Die Veranstaltung, die vor fast vier Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde und dieses Jahr zum 32. Mal stattfindet, bleibt ihrem Geist treu: Sie ist keine kommerzielle Regatta, sondern ein sportliches Treffen passionierter Eigner großer Cruiser. Dennoch zählt sie längst zu den bedeutendsten Events im Superyacht-Kalender.
Im Starterfeld finden sich unterschiedlichste Formate – von XL-Slups (”M5”) , über traumhaft schöne J-Class-Preziosen (”Hanuman”) zu imposanten Ketsch-Formaten („Maximus“) mit gigantischen Segelflächen. Die kleinste Yacht der 32. St. Barths Bucket ist auch in diesem Jahr wieder die 27 Meter lange „Hummingbird“, eine Swan 90. Die 78 Meter lange “M5” trägt den Titel größte Yacht der St. Barths Bucket 2026. 13 Meter kürzer und doch eindrucksvoll in ihrer Größe und Segelfläche sind die 65 Meter langen Ausnahme-Yachten “Atlantic”, “Adix” und “Aquarius”.
Das breit gefächerte Feld wurde in vier „konventionelle“ Bucket-Superyachtklassen („Les Gazelles“, „Les Elegantes“, „Les Mademoiselles“ und „Les Grande Dames“), eine Corinthian-Spirit-Klasse ohne Spinnaker (L'Esprit), eine 90-Fuß-Klasse (Les Petites Dames) eine 100-Fuß-Rennklasse (Les Cent Pied) und erstmals “Les Performance Ouvertes” (kombinierte Racing/Cruising-Klasse - sportliche Fahrtenyachten/Cruiser-Racer) unterteilt. Die zwei 100-Füßer, die Wallys „V“ (ex-„Tango“) und „Galateia“, werden in der Bucket Regatta wieder doppelt gewertet: allein in “Les Cent Pied” und dann noch einmal in Kombination mit den drei Superyachten in “Les Gazelles”, der Klasse, die den schnellsten leistungsorientierten Fahrten-Superyachten vorbehalten ist. In dieser Gruppe führt die 67 Meter lange „Hetairos“ das Feld an. Nach einer Pause im Vorjahr will die schnelle Kohlefaser-Ketsch wieder an ihre früheren Erfolge anknüpfen.
Die Aufteilung in die verschiedenen Klassen dient einer möglichst genauen Bewertung nach Leistungsaspekten. Entscheidend für die Klasseneinteilung sind vor allem das Verhältnis von Segelfläche zu Verdrängung sowie die Form des Rumpfes. Dabei wird berücksichtigt, ob es sich um Gleiter oder Verdränger handelt. Auch Informationen über den Konstrukteur und die Werft unterstützen die Wettfahrtleitung bei der Beurteilung. Die Schiffe der Corinthian-Spirit-Klasse segeln ohne Gennaker oder Spinnaker. Grundlage der Bewertung ist das speziell für Superyachten entwickelte ORC-Rating-System ORCsy.
Ein Großteil der Bucket-Flotte beginnt die Rennen im „Känguru-Startverfahren“, was bedeutet, das ein Schiff nach dem anderen zu vorher berechneten Startzeiten über die Linie geht. So wird garantiert, dass die Yachten möglichst dicht beisammen über die Ziellinie gehen und die Spannung steigt.
Spannend wird es auch für eine Reihe neuer Yachten: Erstmals dabei sind unter anderem die 59-Meter-Vitters-Yacht „Maximus“, die 47 Meter lange „Nilaya“ von Royal Huisman und die 33-Meter-„Zemi“ aus Baltic Yachts-Hallen. Neben diesen Debütanten kehren bekannte Namen wie „Rosehearty“, mit Taktiker und America’s Cup-Legende Paul Cayard, sowie „Ravenger“ und „Aquarius“ zurück.
Während der spektakuläre Dynarigg-Dreimaster “Black Pearl” (107 m) diesmal nur als Zuschauerin vor Anker vor Gustavia liegt, wird mit „M5“ der weltweit größte Einmaster aktiv teilnehmen. Gemeinsam mit der neuen 39 Meter langen Swan 128 „Be Cool“ und drei weiteren Yachten startet sie in der sogenannten Corinthian Spirit-Klasse.
Seit einigen Jahren dürfen auch 90-Fuß-Yachten teilnehmen – ein Schritt, der das Feld deutlich breiter gemacht hat. In dieser Kategorie starten 2026 unter anderem „Hummingbird“ und „Freya“.
Die im letzten Jahr etablierte Les Cent Pieds-Klasse bringt mit “V” und “Galateia” zwei Wallycentos an den Start, die wieder für spektakuläre Action sorgen werden. Diese Gruppe richtet sich an besonders leistungsorientierte Slups ab 30 Metern Länge. Sollte der Passat mitspielen, fällt am Donnerstag den 12. März der Startschuss für das erste von drei anspruchsvollen Küstenrennen bei den 100-Füßern.
Drei abwechslungsreiche Regattakurse mit unterschiedlichen Varianten stehen zur Auswahl. Am Freitag den 13. März starten die acht Klassen auf dem Kurs „Around The Island“ und segeln im Uhrzeigersinn um St. Barths herum – die Länge variiert je nach Windstärke zwischen 16 und 25 Seemeilen. An Tag 3 der Bucket-Regatta wartet der navigatorisch anspruchsvollere Kurs „Not so Wiggley“, der die 38 Teilnehmer in verschiedenen Konstellationen um die kleinen Inseln vor St. Barthélemy schickt und 21 bis 27 Seemeilen misst. Am Sonntag, dem 15. März (Tag 3), führt der Kurs „Wrong Way Around“ die Flotte gegen den Uhrzeigersinn um die „Insel der Reichen“.
Obwohl der Wettbewerbscharakter der Bucket in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen hat, ist der ursprüngliche Geist der Veranstaltung lebendig geblieben. Dafür setzen sich nicht nur die Stewards des exklusiven Events – die Werften Royal Huisman und Vitters – mit großem Engagement ein, sondern auch die weiteren Sponsoren und sämtliche Teilnehmer. Keine andere Regatta bietet Eignern eine derart entspannte Atmosphäre im Kreis Gleichgesinnter. Im Mittelpunkt stehen das gesellige Miteinander, stimmungsvolle Dock-Partys und der legendäre Cocktail-Wettbewerb „Yacht-Hop“ an Bord der teilnehmenden Yachten.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv