konkurrenzfähiges Boot, Einhand-Erfahrung auf seinem Imoca hat er jedoch überhaupt nicht.

Er sei das Schiff noch nie alleine gesegelt, verriet der 34-Jährige vor dem Rennen. “Ich habe ein paar Manöver alleine gemacht, als wir noch mit einer Crew gesegelt sind. Das wird also eine Art Entdeckungsreise.” Allerdings könnten ihm die Wetterbedingungen auf den ersten Meilen in die Karten spielen. “Ich sollte in der Lage sein, mich langsam an die Routine des Schlafens, des Ausruhens, des Essens und der Selbstversorgung zu gewöhnen. Dann haben wir ein paar Tage Zeit, bevor wir in die harten Bedingungen kommen. Das ist mir im Moment lieber als der umgekehrte Weg!”, so Goodchild, der das Ocean Race an Bord von “Holcim-PRB” bestritt.

Das sind die Favoriten für das Saisonfinale

Auch jene sollte man definitiv im Blick behalten. Seit dem Rauswurf von Kevin Escoffier haben zwei Ex-Malizianer beim Schweizer Team das Ruder in der Hand. Nico Lunven und Rosalin Kuiper sind das neue Gespann und haben das Schiff gemeinsam nach Martinique überführt, für den Start beim Transat Jacques Vabre hatte es aufgrund eines Refits noch nicht gereicht. Damit ist die erste Regatta nach dem Ocean Race direkt ein Solo für den erfahrenen Lunven, der auf der “Malizia - Seaexplorer” als Navigator agierte. Wie gut er seine “Holcim - PRB” bereits im Griff hat, wird entscheidend sein, denn die Fähigkeiten von Lunven zweifelt auch sein ehemaliger Chef Boris Herrmann nicht an, sondern traut ihm sogar den Sieg zu.

Doch in der Top-Gruppe ist die Konkurrenz trotz der Abwesenheit von Dominator Charlie Dalin und seiner neuen “Macif Santé Prévoyance” riesig. Der Franzose konnte bereits das Transat Jacques Vabre nicht bestreiten, segelte aufgrund diverser Vendée Globe-Qualifikationskriterien damals lediglich über die Startlinie, um daraufhin direkt wieder in den Hafen zurückzukehren. Vom Team hieß es, Dalin sei krank, mehr ist auch aktuell nicht bekannt. Das Schiff wurde nicht in die Karibik überführt, der Franzose mischt als auch diesmal nicht mit.

An seiner Stelle müssen daher einige andere Solisten als Kandidaten für den Sieg bei der Retour à la Base genannt werden. Ohne Frage sind das neben Transat-Sieger Thomas Ruyant (“For People”) sowie dem Zweiten Yoann Richomme (“Paprec Arkéa”), auch Jérémie Beyou auf “Charal” und neben wenigen weiteren nicht zuletzt Boris Herrmann mit seiner “Malizia Seaexplorer” - kann er sich einhand beweisen?


Die Retour à la Base im LIVE-Tracker verfolgen:

Empfohlener redaktioneller Inhaltretouralabase.geovoile.com

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Artikel teilen:
Max Gasser

Max Gasser

Social Media Redakteur

Nur wenige Meter von den Ufern des Bodensees entfernt aufgewachsen, fand Max Gasser schon früh an Bord des familieneigenen 15er Jollenkreuzers. Nach aktiver Regattalaufbahn erfüllte er sich mit dem Kauf einer foilenden Motte einen Kindheitstraum, den er heute mit einem neueren Boot lebt. Journalistisch trat er als freier Mitarbeiter erstmals bei einem lokalen Wasserportmedium in Erscheinung und absolvierte dann ein Praktikum bei der YACHT, welches ihm zunächst sein Volontariat und darauffolgend den Job als Redakteur in der Wasserport Digital Redaktion verschaffte.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta