Das 25 Quadratkilometer kleine Inseljuwel ist, ähnlich wie das Fürstentum Monaco, ein Gigayachtmagnet, der für seinen exklusiven Lifestyle und eine hohe Milliardärsdichte bekannt ist. Die Anfang März stattfindende St Barths Bucket gehört zu den Höhepunkten im Kalender vieler Superyachteigner und lockt Jahr für Jahr die Crème de la Crème der segelnden Riesen über den Atlantik, um sich in entspannter Atmosphäre auf bis zu 30 Seemeilen langen Regattakursen zu messen.
Es ist wahrlich eine Veranstaltung der Superlative. Dabei zählt nicht die Anzahl der gemeldeten Yachten, vielmehr ihre schiere Größe und ihre Segelflächen. Dieses Jahr meldete eine Rekordflotte von 39 Yachten, von denen 33 in neun Klassen an die Startlinie gingen, während sechs Schiffe mit ihren Gästen und Eignern an Bord als Begleityachten nebenher segelten. Die Längen der Yachten variierten von 28 bis 78 Meter und auf raumen Kursen setzte ein knappes Dutzend der Regatta-Riesen Segellaminate mit Flächen von über 4000 Quadratmetern. Mit 78 Metern Länge ist „M5“ die größte Slup der Welt, ihr Großsegel besteht aus drei Sektionen und misst 1557 Quadratmeter. Kommen die Vorsegel und das Code Zero dazu, stehen 4538 Quadratmeter im Wind. Die 60-Meter-Slup „Perseus 3“ beeindruckte die Bucket-Zuschauer mit ihren Gennaker-Manövern, denn das 2600-Quadratmeter-Tuch ist das größte Segel der Welt. Eine 20-köpfige Regatta-Crew kümmert sich um insgesamt 4131 Quadratmeter Segel. Nahezu alle Starter nahmen Profis mit an Bord, was bei den ungeheuren Schot- und Rigglasten die Sicherheit an Bord garantiert. Die Logistik hinter den Regatten sind für die Veranstalter und auch Eigner und Yachtmanager alles andere als trivial. Die Profi-Crews müssen irgendwo an Land unterkommen, was auf dem karibischen Magnet der UHNWI (Ultra High Net Worth Individuals) ganz eigene Schwierigkeiten mit sich bringt.
Das zu den kleinen Antillen gehörende Karibik-Idyll bot im Gegensatz zum schwachwindigen letzten Jahr drei Tage lang perfekte Passat-Bedingungen, einzig am letzten Tag musste die Wettfahrt – sehr zum Bedauern der Eigner und Zuschauer - wegen Starkwind abgesagt werden.
Die Wettfahrten starteten am Donnerstag mit zwei Luv-Lee-Rennen nach IRC-Regeln für die beiden Wallycentos „V“ und „Galateia“ in der „Les Cent Pied“-Klasse und einem optionalen Einzelrennen für den Rest der Superyacht-Flotte, die in folgende Klassen unterteilt segelten: „Les Gazelles“ (6 Teilnehmer), „Les Petites Dames“ (3), „L’esprit-1“ (3), „Les Elegantes“ (3), „Les Mademoiselles“ (4), „L’esprit-2“ (6), „Les Grandes Dames“ (3) und erstmals „Les Goelettes“, die klassischen Schoner (3).
Während bei den Wallycentos die Prolog-Rennen vom Donnerstag für ihre endgültige Regatta-Wertung zählen, galt dies für die anderen Klassen nicht. Gemäß der Bucket-Tradition werden die Gewinner der Superyacht-Klasse anhand der Ergebnisse eines einzigen Küstenrennens pro Tag von Freitag bis Sonntag ermittelt. Das Rennen am Donnerstag diente den XXL-Startern lediglich dazu, in den Rennmodus zu kommen und die Veranstalter konnten so das Interesse an einer möglichen Erweiterung auf eine Serie von vier Rennen für die Superyacht-Klassen in der Zukunft messen. „Für einige Teams war der Donnerstag ohnehin als Trainingstag geplant, daher war es für sie sinnvoll, am Prolog-Rennen teilzunehmen”, sagte Regattaleiter Peter Craig.
Die 100-Fuß-Rivalinnen teilten sich die Siege des Tages. „Galatea“ gewann das Eröffnungsrennen, nachdem sie vorne gestartet war und ihren Vorsprung über vier Etappen hinweg halten konnte. Im zweiten Rennen lieferten sich die beiden an der ersten Luvmarke ein Duell um die Vorwindposition, bevor „V“ an „Galatea“ vorbeizog und schließlich den Sieg holte. „Wir haben auf den Luv-Etappen acht Mal gewendet“, sagte Galatea-Stratege Anthony Kotoun und wies darauf hin, dass dem zweiten Rennen eine fünfte Luv-Etappe hinzugefügt wurde, damit das Ziel in der Nähe des Hafens von Gustavia liegen würde, wo ein Großteil der Regatta-Flotte und auch „Sea Cloud II“ vor Anker lag. Ein spektakuläres Finish war somit auch für die Zuschauer garantiert.
Eine außergewöhnliche Mischung von Ketschen und Slups füllt „Les Gazelles“, die Leistungsklasse für die schnellsten Superyachten der Flotte. Besonders aufmerksam wurde die 65 Meter lange Royal Huisman-Ketsch „Aquarius 2“ beobachtet, um zu sehen, wie sie sich im Vergleich zu ihrer erfolgreichen 56-Meter-Vorgängerin „Aquarius“ schlägt, die bei vergangenen Bucket-Regatten mehrere Preise gewann. Ebenfalls neu dabei war die 2025 gewasserte Swan 128 „BeCool“, die Anfang des Jahres beim RORC Transatlantic Rennen gut abschneiden konnte.
Die 60-Meter-Ketsch „Hetairos“ ist ein regelmäßiger Gast bei der Bucket und ihr Eigner Otto Happel wollte seinen Bucketsieg von 2022 wiederholen, nachdem er im letzten Jahr als Klassensieger abreiste. Dass der von Baltic laminierte Performance-Cruiser die Konkurrenz einschüchtern kann, bewies sie Anfang März beim Round-Antigua-Race im Rahmen der Superyacht Challenge Antigua. Bei 27 Knoten wahrem Wind knackte sie den Rekord für die knapp 50 Seemeilen lange Inselumrundung um 12 Minuten und ging nach 3 Stunden und 46 Minuten über die Ziellinie. Mit ihrer konstanten Performance sicherte sie sich den Gesamtsieg bei der Antigua Superyacht Challenge.
Die ausschließlich aus Slups bestehende „Les Elegantes“-Klasse zeichnet sich durch ein außergewöhnlich enges Ratingband aus – nur acht Sekunden pro Meile liegen die drei Starter berechnet auseinander –, das spannende Wettfahrten garantiert. Zu den Favoriten gehörte „Linnea Aurora“, die ebenfalls die Superyacht Challenge Antigua mitsegelte und in ihrer Klasse dominierte.
In der Klasse „Les Mademoiselles“ sind die Yachten ähnlich bewertet und vergleichbar in der Länge, allerdings müssen ihre Genuas aufgrund von fest installierten Stagsegeln beim Wenden gefurlt werden, was die Manöver deutlich langsamer macht. Die Slup „Whisper“, Klassensiegerin im letzten Jahr, zählte zu den Favoriten aus diesem Kreis. „Im Laufe der Jahre hatten wir großartige Regatta-Momente bei den Bucket-Rennen“, sagte Simon Davison, Kapitän der „Whisper“. „Es gab einige Wettfahrten, bei denen die Passatwinde richtig durchkamen und die Kurse karibisches Traumsegeln erlaubten: lange Strecken und enge Rennen in den einzelnen Klassen. Nach mehreren zweiten Plätzen wollen wir dieses Jahr auf dem Podium ganz nach oben.“
Bei den „Les Grandes Dames“ waren drei Yachten von Perini Navi vertreten, die die größeren, etwas trägeren Yachten der Bucket-Flotte repräsentieren. Mit einer Länge zwischen 46 bis 59 Metern und einer Verdrängung zwischen 350 und 560 Tonnen sind es die schwersten Formate der Regatta, aber dennoch außergewöhnliche Beispiele für herausragenden Yachtbau. „Rosehearty“ und „Perseus 3“ sind Bucket-Veteraninnen, während „The Aquarius“ nach einer längeren Pause zurückkehrt.
Zusätzlich zu diesen vier „konventionellen“ Superyacht-Klassen umfasste die diesjährige Bucket-Flotte zwei Corinthian Spirit-Klassen („L’esprit-1“ und „L’esprit-2“), in denen die Yachten ohne Gennaker oder Spinnaker segeln, die Dreimastschoner („Les Goelettes“) und die 90-Füßer („Les Petites Dames“) die alle nach den Superyacht-Regattaregeln ORCsy gewertet werden. Die zwei 100 Fuß langen Wallycentos segelten nach IRC.
Alle drei Yachten der 90-Fuß-Klasse „Les Petites Dames“ sind leistungsstarke Cruising-Slups aus Nautor-Hallen und mit Linien von Germàn Frers. “Hummingbird“, gewann im letzten Jahr die Klasse und schielte dieses Jahr auf den Gesamtsieg.
Die Flotte der Corinthian Spirit war dieses Jahr groß genug, um eine Unterteilung in zwei Klassen zu rechtfertigen: „L'esprit-1“ für kleinere Yachten und „L'esprit-2“ für die größten Starter. Getreu dem Ethos des Bucket segeln die Corinthian-Teams in freundschaftlicher Atmosphäre, in der der Wettkampf zwar ambitioniert, aber nicht verbissen ist. Anstelle von Gennakern setzen einige der Yachten furlerbare Code Zeros, wodurch kleinere Regattacrews benötigt werden. Ein Blickfang in „L'esprit-1“ ist die Slup „Symmetry“. Eigner Abbott Brown segelte die Yacht vor 20 Jahren zum ersten Mal bei der Bucket und hat seitdem an 13 Ausgaben der Regatta in verschiedenen Klassen teilgenommen. „Die Bucket hat für mich immer einen besonderen Stellenwert“, sagte Brown, der 2023 in die entspanntere Corinthian-Klasse wechselte und im letzten Jahr die Auszeichnung „Best Overall Starter“ der Regatta erhielt. „Ich liebe die Corinthian-Gruppe, in der wir segeln, viele der Crews sind über die Jahre zu guten Freunden geworden.“
Während die Teilnehmer der „L'esprit-1“ alle von Frers entworfene Slups mit einer Länge von rund 30 Metern sind, umfasst die „L'esprit-2“ eine Mischung aus Slups und Ketschen mit einer Länge von 43 bis 78 Metern.
Tag zwei der Regatta brachte Passatwinde mit 16 bis 17 Knoten unter meist blauem Himmel, die den 33 Superyachten einen spektakulären Renntag bescherten. Das Erkennen der Winddreher war entscheidend für die neun Klassen, die Varianten des klassischen „Around the Island“-Kurses segelten, der eine St Barth-Rundung entgegen dem Uhrzeigersinn vorsieht. „Wir hatten einen Plan und haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Mike Toppa, Taktiker an Bord der 56 Meter langen „Rosehearty“, die auf der 16,8 Seemeilen langen Strecke die „Grande-Dames-Klasse“ gewann. „Drei Boote vor uns starteten auf Steuerbord, aber wir wollten beim Startschuss auf Backbord sein, um die Wendemanöver zu minimieren. Von da an konzentrierten wir uns darauf, das Boot schnell zu halten – niemals zu hart kneifen, um eine Wendemarke zu erreichen – und legten den Schwerpunkt auf Trimmen, Steuern und das Einschätzen des Windes bis zum Ziel.“
Toppa schrieb der Vordeckcrew eine der herausragenden Manöver des Tages zu. „Wir führten eine Halse und das Einholen des riesigen Spinnakers gleichzeitig durch, was man auf einer Superyacht unseres Kalibers nicht oft sieht“, sagte er. Die Zweitplatzierte „Perseus 3“ überquerte die Ziellinie vier Minuten und 17 Sekunden hinter Rosehearty. Als sich die beiden Boote am Dock wieder trafen, spendete die Crew der „Perseus 3“ ein herzliches „Hipp, hipp, hurra“ als Anerkennung für „Roseheartys“ hervorragend gesegeltes Rennen. Noch enger war der Kampf in der aus sechs Booten bestehenden Klasse „Les Gazelles des Mers“, die 21,4 Seemeilen segelte und ein spannendes Finale unter drei Ketschen bot. „Es war ein außergewöhnliches Fotofinish zwischen „Aquarius“, „Hetairos“ und uns … genau so, wie eine Regatta sein soll“, kommentierte Tony Rey, Taktiker an Bord der siegreichen 59-Meter-Vitters „Maximus“. „Maximus“ überquerte die Ziellinie nur 30 Sekunden vor „Aquarius“ und 48 Sekunden vor der drittplatzierten „Hetairos“. Erstaunlich, nach über 21gesegelten Seemeilen.
Die einzelnen Startzeiten werden so gestaltet, dass alle Yachten einer Klasse gemeinsam ins Ziel kommen (im Gegensatz zur gesamten Flotte), wobei die Zieleinläufe der Klassen aus Gründen der Rennsicherheit gestaffelt sind. So startete dieses Jahr die berechnet langsamste Yacht der Flotte „The Aquarius“ eine Stunde und 32 Minuten vor der Schnellsten („Hetairos“). Die Abstände zwischen den einzelnen Klassen hängen von den Kursen, der Windstärke und der Klassenzusammensetzung ab. Diese Praxis hat sich nicht nur im Hinblick auf sichere Rennen bewährt, sondern auch im Hinblick auf faire Rennen, da sich so verschiedene Klassen auf dem Regattakurs nicht in die Quere kommen und gegenseitig ausbremsen.
Auch wenn der Wettkampfgedanke der Bucket im letzten Jahrzehnt deutlich zugenommen hat, der Geist der Veranstaltung bleibt erhalten. Dafür kämpfen nicht nur die Stewards des exklusiven Events (die Werften Royal Huisman und Vitters), sondern auch die alle Teilnehmer. Keine andere Veranstaltung bietet Eignern solch eine entspannte Atmosphäre unter ihresgleichen. Der Fokus liegt auf karibischem Segelspaß, geselligem Beisammensein und rauschenden Dock-Partys.
Auch in der Klasse „Les Petites Dames“ ging es eng zu. „Hummingbird“ holte sich nach einem hart umkämpften Rennen den Sieg mit nur 18 Sekunden Vorsprung vor „Freya“. „Es war ein wirklich spannendes Rennen“, sagte Navigator Ben Saxton. „Freya“ startete dreieinhalb Minuten vor „Hummingbird“, doch Hummingbird holte den Rückstand auf der ersten Vorwindstrecke auf. „Sie kam auf der Rückseite der Insel wieder näher. Für uns ging es vor allem darum, vorauszuplanen und auf schnelle Segelwechsel vorbereitet zu sein.“ „Adix“ gewann Les „Goelettes des Mers“, die erste reine Schonerklasse der Veranstaltung.
In „Les Cent Pied“ wechselten „V“ und „Galateia“ auf der längsten Strecke (25 Meilen) des Tages die Führung, bevor sich schließlich „V“ durchsetzte. In „Les Élégantes“ segelte „Geist“ ein bemerkenswert sauberes Rennen und gewann mit 6 Minuten und 20 Sekunden Vorsprung vor „Linnea Aurora“. Titelverteidiger „Whisper“ holte sich erneut den Sieg in „Les Mademoiselles“ und signalisierte damit, dass sie wieder die Yacht sein könnte, die es zu schlagen gilt. „Inukshuk“ und „Melek“ gewannen L’Esprit-1 und L’Esprit-2, wobei „Melek“ zudem den besten Start des Tages erzielte und bei Null über die Linie ging.
Die Feierlichkeiten am Abend umfassten die Preisverleihung im Regatta-Village, gefolgt von einer Crew-Happy-Hour an der angrenzenden Bucket Bar und einer ausgelassenen Party mit Live-Musik.
Stärkere Winde – mit Geschwindigkeiten von 18 bis 20 Knoten auf der Nordseite der Insel – führten zu längeren Strecken und einer Vorwindstrecke unmittelbar nach dem Start, was präzises Teamwork beim Setzen der riesigen Spinnaker erforderte. Das im Uhrzeigersinn verlaufende „Wrong Way Around“-Rennen führte die Flotte entlang der Felsen vor der Insel und bot sowohl Chancen als auch Tücken.
In der „L’esprit de la Mers-1“ (Corinthian Spirit) setzte sich „Onyx“ nach dem 21,5-Meilen-Rennen an die Spitze der Wertung und kam 1:10 Minute vor dem Spitzenreiter des Vortags „Inukshuk“ ins Ziel. „Es war ein Schock für uns, gestern geschlagen worden zu sein, daher wussten wir, dass wir es heute bei diesen Traumbedingungen besser machen müssen“, sagte Onyx-Taktiker Mitch Booth. Während es Booths 12. Bucket ist, ist es für die Eignerin und Steuerfrau die erste Teilnahme. „Sie hat einen Riesenspaß“, fügte Booth hinzu. „Die Corinthian-Klasse ist eine großartige Möglichkeit, jemanden an den Sport heranzuführen: einfacheres Segeln, weniger komplexe Segelmanöver und damit mehr Segelspaß. Vielleicht steigen wir eines Tages auf Spinnaker um.“
In der Klasse „L’esprit-2“ (Corinthian Spirit) überholte „M5“, die weltgrößte Slup mit ihrem 89-Meter-Mast den gestrigen Spitzenreiter „Melek“ auf den letzten 200 Metern des 21,5-Meilen-Rennen und glich damit den Punktestand in der Klasse auf jeweils drei Punkte aus. „Wir kennen St Barths von früheren Regatten, aber man muss darauf achten, wie sich der Wind rund um die Insel verhält“, sagte „M5“-Taktiker Andrea Visintini. Da das Team aufgrund eines Problems mit der Genua nur mit Groß- und Stagsegel an den Start ging, wurden die Manöver auf ein Minimum reduziert. „Jede Wende und Halse kostet Zeit, weswegen wir sehr vorausschauend segeln und auf unnötige Manöver verzichten. Unser Eigner steuert das gesamte Rennen, was den Corinthian-Geist des Segelns auf diesen Riesenyachten ausmacht.“
In der Klasse „Les Gazelles des Mers“ wendete sich das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen drei Ketschen dramatisch. „Hetairos“ rückte vom dritten auf den ersten Platz vor, „Aquarius“ behielt den zweiten Platz, und der gestrige Sieger „Maximus“ rutschte auf Rang drei ab. Die drei Schiffe liegen nun mit jeweils vier Punkten gleichauf.
Bei den „Les Petites Dames“ (90-Fuß-Yachten) schlug „Freya“ den Spitzenreiter „Hummingbird“ um 32 Sekunden und geht damit punktgleich mit drei Punkten in das letzte Rennen. In der Klasse „Les Grandes Dames“ zeigte „Perseus 3“ starke Geschwindigkeiten sowohl am Wind als auch auf den raumen Kursen und holte den Vortagessieger „Rosehearty“ auf der letzten Vorwindstrecke des 21,5-Meilen-Kurses ein. Ein spätes Problem mit der Spinnaker-Schot an Bord von „Rosehearty“ sicherte „Perseus 3“ den Sieg. In der Klasse „Les Cent Pieds“ blieb „V“ nach drei Wettfahrten an der Spitze und führt mit 4 zu 7 Punkten vor „Galatea“.
Der Schoner „Adix“ setzte ihre Siegesserie in der Klasse „Les Goelettes des Mers“ fort und verbuchte insgesamt zwei Punkte gegenüber vier Punkten von „Atlantic“. Bei den „Les Mademoiselles des Mers“ feierte „Whisper“ einen zweiten souveränen Sieg und führte mit zwei Punkten Vorsprung vor „Aurelius“. Auch Bucket-Neuling „Geist“ behielt in der Klasse „Les Élégantes des Mers“ eine makellose Bilanz, obwohl Navigator Graham Sunderland betonte, dass die Siege alles andere als leicht waren. „Wir kämpfen um jeden Meter“, sagte er.
Das mit Spannung erwartete entscheidende Rennen vor der Küste von St Barths fand am letzten Tag nicht statt, da der Wind so stark wehte, dass die Organisatoren gezwungen waren, den dritten und letzten Tag des Bucket-Rennens abzusagen. Somit galten für die 33 Superyacht-Teams in neun Klassen die Ergebnisse des letzten Regattatages.
„Es war enttäuschend, dass das letzte Rennen nicht stattfinden konnte, aber es war die einfachste Entscheidung, die ich in meinen 18 Jahren in dieser Funktion getroffen habe“, sagte Eventleiter Peter Craig. „Die Windgeschwindigkeit lag bei 22 Knoten mit Böen von bis zu 35 Knoten. Der Seegang verschlechterte sich an den wichtigsten Wendemarken zunehmend und dioe Bedingungen hätten sich erst am späten Nachmittag gebessert.“ Der erfahrene Regattaleiter diverser Superyacht-Regatten fügt hinzu: „Es war ein Praxistest, ob wir die St Barths Bucket in Zukunft zu einer viertägigen Veranstaltung machen sollten. Die Antwort ist eindeutig: ja.“
In der stark besetzten „Les Gazelles des Mers“-Klasse mit sechs Teilnehmern wurde Titelverteidiger „Hetairos“ mit der Bucket Trophy ausgezeichnet, einem begehrten Preis, den das Team bereits 2022 gewinnen konnte. „In einer hart umkämpften Klasse mit drei stark segelnden Performance-Ketschen, die sich permanent pushen, sind wir überglücklich über unseren Bucket-Sieg“, kommentierte Hetairos-Taktiker Cameron Appleton. „Das war Superyacht-Segeln vom Feinsten.“
„Perseus 3“ (Les Grande Dames), „Freya“ (Les Petites Dames), „Onyx“ (L‘esprit de la Mers -1) und „M5“ (L‘Esprit de la Mers-2) befanden sich alle in derselben Situation wie „Hetairos“: punktgleich und schließlich auf dem ersten Platz ihrer Klasse. Was die Absage angeht, sagte „Perseus 3“-Taktiker und Segellegende Paul Cayard: „Es sind Riesenyachten mit enormen Schotlasten, von daher war es klug, die Sicherheit vor den Wettkampf zu stellen. Auch wenn wir alle gerne gesegelt wären.“ Dem konnte Profisegler Arno Böhnert nur zustimmen. Er segelte die Bucket-Rennen als Steuermann der 100-Fuß-Swan „L’Hippocampe“. „Alle hier teilnehmenden Schiffe sind Cruisingyachten, die nur hin und wieder zum Regattasegeln benutzt werden. Bei um die 30 Knoten Wind ist die Gefahr von Bruch und Verletzungen einfach zu groß. Vom Chaos im Interieur mal ganz abgesehen.“ Terry Hutchinson, Taktiker der „Whisper“, unterstützt die Entscheidung der Regattaleitung ebenfalls: „Wir waren froh, heute nicht segeln zu müssen. Diese großen Schiffe können sehr schnell unberechenbar werden.“
Die Absage der letzten Wettfahrt beeinträchtigte die Abschlusszeremonie auf dem Platz vor dem Hôtel de la Collectivité in Gustavia nicht im Geringsten. Wie gewohnt feierten sich die Crews und Eigner gegenseitig als der Gewinner der Bucket Trophy, die Klassensieger und die Empfänger der Sonderpreise bekannt gegeben wurden und im Rampenlicht auf die Bühne traten.

Chefredakteur YACHT und BOOTE Exclusiv