Ocean Race Atlantic“Malizia 4” führt kraftvoll auf Kurs Ost

Tatjana Pokorny

 · 04.09.2026

Team Malizia führt die Flotte im Ocean Race Atlantic auch nach der zweiten Nacht an.
Foto: Gauthier Lebec/Team Malizia/The Ocean Race
Einmal kurz hatte “United by the Ocean” die Führung im Ocean Race Atlantic übernommen, doch Team Malizia hat sie schnell zurückerobert. Seitdem führt Boris Herrmanns neue “Malizia 4” das Transat von New York nach Lorient wieder an, konnte ihren Vorsprung über Nacht zum Freitagmorgen sogar ausbauen.

Nach der spannenden Startphase und einigen Positionierungskämpfen kämpfen sich die Teams im Ocean Race Atlantic nach der zweiten Nacht auf See etwa beim 40. Breitengrad Nord schnellstmöglich nach Osten. Am Vorabend einmal kurz von Paul Meilhats “United by the Ocean” an der Spitze abgelöst, hatte Boris Herrmanns “Malizia 4” die Führungsposition zügig wieder zurückerobert.

Da hatte sich Team Malizia zuvor etwas weiter nördlich positioniert und bei der Korrektur ein paar Seemeilen eingebüßt. Die sind seit der “Rückkehr zur Herde” mehr als wiederaufgeholt. Boris Herrmann hatte schon am Vortag die Qualitäten seiner Neuen gelobt und gesagt: “Das Boot hat am Wind echte Kraft.” Auch am Freitagmorgen setzten die Malizianer ihr Powerplay fort.

“Malizia 4” macht das Transat-Tempo

Auf mehr als ein Dutzend Seemeilen hatten Boris Herrmann, Cole Brauer, Justine Mettraux und Julien Villion ihren Vorsprung bis in die frühen Morgenstunden des 4. September wieder erhöht. Zuletzt konnte das Malizia-Quartett am Freitagmorgen mit einem Vier-Stunden-Geschwindigkeitsdurchschnitt von 19,1 Knoten glänzen.

Bei der ersten Verfolgerin “United by the Ocean”, die auf der Autobahn nach Osten etwa 25 Seemeilen südlich von “Malizia 4” positioniert war, lag der Schnitt am Freitagmorgen im vergleichbaren Zeitraum nur bei 15,3 Knoten Bootsspeed. Dabei herrschten bei den Crews in diesen ersten Tagen an Bord Hochsommertemperaturen. “Wir haben 29 Grad unter Deck. Es ist ein bisschen wie in einer Sauna”, berichtete “11th Hour Racing”-Skipperin Frankie Clapcich.

Etwa 20 Seemeilen Rückstand auf “Malizia 4” hatte nach der zweiten Nacht auf See ihre Imoca von 2022 – die Ex-”Malizia 3”. Die Siegerin des am Vortag ausgetragenen zweiten Supersprints blieb am Freitagmorgen Paul Meilhats “United by the Ocean” dicht am Heck. Auf dem Atlantik eher mittig zwischen “Malizia 4” über sich und “United by the Ocean” wie “11th Hour Racing” unter sich, verteidigte Oliver Heers “Embrace the Challenge” am frühen Freitagmorgen noch immer Platz vier, orientierte sich zuletzt etwas mehr in Richtung der Malizianer.

Herrmann-Quartett führt die Sprintwertung im Ocean Race Atlantic an

Gleichzeitig markierte die neue “DMG Mori Global One” etwa 35 Seemeilen entfernt von “Malizia 4” das südlichste Boot der Flotte. Skipper Kojiro Shiraishi, Sam Davies, Nico Lunven und Arisa Moriya hatten am zuletzt auf der Autobahn nach Osten ein paar Meilen gutmachen können. Auf rund 100 Seemeilen ist inzwischen der Rückstand von Conrad Colmans betagterer “MSIG Europe” von 2007 angewachsen.

Auch der Blick auf die Sonderwertung der Supersprints zeigte am Freitagmorgen Team Malizia als Spitzenreiterin. “Malizia 4” führte die das Klassement nach zwei der zwanzigminüten Sprints mit einem ersten und einem zweiten Platz und elf Punkten an. Dahinter lagen Frankie Clapcichs Donnerstag-Siegerin “11th Hour Racing” (9 Punkte), Oliver Heers “Embrace the Challenge” (7 Punkte), “United by the Ocean” und “DMG Mori Global One” (jeweils 6 Punkte). Auf drei Zähler kam bislang “MSIG Europe”. Zur Wertung geht es hier.

Rückblick! Die Veranstalter servieren die Höhepunkte vom Start ins neue Ocean Race Atlantc:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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