Clipper-RaceNeuer Bettenbomber für Jedermann-Weltregatta

Fridtjof Gunkel

 · 16.01.2026

Das Vorschiff fällt sehr voluminös aus, wie es heute Usus ist
Clipper RX | Illustrationen: Clipper Ventures
Zwei Cockpits mit Dodgern, modernes Rumpfdesign, reichlich Kojen: Der englische Regattavermarkter Clipper Ventures stellt die neuen Einsatzboote vor.

​Präsentation in Halle 15, Stand C 23

Mit den Einheitsbooten segeln zahlende, von Clipper trainierte Amateure unter einer fachkundigen Schiffsführung in Etappen um die Welt (YACHT berichtete). Die neuen Boote der vierten Generation repräsentieren die 30jährige Erfahrung zahlreicher Weltumsegelungen und das feedback der rund 7000 Mitsegler seit der ersten Auflage des Rennens, das die britische Hochsee-Ikone Robin Knox-Johnston gegründet hat. Der war immerhin der erste Mensch, der nonstop und alleine um die Weltr gesegelt ist. Die zwölf Boote starke neue Flotte soll für das nächste Rennen eingesetzt werden, welches das Clipper Round the World Race in die vierte Dekade führt. Das neue 72 Fuß große Boot, die Clipper RX, zeichne sich durch ein sehr seegängiges Design mit herausragenden Sicherheits-Features aus, ebenso eine starke Performance sowohl am Wind als auch raumschots, so der Veranstalter.

Zwei Cockpits, zwei Dodger, zwei Niedergänge

Auffällig sind die beiden Dodger vor dem Steuer-und dem Arbeitscockpit, die der Wache besten Schutz liefern sollen. Darunter liegen zwei Niedergänge, was ebenfalls der Sicherheit diesen soll, da so lange Wege an Deck entfallen. Im Gegensatz dazu steht ein anderes Feature. Das Vordeck ist aufgrund der voluminösen Bugsektion sehr breit, auch im Bereich des Vorstags. Das soll die Vorsegelwechsel erleichtern; die Clipper-Boote sind mit Stagreitern an den Vorlieken unterwegs und verzichten auf Rollreffanlagen. Unter Deck ist das Boot insbesondere mit Kojen vollgestopft. Rund zehn der Krängung anpassbare Pritschen pro Seite sind vorgesehen.

Material aus England, Bau in China, Einsatz weltweit

Die beiden Ruder sind am Spiegel angehängt und können hochgeklappt werden. Dadurch sind sie einfacher zu reparieren und können bei UFO-Kontakt nach oben klappen. Am Heck hängen auch zwei Hydrogeneratoren. Gebaut werden die Clipper- Boote in China aus Schaumsandwich mit Vinylesterharz in Vakuum-Injektion. Das Grundkonzept wurde von Fish Marine Design-Composites (MDC) mit Sitz in Hampshire zu einer finalen Konstruktion weiterentwickelt, die Rumpflinien stammen vom britischen Konstrukteur Nigel Irens. Der sagt: “Es ist sehr unüblich auf Grundlager so vieler Informationen und feedback ein Boot konstruieren zu können.”

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

​William Ward, Mitbegründer und CEO von Clipper Ventures: „Ich bin sehr stolz darauf, was wir in den letzten 30 Jahren erreicht haben und wie wir das Unternehmen trotz einiger großer Herausforderungen – von Wirtschaftskrisen bis hin zur globalen Pandemie – stetig vorangebracht haben. Heute veranstalten wir das weltweit führende Event seiner Art, das internationale Teilnehmer anzieht, die ein lebensveränderndes Abenteuer suchen. Die Erfahrung, die wir gesammelt haben, ist außergewöhnlich und wurde in diese bedeutende Investition in eine neue Flotte einfließen lassen, die uns durch unser viertes Jahrzehnt begleiten wird. Wir haben in den letzten 20 Jahren eine starke Partnerschaft mit Qingdao in China aufgebaut, wo wir unsere neueste Flotte nach höchsten Qualitätsstandards zu global wettbewerbsfähigen Preisen bauen.“

40.000 Seemeilen, 8 Etappen, 15. Auflage geplant

Derzeit läuft das Rennen 2025/26 über 40.000 Seemeilen, aufgeteilt in acht Etappen, das im August vergangenen Jahres in Portsmouth/England gestartet ist. Es ist bereits die 14. Auflage des Formats. Die Flotte soll voraussichtlich zur 15. Ausgabe zum Einsatz kommen, die nach derzeitigen Plänen im Spätsommer 2027 starten soll.

Technische Daten Clipper RX

  • Gesamtlänge 22 m
  • Breite 5,75 m
  • Tiefgang 3,2 m
  • Masthöhe 30,5 m
  • Gewicht 40 t

Mehr zum Rennen

Meistgelesen in der Rubrik Yachten