Der Vorfall ereignete sich Mitte März. Die britischen Ruderer Jamie und Adam vom Team Secondoary Fun informierten ihre Fangemeinde anschließend in einem Video, welches sie auf Facebook veröffentlichten. Darin erklären sie, was geschah:
“Letzte Nacht hat uns ein Marlin gerammt, sodass wir jetzt ein Loch im Boot haben. Der Marlin rammte uns, während ich im Vorschiff über den Rumpfkammern lag, die jetzt voll Wasser stehen. Ich habe vorher noch nie das Knirschen von Glasfaser gehört, ich bin davon ehrlich gesagt etwas erschüttert.”
Es war das sehr, sehr beängstigend.”
“Der Marlin traf die vorderste Rumpfkammer, aber es liefen anschließend weitere voll. Wir haben das Leck zweimal mit Epoxidharz versiegelt. Und zwar mit einem dieser Stifte, die man knetet und in das Leck steckt. Wir haben die Stelle noch mit Denso-Klebeband abgedeckt und sind dafür sogar ins Wasser gesprungen, um etwas Denso-Klebeband an der Außenhaut anzubringen – das ist das klebrigste Klebeband, das wir finden konnten. Außerdem haben wir unsere Fender in die ersten beiden Rumpfkammern gelegt und sie aufgeblasen . Wir sind noch etwa eine Woche von Antigua entfernt, also beten wir, dass wir es bis dahin schaffen.”
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Die beiden haben ihre Atlantiküberquerung anschließend ohne fremde Hilfe geschafft und damit das Ziel dieses Rennens erreicht. The World's Toughest Row (ehemals bekannt als Talisker Whisky Atlantic Challenge) gilt als das härteste Ruderrennen der Welt. Bei dieser extremen Ausdauerprüfung überqueren Teilnehmer in speziellen Ruderbooten den Atlantik oder den Pazifik, wobei sie auf sich allein gestellt sind.
Es gibt verschiedene Kategorien für Solo-Ruderer sowie Teams aus zwei, drei, vier oder fünf Personen. Viele nutzen die Aufmerksamkeit für das Rennen, um Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln.
Die Strecke über den Atlantik führt über rund 3.000 Seemeilen von San Sebastián de La Gomera auf den Kanarischen Inseln bis nach Nelson's Dockyard in Antigua. Die Ruderer sind bis zu 60 Tage auf hoher See unterwegs. Sie kämpfen gegen bis zu zwölf Meter hohe Wellen, extreme Hitze und körperliche Erschöpfung.
Die Teams sind autark, Begleitboote gibt es nicht. Darum müssen die Ruderer alles, was sie zum Überleben benötigen – von gefriergetrockneter Nahrung bis hin zu medizinischer Ausrüstung – an Bord haben. Lediglich das Trinkwasser wird über eine solarbetriebene Entsalzungsanlage gewonnen. Teilnehmer verlieren während der Überquerung durchschnittlich zwölf Kilogramm an Körpergewicht und verbrennen täglich zwischen 5.000 und 7.000 Kalorien. Neben der körperlichen Anstrengung ist die psychische Komponente – die Isolation auf dem Ozean und der Schlafmangel – die größte Hürde.
Die Gefahr für Sportboote durch Speerfische, vor allem Marlins, auf hoher See wird insgesamt als gering, aber punktuell als möglich eingestuft. Physikalisch betrachtet können Speerfische Bootsrümpfe durchaus vdurchstoßen. Das ist dokumentiert, auch bei Fiberglass-Strukturen. Schwertfische können bis zu 14 Fuß lang und bis zu 600 Kilogramm schwer werden; durchschnittliche Fische in der Fischerei liegen eher bei 25 bis 100 Kilogramm. Sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 50 Knoten, also rund 80 km/h.
Entscheidend ist nicht nur die Gesamtenergie, sondern die Konzentration der Kraft auf die sehr kleine Fläche des Schnabels. Dabei entsteht lokal eine hohe Durchstoßwirkung. Gleichzeitig ist der Schnabel selbst nicht unzerstörbar: In mehreren dokumentierten Fällen brach er ab oder blieb im Rumpf stecken.
Die meisten gut belegten Fälle betreffen jedoch leichte Bootswände, Angelboote, Ruderboote, Kabinen- oder Sandwichbereiche. Für massiv gebaute GFK-Fahrtenyachten ist das Risiko offenbar sehr gering, jedenfalls sind Vorfälle wenig belegt.
Zu den Gründen für solche Kollisionen gibt es nur Vermutungen: Am Wahrscheinlichsten ist, dass sich an den Rümpfen, die lange im Wasser sind, Algen bilden, von denen sich kleine Fische ernähren. Diese locken Thunfische an, diese Wiederum die Schwertfische. Sie jagen mit dem Schnabel dann in unmittelbarer Bootsnähe und es wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Kollisionen um Unfälle handelt, bei denen die Schwertfische nicht mehr rechtzeitig die Richtung korrigieren konnten. Mit den offenbar bewussten Interaktionen wie bei Orcas haben die Schwertfisch-Rammings wohl nichts zu tun.
Seit 2020 gibt es eine signifikante Häufung von Interaktionen zwischen Orcas und Segelyachten, primär vor der iberischen Halbinsel von der Straße von Gibraltar bis Galicien. Die Tiere rammen gezielt die Ruderblätter, was zur Manövrierunfähigkeit oder in seltenen Fällen zum Sinken führen kann. Über 700 solcher Vorfälle wurden bisher registriert; mindestens acht Boote sind bisher gesunken. Menschen wurden dabei bisher nicht direkt angegriffen oder verletzt.
Unfälle mit Pottwalen oder Buckelwalen sind oft unbeabsichtigt. Schwebende oder schlafende Wale werden bei Nacht oder hoher Geschwindigkeit oft zu spät bemerkt. Eine Kollision kann den Rumpf schwer beschädigen. Historisch sind Fälle bekannt, in denen Segelyachten nach Wal-Zusammenstößen sanken.
Haie stellen für das Boot selbst keine Gefahr dar, können aber bei Reparaturen am Rumpf oder für über Bord gefallene Personen ein Risiko sein. Angriffe auf Boote sind extrem seltene Einzelfälle.

Chefredakteur Digital