1000 RaceEine Klasse für sich – Goodchild siegt mit Vendée-Globe-Rakete

Tatjana Pokorny

 · 08.05.2026

Der Imoca-Meister von 2025 hat auch die neue Saison mit einem Sieg im 1000 Race eingeläutet.
Foto: Martin Viezzer/@agencedisobey/massivassurances
Es ist keine Riesenüberraschung, dass Sam Goodchild den Jahresauftakt bei den Imocas gewonnen hat. Im kleinen, aber feinen Feld von sieben Solisten setzte sich der Saisonmeister von 2025 mit dem jüngsten Vendée-Globe-Siegerboot von Charlie Dalin gegen sechs Konkurrenten durch. Vier von ihnen erleben im 1000 Race ihren ersten Einhandeinsatz.

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Fast zehn Prozent des Kurses hatte der erste Verfolger von Sam Goodchild an diesem 8. Mai noch zu segeln, als der Imoca-Meister von 2025 mit “Macif Santé Prévoyance” schon die Ziellinie passierte. Mit Charlie Dalins Siegerboot der Vendée Globe 2024/2025 hatte der Brite das Feld im 1000 Race von Port-la-Forêt rund Fastnet-Felsen und zurück nach Concarneau über weite Strecken souverän im Griff. Im Zielhafen feierte er seinen ersten Solosieg in der Imoca-Klasse.

1000 Race: Goodchild mit guter Strategie und bestem Boot zum Sieg

Auf dem Rückweg vom Fastnet Rock war Sam Goodchild im Ranking einmal bis auf Platz fünf zurückgefallen. Das war bei der Ansteuerung des letzten Wegpunktes, der “Trophée Gallimard”, aber nur seiner intensiven Süd-Investition geschuldet, die ihn später wieder an den anderen vorbeiziehen ließ, während die Winde leichter wurden.

Am Ende setzte sich Sam Goodchild bei 1326,85 über Grund gesegelten Seemeilen mit einer Zeit von 4 Tagen, 22 Stunden, 9 Minuten und 56 Sekunden klar durch. Dabei war er in maximal frischen, meist eher leichtwindigen Bedingungen mit durchschnittlich 11,2 Knoten unterwegs. Damit war er insgesamt rund einen Knoten schneller als sein dichtester Rivale. Als “Macif Santé Prévoyance” an diesem Freitagmorgen ins Ziel kam, hatte der erste Verfolger Corentin Horeau noch etwas mehr als 100 Seemeilen bis zur Linie vor Concarneau zu absolvieren.

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Auch Corentin Horeaus Leistung kommt nicht überraschend, obwohl es für ihn das erste Solo seiner neuen Vendée-Globe-Kampagne ist. Déjà-vu: Auf “Macsf” (Ex-”Paprec Arkéa” von Yoann Richomme) im Einsatz, wird Corentin Horeau die bei der Vendée Globe 20242025 zweitplatzierte Imoca voraussichtlich auch im 1000 Race als zweites Boot ins Ziel bringen. Hinter ihm drängelten sich zuletzt die drei Skipperinnen des Rennens: Auf Rang drei lag am Vormittag Violette Dorange auf “Initiatives - Cœur” gut 25 Seemeilen hinter Horeau.

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Holt Violette Dorange den dritten Podiumsplatz im 1000 Race?

Élodie Bonafous folgte Violette Dorange mit “Association Petits Princes - Quéguiner” bei nur wenigen Seemeilen Rückstand, könnte ihre Landsfrau im Kampf um den dritten Podiumsplatz noch einholen. Gleichzeitig hielt Élodie Bonafous die zwischenzeitlich im 1000 Race sogar einmal in Führung gegangene, inzwischen aber auf Platz fünf zurückgefallene Frankie Clapcich auf “11th Hour Racing” (Ex-”Malizia 3”) gut in Schach. Zum Tracking für das 1000 Race geht es hier.

Was sagt dieses erste Kräftemessen über die Imoca-Skipper, die es bestritten haben, und ihre Boote? Sam Goodchild und “Macif Santé Prévoyance” bleiben auch in dieser Saison das zu schlagende Meisterduo. Das Boot überzeugt weiter mit starken Allround-Qualitäten. Der Vendée-Globe-Vierte Jérémie Beyou hat das 1000 Race von Land aus verfolgt und sagte: “Das Boot ist einfach in allen Bereichen gut. Vielleicht könnte man es für Downwind-Kurse in Medium-plus oder stärkeren Winden noch etwas besser machen, aber in diesen Bedingungen ist es das beste Boot der Flotte.”

Beyou hielt auch fest, dass das 1000 Race ein ideales erstes Rennen für jene vier Skipper war und ist, die sich erstmals im Solo-Einsatz prüften: Corentin Horeau, Élodie Bonafous, Francesca Clapcich und Nico D’Estais auf seinem Non-Foiler “Café Joyeux”. Beyou sagte: “Sie machen Fehler und das ist normal. Aber mit Blick auf die Windbedingungen war das Rennen als Saisoneröffnung, als erstes Solo perfekt. Mit Sam war es anders. Hätte er nicht gewonnen, hätte das bedeutet, dass er einen großen Fehler gemacht oder kein Glück gehabt hätte.”

Imoca-Saison: Die großen Rennen kommen noch

Nach dem 1000 Race ist vor den jetzt schnell näherrückenden großen Imoca-Rennen der Saison. Am 6. Juli startet das Vendée Arctique Les Sables-d’Olonne. Am 1. September dann beginnt im Big Apple The Ocean Race Atlantic. Es führt seine Herausforderer von New York nach Lorient. Das Rennen für vierköpfige Imoca-Crews bringt auch die ersehnte Regatta-Premiere für Boris Herrmanns neue “Malizia 4”.

Es folgt am 15. September in Lorient der Kurzstrecken-Klassiker Défi Azimut, der in diesem geraden Jahr solo bestritten wird. Den Saisonschlusspunkt setzt ab 1. November die Route du Rhum Destination Guadeloupe von Saint-Malo über 3542 Seemeilen nach Pointe-à-Pitre.

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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