Ölzeug muss regelmäßig gewaschen werden, doch viele Segler scheuen sich davor aus Angst, die wasserdichte Membran zu beschädigen. Dabei ist die richtige Pflege entscheidend für Langlebigkeit und Funktion.
Schmutz, Salzwasser, Sonnencreme und Schweiß setzen sich im Lauf der Saison in Ölzeug fest. Das beeinträchtigt vor allem die Atmungsaktivität der Membran und Feuchtigkeit kann nicht mehr nach außen transportiert werden, man schwitzt stärker. Trotzdem waschen viele Segler ihre Funktionskleidung nur selten, aus Unsicherheit oder der falschen Annahme, Waschen würde schaden. Das Gegenteil ist der Fall: Verschmutztes Ölzeug verliert seine atmungsaktiven Eigenschaften. Hersteller wie Musto, Helly Hansen und Gill empfehlen regelmäßige Wäsche. Und das sogar nach jedem Kontakt mit Salzwasser. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie.
Ölzeug gehört in die Waschmaschine bei 30 Grad im Schonwaschgang. Normales Vollwaschmittel ist ungeeignet, da es Weichmacher, Bleiche oder optische Aufheller enthält, die die Membran angreifen können. Stattdessen sollte spezielles Funktionswaschmittel verwendet werden. Hersteller wie Nikwax, Grangers oder Toko bieten Produkte an, die auf Gore-Tex und andere Membranen abgestimmt sind. Diese Waschmittel reinigen gründlich, ohne die DWR-Beschichtung (Durable Water Repellency) zu beschädigen – jene Imprägnierung, die dafür sorgt, dass Wasser abperlt.
Vor dem Waschen werden alle Reißverschlüsse geschlossen und Klettverschlüsse verschlossen. Das schützt die Verschlüsse und verhindert Beschädigungen. Die Kleidung wird auf links gedreht, um die Außenbeschichtung zu schonen. Schleudern ist erlaubt, aber nur bei niedriger Drehzahl mit maximal 800 Umdrehungen pro Minute. Weichspüler ist absolut tabu. Er legt sich als Film auf die Membran, verstopft die Poren und zerstört die Atmungsaktivität. Auch aggressive Fleckenmittel sollten ebenfalls gemieden werden.
Nach dem Waschen kann Ölzeug an der Luft trocknen, am besten im Schatten, da UV-Strahlung das Material schädigt. Ob Jacke und Hose in den Trockner dürfen, entscheiden die Pflegehinweise des Herstellers. Im Zweifel lieber nicht, denn zu hohe Temperaturen schaden der Membran und den Verklebungen der Nähte. Einige Hersteller empfehlen jedoch den Trockner bei niedriger Temperatur. Der Grund: Wärme reaktiviert die DWR-Beschichtung (Durable Water Repellant). Die Imprägnierung legt sich durch die Hitze wieder gleichmäßig auf das Gewebe, Wasser perlt besser ab. Etwa 20 Minuten bei niedriger Stufe reichen aus.
Wenn Wasser trotz Waschen und Trocknen nicht mehr richtig abperlt, ist die DWR-Beschichtung erschöpft. Dann hilft Nachimprägnieren. Imprägniersprays oder Einwaschimprägnierungen erneuern die Beschichtung. Wichtig: Die Kleidung muss sauber sein, bevor imprägniert wird. Schmutz verhindert, dass sich die Imprägnierung gleichmäßig verteilt. Nach dem Imprägnieren sollte die Kleidung erneut im Trockner.
Nach der Saison sollte Ölzeug sauber und trocken gelagert werden. Feuchtigkeit fördert Schimmel, der die Beschichtung oder Membran angreift. Die Kleidung wird an einem kühlen, dunklen Ort aufgehängt, nicht zusammengefaltet. Auch direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.
Wer sein Ölzeug richtig pflegt, verlängert dessen Lebensdauer erheblich. Regelmäßiges Waschen hält die Membran atmungsaktiv, gelegentliches Nachimprägnieren sorgt für gute Abperlwirkung, und schnelle Reparaturen verhindern größere Schäden. Die Investition in hochwertiges Ölzeug zahlt sich so über Jahre aus – und man bleibt trocken und komfortabel, egal wie schlecht das Wetter ist.
Pflegetipps im Überblick:
Waschen:
Trocknen:
Imprägnieren:
Lagern:
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