Wenn Eigner abtauchenWas Kommunen gegen Schrottboote tun können

Fabian Boerger

 · 02.05.2026

Wenn Eigner abtauchen: Was Kommunen gegen Schrottboote tun können
Verwaiste Boote in Häfen stellen Kommunen vor mitunter große Herausforderungen. | Foto Fabian Boerger
Schrottboote werden für Häfen und Kommunen zum wachsenden Problem. Sabrina Rattunde, stellvertretende Ordnungsamtsleiterin in Heiligenhafen, erklärt, welche Mittel Behörden haben – und warum am Ende oft die Allgemeinheit zahlt.

​Verwaiste Boote werden zum Problem für Werften, Häfen und Kommunen. Heiligenhafen erlebte das jüngst mit einer manövrierunfähigen Segelyacht. Sabrina Rattunde, stellvertretende Ordnungsamtsleiterin der Stadt, erklärt, wie Kommunen dagegen vorgehen.

Frau Rattunge, wie oft kommt es vor, dass verwaiste Schrottboote bei Ihnen im Hafen landen?

Die Tendenz geht leider dahin, dass es mehr wird. Früher hatten wir seltener solche Fälle.

Erst der Hafenbetreiber, dann die Hafenbehörde

Was kann die Kommune dagegen unternehmen?

Zunächst versucht der Hafenbetreiber Kontakt zum Eigner herzustellen und das Problem zu klären. Kommt er nicht weiter, geht der Fall an die Hafenbehörde. Das passiert auch, wenn Eigner nicht handeln und die öffentliche Sicherheit gefährdet ist.

Misslingt auch unsere Aufforderung, hängt es vom Einzelfall ab, welche Maßnahmen wir treffen: Wir können Zwangsgelder verhängen oder eine Ersatzvornahme durchführen.

Was ist eine Ersatzvornahme?

Die Kommune übernimmt die Aufgabe des Eigners, etwa wenn Betriebsstoffe auslaufen. Wir sorgen für die Entsorgung, beauftragen eine Firma und stellen es dem Eigner in Rechnung.

Schrottboote: “Je akuter die Gefahr, desto schneller handeln wir”

Wenn dieser die Kosten nicht tragen kann – wer trägt sie dann?

Wir leiten ein Verfahren ein, das über Stadtkasse und Vollstreckungsbehörden läuft.

Aber klar: Hat der Eigner keine Mittel und liegt er unter der Pfändungsgrenze, bleiben wir auf den Kosten sitzen.

Was ist, wenn es eilt?

Grundsätzlich dauert das, weil wir formale Dinge beachten müssen – zum Beispiel Fristen. Aber: Je akuter die Gefährdungslage ist, desto schneller können wir auch handeln.

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Fabian Boerger

Fabian Boerger

Redakteur News & Panorama

Fabian Boerger ist an der Lübecker und Kieler Bucht zuhause – aufgewachsen in diversen Jollen und an Bord eines Folkeboots. Seit September 2024 arbeitet er als Redakteur im Panorama- und News-Ressort und verbindet dort seine Leidenschaften für das Segeln und den Journalismus. Vor seiner Zeit bei Delius Klasing studierte er Politikwissenschaften und Journalistik, arbeitete für den Norddeutschen Rundfunk und das ZDF. Sein Volontariat machte er bei der MADSACK Mediengruppe (LN, RND). Jetzt berichtet er über alle Themen, die die Segelwelt bewegen – mit dem Blick des Praktikers und der Präzision des Journalisten.

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