AusprobiertDas mobile Flinrail-Solarmodul im Praxistest

Hauke Schmidt

 · 19.10.2022

Ausprobiert: Das mobile Flinrail-Solarmodul im PraxistestFoto: Hauke Schmidt
Einfach und schnell an der Reling angebracht: Wir haben das Flinrail-Solarmodul ausprobiert

Das Solarpaneel Flinrail lässt sich leicht montieren und wartet mit einer Reihe von Innovationen auf; dank transparenter Rückseite arbeitet es auch mit Streulicht – wir haben das Balkonkraftwerk für die Reling ausprobiert

Die Idee, ein Solarpaneel an die Reling zu hängen, ist nicht neu, so einfach wie mit dem Flinrail ging es aber noch nie. Das Pa­neel wird mit einem Hakenbeschlag auf den oberen Draht geklemmt. Anschließend werden mit Karabinern bestückte Leinen in den unteren Durchzug gepickt. Der Clou dabei: Die Leinen laufen durch Automatikklemmen, so kann das Paneel in die optimale Position zur Sonne gekippt werden und verbleibt dort. Die überschüssige Leinenlänge wird dabei von integrierten Gummizügen in den Rahmen geholt.

Verlagssonderveröffentlichung

Das Paneel hat eine Leistung von 100 Watt und kostet 850 Euro, ein passender Laderegler 159 Eu­ro. Es kommen besonders bruchfeste Zellen mit Filamentverbindern zum Einsatz. Das Trägermaterial des Paneels ist transparent, sodass Streulicht auf die Rückseite der Zellen fallen und zusätzlichen Strom produzieren kann.

Mit den Kunststoffhaken lässt sich das Modul einfach auf die Relingsdurchzüge klipsenFoto: Hauke Schmidt
Mit den Kunststoffhaken lässt sich das Modul einfach auf die Relingsdurchzüge klipsen

Das Flinrail-Solarmodul ausprobiert

Schon der erste Eindruck des Panels ist positiv, es besitzt einen robusten Rahmen und ist gut verarbeitet. Unser Testexemplar war mit einem sehr soliden, etwa fünf Meter langen Anschlusskabel versehen. Durch die vier Haken auf der Rückseite des Paneels lässt es sich sehr einfach im Relingsdraht einhängen. Die ausziehbaren Fixierungsleinen funktionieren ebenfalls gut, sodass das Modul in wenigen Sekunden montiert und ausgerichtet ist. Die maximale Leistung wird erreicht, wenn die Zellen genau rechtwinklig zur Sonne zeigen. Vor Anker hat sich vor allem die horizontale Fixierung auf der Reling bewährt. Solange die Sonne hoch am Himmel steht, liefert das Modul so unabhängig von Schwoibewegungen Ladestrom.

Wir haben das Paneel zusammen mit einem Smartsolar-75-Laderegler von Victron Energy betrieben. Über dessen App ließ sich das Ladeverhalten gut kontrollieren. Die Nennleistung von 100 Watt haben wir nicht erreicht, was auch an den hochsommerlichen Temperaturen gelegen haben mag, die bei allen Solarmodulen zu Leistungsverlusten von bis zu 25 Prozent führen. In der Praxis lieferte die Kombi zwischen 57 und 75 Watt, was immerhin Ladeströmen von über 4,5 Ampere entspricht. Damit ließ sich der Verbrauch von Kühlschrank und Instrumenten problemlos abpuffern, sodass nach einem Ankerwochenende trotzdem mehr Saft im Akku war. Das Flinrail ist kein Schnäppchen, zumal Laderegler und Anschlusskabel noch fehlen. Die sehr komfortable Handhabung macht den Aufpreis im Bordalltag aber schnell wett.

Flin bietet weitere Alternativen für die verschiedensten Anbringungsmöglichkeiten am Boot an. Neben Klebefolien fürs Deck wird unter anderem auch angeboten, die Paneele an den Fallen hochzuziehen, sie am Heckkorb zu befestigen oder sie mit Klettstreifen an der Baumpersenning anzubringen.


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