Copa del Rey MapfrePackendes Finale, “Niramo” knapp vor “Earlybird”

Tatjana Pokorny

 · 09.08.2026

Hier jubelt "Niramo"-Eigner Sönke Meier-Sawatzki links neben Spaniens König Felipe de Borbón über den ORC-C-Klassensieg. Rechts neben dem König freut sich darüber auch der "Niramo"-Sportdirigent und achtmalige Weltumsegler Bouwe Bekking.
Foto: 44. Copa de Rey Mapfre
Bei der 44. Copa del Rey Mapfre wurde in diesem Jahr in sechs Klassen um Siege und Podiumsplätze gekämpft. In einer Klasse sorgten die Crews auf zwei deutsche Booten für Hochspannung, lieferten sich bis ins letzte Rennen ein packendes Duell um den Sieg. Am Ende machten gerade einmal 1,75 Punkte den Unterschied zwischen Gold und Silber aus.

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Vier Cape 31 in den Top-Sechs zeigten bei der 44. Copa del Rey Mapfre in ORC C, wer in dieser Klasse gerade den Ton angibt. Die beiden besten Boote lieferten sich an der Spitze ein deutsch-deutsches Duell, in dem die Führung während der Serie mehrmals wechselte, immer begleitet von der Frage: Macht am Ende Hendrik Brandis’ Cape 31 “Earlybird” oder doch Sönke Meier-Sawatzkis Klassenschwester und Kieler-Woche-Siegerin “Nirmao” das Rennen?

44. Copa del Rey: “Earlybird” oder “Niramo”?

​Das Duell bot Hochspannung bis zum letzten Zieldurchgang. Es war schließlich Sönke Meier-Sawatzkis „Niramo“ mit dem achtmaligen Ocean-Race-Teilnehmer Bouwe Bekking und Matchrace-Ass Torvar Mirsky aus Australien, die sich nach insgesamt acht Rennen bei der Copa del Rey Mapfre mit 1.75 Punkten Vorsprung gegen das Team um Hendrik Brandis durchsetzte, der den Spanien-Klassiker zuvor schon drei Male gewonnen hatte.

Für Sönke Meier-Sawatzki war es nach mehreren Teilnahmen an der Copa del Rey der erste Sieg beim Palma-Gipfel des ORC-Sports, wo insgesamt 99 Boote in den sechs Klassen aufkreuzten, während 35 Yachten in der kommenden Woche die ORC-EM in Kleipėda bestreiten wollen. Der im Balearen-Revier siegreiche “Niramo”-Eigner Sönke Meier-Sawatzki sagte: “Für mich ist das der größte Sieg aller Zeiten bei der wichtigsten Regatta. Wir haben mit der Kieler Woche in diesem Jahr bereits meine Heimregatta gewonnen. Und nun das!”

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Der Bredenbeker, der mit seiner Mannschaft für den Kieler Yacht-Club startet, sagte in Palma: “Das hier ist so wichtig für uns. Ich glaube, ich bin zum zehnten Mal bei der Copa del Rey dabei, und wir hatten bisher einen zweiten und einen dritten Platz, daher sind wir überglücklich.” Auch seiner erfolgreichen Cape 31 machte er ein Kompliment: “Ich liebe dieses Boot. Es ist intensiver als die ClubSwan 50, die ich immer noch habe. Und Tovar (Mirsky) und Bouwe bilden zusammen ein großartiges Team.”

Diese Cape 31 macht einen vielleicht noch scharfsinniger.” Sönke Meier-Swatzki

Von den insgesamt 21 ORC-C-Booten war ein Drittel in der Corinthean-Kategorie für Amateurmannschaften gemeldet. Auch diese Sonderwertung hat mit Gabriele und Otto Pohlmanns “Meerblick” eine deutsche Cape 31 gewonnen. Der Erfolg gelang mit neuer junger Crew, die erst zwei Tage vor dem Start komplett war. “Was diese junge Mannschaft in so kurzer Zeit gezeigt hat, war beeindruckend”, sagte Otto Pohlmann.

“Vudu” siegt vor König Felipe de Borbón und “Hispaniola”

In der größten ORC-0-Gruppe hatten es bekannte deutsche Yachten schwerer. Hier siegte Mauro Gestris italienische TP52 “Vudu” souverän vor der ORC 52 “Hispania”, die Spaniens König Felipe de Borbón als Skipper und Steuermann führte. Bei drei von acht Rennen konnte die Königscrew siegen, doch einige schwächere Resultate kosteten im Vergleich zur konstanter agierenden “Vudu” den Königspokal. Carl-Peter Forsters “Red Bandit” (Bayerischer Yacht-Club) holte bei der ersten Regatta mit neuem Ruder Platz sieben. Michael Berghorns Mills 45 “Halbtrocken 4.5” (Verein Halbtrocken Sailing) segelte in ORC 0 auf Platz acht.

In der Gruppe ORC A verpasste Christian Plumps regelmäßige Podestseglerin “Elena Nova” bei dieser Auflage der Copa del Rey die Top-Drei. Die für den gastgebenden Real Club Náutico de Palma startende Swan 42 CS wurde Fünfte. Der estnischen Carkeek 40 “Nola” reichten im Duell mit Niklas Zennströms Klassenschwester “Ran” zwei Punkte Vorsprung zum Sieg in ORC A.

Auf die Plätze 9, 11 und 13 segelten in der mit 19 Booten gut und spannend besetzten A-Division Johannes Wackerhagens Knierim 49 “Desna” (Kieler Yacht-Club), Jan Opländers Swan 45 “Katima” (Norddeutscher Regatta Verein) und Sascha Schröders Neo 430 Roma “Neomind” (Verein Seglerhaus am Wannsee). In der B-Division sicherte sich einmal mehr Dauerbrenner Javier Banderas – in diesem Jahr auf der neuen XR 41 “Teatro Soho San Miguel” im Einsatz – den Klassensieg in heimischen spanischen Gefilden.

Weltumseglerin Dee Caffari erstmals bei der Copa del Rey

Zwei weitere spanische Klassensiege faeierten die Crews auf der ClubSwan 42 “Nadir” und das Balearia Team RCN Palma mit Skipperin Maria Bover im Balearia Women’s Cup. Den Schlusspunkt der von 99 Teams begeistert bestrittenen Serie setzte traditionell der König, der die Siegercrews der 44. Copa del Rey Mapfre im Palacio de la Almudaina ehrte.

Ihre erste Copa del Rey erlebte die achtmalige Weltumseglerin Dee Caffari, die als Navigatorin an Bord der amerikanischen Swan 58 “WaveWalker” aber nicht über den 14. und letzten Platz in ORC 0 hinauskam. Dee Caffari sagte jedoch: “Wir waren hier nicht immer Letzte. Die Deltas sind nach berechneter Zeit besser geworden. Im goßen Bild bereiten wir uns hier auf den Septembergipfel beim Swan Cup vor Porto Cervo vor. Dort sollten mindesten zwölf Swan 58er aufkreuzen. Dann haben wir Freunde zum Spielen.”

Ihre Premiere genoss die Britin trotzdem, sagte: “Ich bin beeindruckt, wie viele Rennen sie hier in nicht immer leichten Bedingungen zusammenbringen. Die Stimmung ist super und entspannt. Auch macht es viel Spaß gegen den König zu segeln, der wie die normalste Sache der Welt einfach Teil des Umfeldes ist. Caffaris nächstes Projekt? Sie wird Alexia Barrier bei den Vorbereitungen für die Route du Rhum im Herbst helfen, an die Französin als erste Frau solo mit einer Ulim teilnimmt: “The Famous Project”.

Caffari-Comeback im Ocean Race?

Zudem hat Dee Caffari gerade einige Zeit mit Oliver Heer und dessen Imoca-Team verbracht. Ob sich daraus eine weitere Zusammenarbeit ergibt, womöglich gar fürs neue Ocean Race Atlantic mit Start am 1. September in New York, an dem auch Boris Herrmann Team Malizia teilnimmt, oder das Ocean Race um die Welt, wollte Caffari in Palma nicht kommentieren.

Hier feiern die Sieger der 44. Copa del Rey Mapfre:

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Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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