Ocean Race AtlanticKrasse Wende im Nordatlantik

Tatjana Pokorny

 · 03.09.2026

Das Foto vom Tracker zeigt den krassen Kurswechsel der Flotte im Ocean Race Atlantic in der ersten Nacht.
Foto: The Ocean Race
Nach der Auftakthatz in den Süden hat die komplette Flotte im Ocean Race Atlantic den Kurs gewechselt. Weiter von Team Malizia angeführt, segelte das Feld rund 17 Stunden nach dem Start am Donnerstagmorgen in sehr schwachen Winden nicht mehr nach Süden, sondern wieder stramm nach Norden.

Leichte und unbeständige Winde machen die zweite Hälfte des ersten Renntages im Ocean Race Atlantic für die gesamte Flotte zu einem noch schwereren Spiel als ohnehin erwartet. Erst ging es nach dem Start krass nach Süden, dann folgte über Nacht die Kehrtwende. Das gesamte Feld segelt nun wieder nach Norden.

Ocean Race Atlantic: die Flotte kämpft sich durch die Flautenwand

Dabei haben die führende “Malizia 4” und ihre Verfolger mit sehr leichten Winden von keiner Handvoll Knoten zu tun, die sich wie eine von Nord nach Süd verlaufende Flautenwand vor ihnen aufgebaut hat. Die Bootsgschwindigkeiten betrugen am Donnerstagmorgen deutscher Zeit in der Anfangsphase des Ocean Race Atlantic zwischen sechs und acht Knoten, zeitweise auch deutlich darunter.

Auf See lief immer noch Renntag eins, die ersten 24 Stunden. Sie beschäftigen die Teams abwechslungsreicher und noch intensiver als erwartet. “Wir sind bereit und werden unser Boot über den ganzen Kurs an seine Grenzen pushen”, hatte Boris Herrmann vor dem Start gesagt. Zunächst aber muss sich Team Malizia mit allen anderen Crews in Geduld üben und die Leichtfüßigkeit der am kommenden Sonntag erst zwei Monate alt werdenden “Malizia 4” testen.

“United by the Ocean”-Skipper Paul Meilhat hatte vor Rennbeginn die These vertreten, dass mehre Boote Siegchancen in diesem Rennen haben. Dann hatte “Malizia 4” die Premiere des Ocean Race Atlantic imposant eröffnet, den ersten der täglichen Supersprints gewonnen und der Flotte früh ihren Stempel aufgedrückt.

Das “deutsche Powerhaus” führt das Feld weiter an

Im Klassement des Trackers, der die Platzierungen an diesem Morgen des 3. September wieder realistischer widerspiegelte, führte “Malizia 4” das Rennen gegen 8 Uhr morgens deutscher Zeit mit rund sieben Seemeilen Vorsprung vor den beiden 2022er-Designs “11th Hour Racing” (Ex-”Malizia 3”) und “United by the Ocean” an.

Am Ende der kleinen, aber hochinteressanten Flotte im Ocean Race Atlantic lagen zunächst der japanische Neubau “DMG Mori Global One” mit Skipper Kojiro Shiraishi und die Außenseiterin “MSIG Europe” mit Skipper Conrad Colman bei rund 19 und 32 Seemeilen Rückstand aufs “deutsche Powerhaus”, wie Kommentator Niall Myant-Best es bei der Startübertragung formuliert hatte.

Wichtiger Hinweis: Die Live-Sendung mit Bildern und Stimmen von See startet an diesem 3. September um 17 Uhr. Zur Sendung geht es via YouTube dann hier.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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