“Tuiga” ist die klassische Segelbotschafterin des Yacht Club de Monaco. Von William Fife III. entworfen und 1909 vom Stapel gelaufen, ist die 15mR-Yacht seit 1995 das Flaggschiff der Monegassen, ihre Repräsentantin auf den großen internationalen Segelsportbühnen. In dieser Rolle war “Tuiga” mit ihrer Crew auch zur 28. Les Voiles de Saint-Tropez aufgekreuzt. An Bord agierte in der prominent besetzten Crew auch Boris Herrmann mit viel Leidenschaft.
Der zweimalige America’s-Cup-Sieger Jimmy Spithill führte die “Tuiga”-Crew als Skipper. Crew-Boss Pierre Casiraghi und Navigator Boris Herrmann waren für die Les Voiles de Saint-Tropez ebenso mit von der Partie wie Rosalin Kuiper und Team Malizias bekannter Fotograf und “Fly Captain” Antoine Auriol. Beide waren Teil jenes legendären Teams, mit dem Boris Herrmann 2023 das Ocean Race um die Welt bestritten hatte.
“Und Loïck Peyron haben wir bei der Rothschild-Party auch noch kurzfristig rekrutiert – wie in alten Zeiten. Das war hier ein schönes Wiedersehen”, schwärmte Boris Herrmann vom gelungenen Ausflug in die klassische Segelwelt. Der Weltenwechsel hat knapp einen Monat vor dem Start ins erste Solo mit der neuen “Malizia 4” gut getan. Der Startschuss zur Route du Rhum fällt für Boris Herrmann, die neue “Malizia 4” und 116 weitere Solisten mit Booten in sechs Klassen bereits am 1. November um 13.02 Uhr in Saint-Malo.
Dafür hat Herrmann in Saint-Tropez noch einmal viel positive Energie tanken können und vor allem das Wiedersehen mit Wegbegleitern im Golf von Saint-Tropez genossen, auch wenn es auf dem Kurs manchmal mehr als eng zuging wie etwa in der Situation mit “Elena of London”. Die größere Verfolgerin berührte mit ihrem Bugspriet die Großbaumnock der “Tuiga” bei der Tonnenrundung, doch Schlimmeres konnten die Crews vermeiden.
“Tuiga” hat in ihrer Gruppe in der Kategorie “Grand Tradition” punktgleich vor der 1929 vom Stapel gelaufenen britischen “Viveka” gewonnen. 117 Jahre trennen die Entstehung von Boris Herrmanns neuer “Malizia 4” und jener Schönheit, die er bei der Les Voiles de Saint-Tropez mit so viel Freude segelte. Hier geht es zu allen Ergebnissen der Segelwoche an der Côte d’Azur. Und hier zum YACHT-Schlussreport.
Die Les Voiles de Saint-Tropez war wirklich eine ganz besondere Erfahrung. Wir sind richtig gut gesegelt. Mit Loïck als Taktiker, Jimmy am Steuer, Pierre als Crew-Boss und mir in der Navigation – wie man es auf einem Mini-Maxi machen würde.” Boris Herrmann
Boris Herrmann berichte von einer “tollen Mannschaft von 22 Leuten, die das Boot unheimlich gut kennen”, von einer “super Stimmung an Bord”. Weiter sagte der sechsmalige Weltumsegler: “Das Boot ist das Aushängeschild des Yacht Club de Monaco. Deswegen ist es auch eine große Ehre für uns, die Les Voiles des Saint-Tropez darauf zu segeln. Das Boot hat die Les Voiles seit 1995 bis auf zwei Ausnahmen jedes Mal mitgemacht und vier Male gewonnen hat – inklusive dem Erfolg in diesem Jahr.”
Boris Herrmanns Fazit fiel auch sportlich positiv aus. Der 44-Jährige sagte: “Es war eine runde Sache. Letztendlich ist Segeln Segeln. Die Laylines, wie man die Taktik plant, wie man über den Parcours segelt – es ist das Gleiche auf einem Schiff von 1909 wie auf einem Schiff von 2026. Es war eine mega Erfahrung.”
Für Boris Herrmann war es die zweite Erfahrung bei der Les Voiles de Saint-Tropez. Doch bei der Premiere, erinnert er, “war gerade Sturm, da konnten wir nicht auslaufen”. Er habe im Revier schon die Giraglia mit Jochen Schümann oder auch mit Malizia, doublehanded mit Pierre Casiraghi gesegelt, kenne Saint-Tropez daher gut.
“Die Stimmung ist dort einfach ansteckend, cool, ein bisschen ‘the place to be’. Ein bisschen ‘Blingbling’ auch, wie sich das gehört, aber vor allem viel gutes Segeln, gute Stimmung, gutes Wetter und guter Wind.”

Freie Reporterin Sport
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