Vendée ArctiqueAuf zum Polarkreis – Sonntagsstart in Les Sables

Die Protagonisten und die Veranstalter: Das offizielle Eröffnungsfoto im Race Village des Vendée Arctique Les Sables-d'Olonne mit allen Skippern und den Organisatoren.
Foto: Eloi Stichelbaut/polaRYSE/Nefsea /SAEM Vendée
Am Sonntagmittag startet um 13.02 Uhr in Les Sables-d’Olonne die dritte Auflage des Vendée Arctique. Der spannende Nordatlantik-Kurs führt ein kleines, aber feines Feld von neun Solisten zum Polarkreis und zurück. Boris Herrmann muss mit Blick auf Team Malizias Bootsbaufinale in Lorient noch zuschauen.

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Favorit für die dritte Edition des Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne ist der Imoca-Meister von 2025: Sam Goodchild startet mit der Vendée-Globe-Siegeryacht “Macif Santé Prévoyance” am 7. Juni um 13.02 Uhr ins Rennen, dessen Premiere 2020 Jérémie Beyou auf “Charal” gewonnen hatte. Sieger der Folgeauflage 2022 war vor seinem Vendée-Globe-Triumph Charlie Dalin mit “Apivia”.

Imoca-Meister Goodchild ist der Favorit

Das Feld der Jäger von Sam Goodchild, der im Mai mit dem 1000 Race den Imoca-Auftakt der neuen Saison gewonnen hatte, dürfte für einige Spannung sorgen. Auch wenn festzuhalten bleibt, dass die milderen Bedingungen im 1000 Race “Macif Santé Prévoyance” etwas mehr entgegenkamen als die teilweise harschen Wettersyeteme, die jetzt im Vendée Arctique zu erwarten sind.

Allen drei Frauen im Rennen ist einiges zuzutrauen: Violette Dorange, gerade wie auch die spanische 470er-Weltmeisterin Marta Cardona vom Forbes Magazin in die berühmte “30 unter 30”-Liste erfolgreicher junger Sportler aufgenommen, tritt mit “Initiatives - Cœur” an. Im 1000 Race war die Französin zuletzt als Dritte die beste der drei Solistinnen im Rennen, die zu Saisonbeginn gemeinsam trainierten.

Darum bewerben sich im Vendée Arctique erneut auch Francesca Clapcich und Élodie Bonafous, die im 1000 Race als Vierte und Fünfte ins Ziel gekommen waren. Frankie Clapcich geht die kalte Herausforderung mit “11th Hour Racing” (Ex-”Malizia 3”) an. Sie hatte mit der früheren Imoca von Boris Herrmann und Will Harris als Co-Skipper schon 2025 – gleich zum Auftakt ihres ersten Vendée-Globe-Zyklus – mit Platz zwei im Doublehand-Rennen Transat Café L’Or gezeigt, dass mit ihr als Imoca-Neueinsteigerin zu rechnen ist.

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Drei Frauen und sechs Männer starten ins Vendée Arctique

Auch die frühere Figaristin Élodie Bonafous hat das Zeug und das Boot für eine Podiumsplatzierung im Vendée Arctique. Ihr Verdier-Neubau von 2024 ist die “Association Petits Princes – Queguiner”. Einst die erste Französin, die im Solitaire du Figaro einen Podiumsplatz erkämpfen konnte, strebt Bonafous wie Clapcich ihrer Vendée-Globe-Premiere 2028/2029 entgegen. Dorange hat ihre Erstteilnahme bereits 2024/2025 als 23-Jährige erlebt. Als Publikumsliebling war sie dabei erst 23 Jahre alt.

Ich will mich in harten Bedingungen testen.” Frankie Clapcich

Dazu werden neben Sam Goodchild weitere fünf angriffslustige Männer an der Startlinie zum Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne aufkreuzen. Unter ihnen ist mit Corentin Horeau auf “Macsf” (Ex-”Paprec Arkéa) der Zweite im 1000 Race. Der Co-Skipper von Yoann Richomme im Ocean Race Europe 2025 und Figaro-Gewinner von 2023 zählt zu den Kronprinzen in der Imoca-Klasse. Richomme hatte den heute 36 Jahre alten Wegbegleiter in Kiel auf der schleswig-holsteinischen Bühne des Europarennens sehr charmant als “nächsten Vendée-Globe-Gewinner” vorgestellt.

Zwei Jahre jünger ist Ambrogio Beccaria. Der Mailänder startet mit “Allagrande Mapei”, der früheren “Vulnerable von Thomas Ruyant, in die dritte Edition des Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne. 2019 hatte Beccaria als erster Italiener das Mini-Transat gewonnen, später war er in der Class40 von Erfolg zu Erfolg geeilt. Hierzulande sind auch die Crash-Bilder vom Start ins Ocean Race Europe 2025 unvergessen, bei der “Allagrande Mapei” mit der von Rosalin Kuiper geführten “Holcim-PRB” kollidierte.

Keine Foils, kein Druck für Nico D’Estais

Ein interessanter Starter im Vendée Arctique ist Nico D’Estais mit dem Non-Foiler “Café Joyeux”. Der Mini-Transat-Zweite von 2019 segelt ein Boot von 2011 mit großer Geschichte, das zuvor als “Macif”, “SMA”, “Banque Populaire X” und “Monnoyeur – Duo for a job” namhaften Solisten der Imoca-Klasse gedient hat.

“Ich habe keinerlei Druck, bin das einzige Boot ohne Foils. Niemand erwartet einen Sieg von mir. Ich kann es also nur gut machen. Ich freue mich total auf das Rennen, mehr als auf jedes andere”, sagte Nico D’Estais vor dem Start ins Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne. Auch sein Ziel ist die Teilnahme an der Vendée Globe 2028/2029. Das Vendée Arctique ist ein Qualifikationsrennen dafür und damit für ihn “ein großer Schritt” auf seinem Weg zum Ziel.

Ich habe gerade erst gelernt, eine Imoca zu segeln. Um an der Vendée Globe teilzunehmen, musst du eine Treppe hochsteigen. Jedes Rennen ist eine Stufe.” Nico D’Estais

Der Franzose hat als Kind mit seiner Familie in London gelebt, ist mit Bildern und Erfolgen der britischen Segelikone Ellen MacArthur großgeworden. “Ich sah Ellen beim Finale der Vendée Globe 2000/2001. Seitdem habe ich immer davon geträumt, an der Vendée teilzunehmen und ein Segler zu sein.”

Sonntag wird also ein großer Tag für mich, wenn ich durch den Kanal von Les Sables-d’Olonne segle.” Nico D’Estais

Der Startschuss zum Vendée Arctique: Sonntag, 13.02 Uhr

Zwei altgediente Vendée-Globe-Haudegen machen die Flotte für das Vendée Arctique komplett: Der in Les Sables-d’Olonne lebende Arnaud “Cali” Boissières (”April Marine – Recherche Co-Partnaire”, Ex-”Hugo Boss”) strebt seiner sagenhaften sechsten Vendée-Globe-Teilnahme in Folge entgegen. Der zweimalige Vendée-Globe-Teilnehmer Manu Cousin (”Coup de Pouce”) segelt mit seiner Verdier/VPL-Imoca von 2010 ein ebenso altes Boot wie Nico D’Estais, das jedoch inzwischen mit Foils ausgestattet ist.

Die Flotte erwartet mit dem Sonntagsstart um 13.02 Uhr in voraussichtlich leichten Winden ein kompliziertes Auftaktszenario im Vendée Arctique, dessen Kurs das Feld einmal zum Polarkreis und zurück führt: Nach dem Start könnte die Flotte bereits in der ersten Nacht mit zunehmendem Druck konfrontiert werden, der sie bis zum Fastnet Rock und darüber hinaus begleiten wird. Es liegen raue Bedingungen im Nordatlantik voraus.

Westlich von Irland werden starke Winde und Wellenhöhen bon 3,50 Metern erwartet. “Das mag nicht so besonders beeindrucken wirken, kann aber signifikanten Einfluss auf foilende Boote haben, wenn sie in die Wellen crashen”, erklärte Meteorologe Christian Dumas. Zum Race Tracker geht es nach dem Sonntagsmittagsstart am 7. Juni hier. Auch Top-Favorit Sam Goodchild, der in etwa einem Jahr ein neues Boot haben wird, weiß: “Das Rennen wird härter als das 1000 Race.”

Ein Rennen mit knackigen Koordinaten – das 3. Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne:

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