Steiner Nautic30er Schärenkreuzer aus den Voralpen

Fridtjof Gunkel

 · 27.06.2026

Bild 1
Foto: Steiner Nautic
30er Schärenkruzer von Steiner Nautic
Die Steiner Werft in Mattsee bei Salzburg hat einen neu interpretierten 30er Schärenkreuzer nach Konstruktion von Dr. Robert Mayr gebaut und dabei die klassischen Eigenschaften mit modernem Sandwichbau verbunden.

Themen in diesem Artikel

Steiner Nautic aus Mattsee hat eine Neukonstruktion in der über 100 Jahre alten Schärenkreuzer-Klasse realisiert. Das schwedische technische Komitee des SSKF hat den Entwurf freigegeben und den Bau zusammen mit dem österreichischen Vermesser Andreas Czerny begleitet. Die Werft arbeitet seit fünf Generationen im Bootsbau. Das Spektrum reicht von traditionellen Klinkerbooten über formverleimte Konstruktionen bis zu Carbon-Sandwich-Elektrobooten. Diese Bandbreite ermöglicht den Bau in Kleinserien für Kunden mit speziellen Anforderungen.

Anforderungen und Konzept

Das Lastenheft forderte einen Daysailer mit Küstentauglichkeit und Trailerfähigkeit. Zwei Personen sollen bequem übernachten können. Bei Bedarf bietet das Boot weitere Schlafplätze im Vorschiff und unter einer Cockpitpersenning. Die Segeleigenschaften sollen Regattaeinsätze ermöglichen. Die Wahl fiel auf einen 30 Quadratmeter Schärenkreuzer. Diese Größe gehört neben den 22er und 40er Schären zu den international am weitesten verbreiteten Klassen. Die Klassenvorschriften des schwedischen Verbands SSKF definieren seit 1908 die Konstruktionsparameter. Das wirkt sich positiv auf die Wertbeständigkeit aus.

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Konstruktion und Bauweise

Der Rumpf entsteht als Sandwichkonstruktion mit Red Cedar Kern. Die Werft verarbeitet uni- und bidirektionale Gelege mit Epoxidharz unter Vakuum. Die Wandstärke beträgt 18 Millimeter. Bodenwrangen und Schotten steifen den Rumpf aus. Im Sichtbereich erhält der Rumpf eine Mahagoni-Längsfurnierung für Vollholzoptik. Das Deck besteht aus glasfaserverstärktem Sandwich mit Balsaholz-Kern. Teakholz belegt die Oberfläche. Die Gesamtstärke liegt bei 18 Millimetern. Decksbalken unterstützen die Konstruktion. Der Aufbau verwendet 16 Millimeter Bootsbausperrholz mit Dachbalken. Das Vakuumverfahren sichert eine gute Materialverbindung und einen hohen Faseranteil. Der druckfeste Red Cedar Kern trägt zur Steifigkeit bei. Die Kombination aus modernen Werkstoffen und traditioneller Optik prägt das Erscheinungsbild.

Abmessungen und Segeleigenschaften

Die Länge über alles des Schärenkreuzers beträgt 11,3 Meter bei 2,35 Meter Breite. Die Wasserlinie misst unbeladen 8,09 Meter. Der Tiefgang liegt bei 1,59 Meter. Das Gewicht beläuft sich auf 2.310 Kilogramm. Der Mast ragt 12,5 Meter über Deck. Die namensgebende vermessene Segelfläche beträgt klassenkonform 30 Quadratmeter. Am Wind stehen tatsächlich rund 51 Quadratmeter Segelfläche zur Verfügung. Spinnaker gibt es ab 75 Quadratmeter. Die Freibordhöhe misst am Bug 0,81 Meter und am Heck 0,65 Meter. Das tiefe Cockpit bietet Sicherheit. Das Achterdeck umfasst rund 5,5 Quadratmeter nutzbare Liegefläche. Zwei große Kojen im Innenraum ermöglichen komfortables Übernachten. Der klassische Langkieler soll sich laut Konstrukteur agil segeln lassen.

Rigg und Ausstattung

Rimmele Rigg Service aus Immenstaad liefert das Rigg. Die Basis bildet ein Aluminium-Mastprofil von John-Masten. Die Konstruktion sieht zwei Salinge vor. Raudaschl Nautic aus St. Wolfgang fertigt die Segel. Die Firma vertritt Doyle Austria.

Qualitätskontrolle und Vermessung

Das technische Komitee des SSKF prüft die Konstruktion des neuen Schärenkreuzers auf Einhaltung der Klassenvorschriften. Die Kontrolle umfasst die Vermessungswerte und die Festigkeit. Die Bauausführung muss das in den Klassenvorschriften beschriebene Referenz-Baubesteck erreichen. Die Verformungen unter Last dürfen nicht größer ausfallen. Während des Baus kontrolliert das Komitee zusammen mit dem österreichischen Vermesser die konstruktionskonforme Umsetzung. Nach Fertigstellung erfolgt die Vermessung durch einen vom ÖSV anerkannten Vermesser. Die Registrierung läuft über das ÖSV-Yachtregister als 30er Schärenkreuzer.

Fertigstellung und Einsatz

Das Boot eignet sich als entspannter Daysailer mit Übernachtungsmöglichkeit. Die Klassenzugehörigkeit ermöglicht Regattaeinsätze. Die internationale Verbreitung der 30er Schären bietet Wettbewerbsmöglichkeiten. Die Trailerfähigkeit erweitert die Einsatzgebiete. Die Kombination aus traditioneller Klassenvorschrift und moderner Konstruktion spricht Segler an, die Wert auf Besonderes legen. Die Werft positioniert das Boot für Eigner mit Faible für klassische Linien und zeitgemäße Bauqualität.

Technische Daten 30er Schärenkreuzer “Lizza”

  • Länge über alles: 11,30 m
  • Länge Wasserlinie: 8,09 m
  • Breite über alles: 2,35 m
  • Tiefgang: 1,59 m
  • Gewicht: 2,31 t
  • Rumpf Glasfaserverstärkter Sandwich mit Red Cedar Kern
  • Epoxidharz unter Vakuum verarbeitet
  • Wandstärke: 18 mm
  • Mahagoni-Längsfurnierung im Sichtbereich
  • Aussteifung durch Bodenwrangen und Schotten
  • Deck: Glasfaserverstärktes Sandwich mit Balsaholz-Kern
  • Teakholz-Belag
  • Vermessene Segelfläche: 30,00 m²
  • Tatsächliche Segelfläche am Wind: ca. 51,00 m²
  • Spinnaker: ab 75,00 m²

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Fridtjof Gunkel

Fridtjof Gunkel

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Fridtjof Gunkel, geboren auf Helgoland, startete dort seine Segelkarriere im Opti und stieg schnell auf Kielboote um. Admiral’s Cup, Weltmeisterschaften und weitere internationale Regatten sowie eine Teilnahme im Whitbread Round the World Race Race waren seine prägenden seglerischen Stationen, ebenso wie ausgedehnte Fahrtentörns in Europa und Übersee. Bei der YACHT ist er bereits seit 1985. Er segelt privat einen Performance/Cruiser mit Liegeplatz an der Ostseeküste, seine Lieblingsreviere sind die schwedischen Schären und die Bretagne.

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