Klassiker als NeubauHansa-Jolle und Langkieler im Selbstbau

Morten Strauch

 · 08.03.2024

Schwimmt und steht gut im Lack:  Thieles Hansa-Jolle nach ihrer  Jungfernfahrt in den Niederlanden
Foto: YACHT/M. Strauch
Mit dem Bau einer Hansa-Jolle hat sich Wolfram Thiele einen Traum erfüllt. Er digitalisierte die alten Pläne und arbeitete mit modernsten Methoden, um das Holzboot unsterblich zu machen. Nun begibt er sich erneut ans Werk

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Es ist bitterkalt, als sich Ende November das Tor zu dem kleinen Hallenableger öffnet, in dem sich ein lang gehegter Lebenstraum erfüllt hat. Das kleine Gebäude befindet sich auf dem Gelände eines Gartenbauers bei Bonn, und nichts deutet zunächst darauf hin, dass hier klassische Yachten neu aufgelegt werden.

In einem roten Arbeitsoverall begrüßt uns der schmächtige, beinahe zerbrechlich wirkende Wolfram Thiele. Der erste Eindruck täuscht jedoch, beim Händedruck spürt man die trainierten Arme des ehemaligen Bundesligaturners. Vor zwei Jahren ist der 68-Jährige noch deutscher Seniorenmeister geworden.

Ein Rettungsboot wurde zum Langkieler

Die Tugenden eines erfolgreichen Turners – Fleiß, Ausdauer und Akribie – bringt er auch in seine Bootsbauprojekte ein, und zwar schon seit rund 45 Jahren. „Mein erstes Boot habe ich als junger Student gebaut, und es segelt heute noch“, erzählt Thiele, während er sein Stirnband zurechtzupft. Auch in der Halle ist es ungemütlich kalt. 1978 entdeckten Thiele und ein Freund ein völlig heruntergekommenes Rettungsboot am Stichkanal Hannover-Linden. Für damals 1.000 Mark kauften sie es und träumten davon, einmal um die Welt zu segeln.

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Fünf Jahre lang bauten die Studenten an dem Acht-Meter-Schiff, das ursprünglich gar nicht als Segelboot konzipiert worden war. Sie setzten einen Langkiel unter den Holzrumpf und einen Mast aufs Deck – ohne jegliche Vorerfahrung. Ihr Motto war Learning by Doing. Als angehender Ingenieur half Thiele sein mathematisches Verständnis, um Biegemoment- oder Stabilitätsberechnungen anstellen zu können. „Selbstverständlich haben wir viel Lehrgeld bezahlt, aber die gesammelten Erfahrungen sollten mir viele Jahre später zugutekommen“, erinnert sich der gebürtige Hannoveraner.

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“Pina” segelt auf Nordsee, Ostsee und dem Ärmelkanal

Nach dem Stapellauf 1983 steigt der Freund aus dem gemeinsamen Projekt aus. Thiele trailert die „Pina“ nach Fehmarn, um mit ihr in den folgenden zwei Jahrzehnten immer wieder zu ausgedehnten Ostseetörns aufzubrechen. Beruflich verschlägt es ihn erst nach Stuttgart, später dann nach Bonn. Trotz der nun längeren Strecke fährt er weiterhin so oft es geht zu seinem geliebten Boot.

Ihre Seetüchtigkeit beweist „Pina“ unter anderem auf langen Schlägen zum Åland-Archipel oder zu den Koster-Inseln an Schwedens Westküste. Schließlich wird sie in die Niederlande ans Grevelingenmeer verholt, um die nächsten 20 Jahre Nordsee und Ärmelkanal zu besegeln.

Der Traum: ein klassisches Holzboot bauen

Thieles Sehnsucht nach einer Weltumsegelung verflüchtigt sich mit den Jahren, dafür gerät ein neuer Traum in seinen Fokus: ein klassisches Holzboot zu bauen. Dieses Mal allein und von Anfang an. Doch Thiele ist auch Realist und sich bewusst, dass dafür viel Zeit erforderlich ist. „Nebenbei kann man so ein Projekt nicht durchziehen“, sagt er rückblickend. „Entweder leidet die Qualität oder die Familie. Da haben sich schon so manche Hobby-Bootsbauer verrannt.“ Also wartet er geduldig, bis die Rente in Sichtweite kommt.

Entweder leidet die Qualität oder die Familie”

Der Startschuss für sein großes Vorhaben erfolgt 2017. „Ich hatte mich früh auf eine Hansa-Jolle festgelegt. Die ist nicht nur wunderschön, sondern auch praktisch, weil sie trailerbar ist. Zudem gibt es eine aktive Klassenvereinigung. Das sah ich als Vorteil, um beispielsweise Erfahrungen austauschen zu können.“

Die Hansa-Jolle ist eine Augenweide geworden

Behutsam zieht Thiele die Abdeckplane von der 2020 fertiggestellten Neuauflage des deutschen Klassikers. Selbst im harten Licht der Baustrahler ist die Hansa-Jolle eine Augenweide. Der Blick wandert vom Cockpit über den makellos gelackten Rumpf und bleibt beim Flanschmotor zwischen Kiel und Ruderblatt hängen. „Ob Innen- oder Außenborder, Verbrennermotoren finde ich nicht mehr zeitgemäß. Viel zu laut und schmutzig!“, erklärt er.

Da der pensionierte Elektroingenieur binnen wie buten segeln möchte und auf immer mehr Seen die Verbrenner verbannt werden, eine vorausschauende Entscheidung. Gekocht wird ebenfalls elektrisch, und es gibt einen 230-Volt-Anschluss.

Überhaupt wurde das gesamte Bauprojekt von Anfang bis Ende systematisch durchgeplant. Beim Studieren der großformatigen Original-Konstruktionspläne stellt Thiele seinerzeit fest, dass diese nicht nur unübersichtlich sind, sondern auch unvollständig. So fehlen etwa Zwischenspanten und Maßangaben. Die für den Bau jedoch erforderlichen Maße hätten in einer aufwändigen Schnürbodenarbeit ermittelt werden müssen.

„Dafür wäre es erforderlich gewesen, den gesamten Linienriss im Maßstab 1:1 auf den Hallenboden zu zeichnen. Senkrecht dazu die gewünschten Spantpositionen, um die Maße an den Schnittpunkten abzumessen. Dieses Verfahren ist jedoch sehr fehleranfällig, was im Nachhinein fast zwangsläufig zu aufwändigen Anpassungsarbeiten am Innenrumpf führt.“

Einen Winter dauert die CAD-Zeichnung

Also setzt sich der pensionierte Ingenieur einen Winter lang vor seinen Computer und zeichnet erst jedes einzelne Bauteil und schließlich die komplette Konstruktion mit Hilfe eines CAD-Programms. Der Clou daran: Alle erforderlichen Schritte der Schnürbodenarbeit können nun bequem und hochpräzise am PC durchgeführt werden. Den digitalen Spantenriss druckt Thiele auf je ein DIN-A0-Papier für die Backbord- und Steuerbordseite und klebt sie anschließend im Originalmaßstab auf einer Arbeitsplatte wieder zusammen. Auf diese Weise lassen sich sämtliche Spanten und ebenso alle weiteren Bauteile wie Bodenwrangen, Schotten oder Decksbalken passgenau anfertigen, ohne dass er später am Boot mühevoll nacharbeiten muss.

Lamellierung von Spanten auf einem Spantenriss im Maßstab 1:1Foto: YACHT/M.StrauchLamellierung von Spanten auf einem Spantenriss im Maßstab 1:1

Das wohl größte Problem des klassischen Schwertkielers ist die notorische Undichtigkeit des Schwertkastens, der sich unterhalb der Wasserlinie befindet. Um dieses Manko langfristig zu eliminieren, hat sich Thiele eine intelligente Lösung ausgedacht: Das Schwertfall kommt nicht wie ursprünglich vorgesehen vertikal, sondern seitlich aus dem Kasten heraus. Danach läuft es in einem dünnen Rohr bis unter die Deckskante, wo es umgelenkt und auf eine Talje geführt wird, die vom Rudergänger bedient werden kann. Diese Konstruktion ist nicht nur absolut wasserdicht, sondern sie macht zudem den sonst üblichen Dom im Cockpit überflüssig, der den Einstieg in die Kajüte behindert.

Die Hansa-Jolle soll 200 Jahre lang schwimmen können

Auch auf den klassischen Spanten- und Plankenbau verzichtet der passionierte Bootsbauer, um den Rumpf dauerhaft vor Feuchtigkeit zu schützen. „Der heutige moderne Holzbootbau ermöglicht es, ein Schiff zu bauen, das bei entsprechender Pflege länger als jedes GFK-Boot hält. Ich bin mir sicher, dass meine Jolle auch noch in 200 Jahren schwimmen kann – und zwar ohne aufwändige Restaurierungsarbeiten.“ Thiele entscheidet sich für einen formverleimten Rumpf, bei dem einzelne Mahagoni-Furnierlagen kreuzdiagonal auf dünnen Stripleisten angebracht werden.

Auf die Stabilität hat der insgesamt nur 13,5 Millimeter starke Rumpfkörper keinen negativen Einfluss. Ganz im Gegenteil, der Rumpf ist so stabil und verwindungssteif, dass die Spanten in geringerer Zahl lediglich noch für die Formgebung, für das Einpassen von Schotten sowie für die Aufnahme von Püttings benötigt werden.

Sollte der Schwertkasten wider Erwarten doch einmal saniert werden müssen, lässt sich der mit Bleischrot gefüllte Ballastkiel aus Edelstahl problemlos demontieren. Ein für Thiele allerdings hypothetischer Fall, da mangels eindringender Feuchtigkeit schließlich auch nichts verrotten könne. Aber sicher sei sicher.

Es hat keinen Zweck, irgendwo am Boot zu sparen. Das muss alles vom Feinsten sein. Sonst wird es teuer!”

Optimierungen an Ruder und Maststützen

Eine weitere Besonderheit gegenüber der traditionellen Hansa-Jolle ist das vorbalancierte Ruderblatt. Dieses ist konstruktionsbedingt weniger Ruderdruck ausgesetzt. Des Weiteren reicht das aus mehreren Sperrholzplatten zusammengeleimte Ruder weit unter den Rumpf, sodass das lästige Austauchen in einem Wellental vermieden wird. Um die Gefahr einer Grundberührung bei eingezogenem Schwert zu minimieren, reicht es nicht tiefer als der Ballastkiel.

Da Thiele häufig allein segelt, hat er sich der einfacheren Bedienbarkeit wegen für Mastrutscher statt einer Nut für das Großsegel-Vorliek entschieden. An der Stelle, wo der Mast auf dem Deck steht, sind die ursprünglich drei vorgesehenen Decksbalken aus Sicht des Perfektionisten eine Fehlkonstruktion. Diese würden, so Thiele, den Mastdruck nicht ausreichend abfedern. Daher gebe es bei Hansa-Jollen des Öfteren Probleme mit von oben eindringendem Wasser. Viele Eigner hätten sich zwar Maststützen konstruiert. Die seien allerdings im Innenraum doch eher lästiger Natur. Also hat Thiele den mittleren Mastbalken mit Edelstahlschienen verstärkt und anschließend mit Furnier verpackt. So soll der Innenraum nicht nur trocken bleiben, sondern auch unverbaut.

Nachahmer können Thieles Pläne und Dokumentation kaufen

Trotz aller Modifizierungen geht seine neu gebaute Hansa-Jolle konform mit der Vermessungsvorschrift der Klassenvereinigung. Das war dem Autodidakten von Beginn an wichtig. Die Details seines Planungs- und Bauprozesses hat Thiele zudem akribisch dokumentiert. Interessierte können das 100-seitige Dokument gegen eine Kostenpauschale ebenso erwerben wie die digitalisierten Baupläne (wolfram.thiele@netcologne.de). Alles ist darin nicht nur faktisch, sondern auch liebevoll und anschaulich beschrieben. Es macht Spaß, sich darin zu vertiefen, und wird gegebenenfalls den einen oder anderen zum Nachahmen inspirieren.

Die allermeisten Leute wollen lieber ein altes Schiff restaurieren, anstatt ein neues zu bauen”

Weniger versierten Hobby-Bastlern würde Thiele dennoch von solch einem komplexen Projekt eher abraten. „Jemand, der planlos vorgeht und für jede erforderliche Schraube extra in den Baumarkt fährt, wird endlos viel Zeit und Geld verlieren. Selbst bei vorausschauender Planung sind für den gesamten Bau mindestens 100 verschiedene Einkaufsvorgänge nötig.“ Spannend zu lesen sind auch Thieles Überlegungen zu Vorbereitung und Organisation sowie zum Einkauf von Materialien und Werkzeugen.

Thiele hat sämtliche benötigte Bauteile in einer Tabelle aufgelistet, sodass mittels verschiedener Filtermöglichkeiten, die das Computerprogramm bietet, Materiallisten für die jeweilige Bauphase erstellt werden können. So lassen sich beispielsweise alle Bauteile aus Sperrholz nach einer bestimmten Stärke geordnet herausfiltern, sodass Einkauf und Transport der Platten besser planbar sind.

Alles in allem 30.000 Euro inklusive Hallenmiete, Motor, Segel, Trailer und Materialien hat der Bonner in seine Hansa-Jolle investiert. Eine vergleichsweise niedrige Summe – unberücksichtigt bleiben dabei allerdings die 3.500 Arbeitsstunden. Eine Werft hätte dafür einen sechsstelligen Betrag aufgerufen, auch wenn die Arbeitszeit wohl deutlich darunter gelegen hätte.

Thieles nächstes Projekt ist eine Eigenkonstruktion

Nach dem Abschluss seines Projekts vor vier Jahren kann Thiele nicht einfach aufhören. Die Bootsbauarbeit ist ein Teil seines Lebens geworden, den er zumindest in den nächsten Jahren nicht mehr missen möchte. Also stürzt er sich in ein nächstes Projekt. „Erst wollte ich die Niedersachsen-Jolle bauen, die von der Bauart gleich ist, aber eine Nummer größer.“ Davon gibt es nur 30 Stück, weshalb sie heiß begehrt sind. Da die Werft Abeking & Rasmussen ihm aber keine Lizenz ausstellen möchte, macht er sich kurzerhand an eine Eigenkonstruktion.

Diese soll irgendwann seine inzwischen 40 Jahre alte Fahrtenyacht „Pina“ ersetzen, weshalb Thiele erneut auf einen Langkieler von acht Meter Länge setzt. Den Spantenriss schaut er sich von einem Riss aus den Dreißigern ab, den er vor vielen Jahren mal aus einer YACHT-Ausgabe herauskopiert, vergrößert und digitalisiert hatte. Der führte quasi einen 20-jährigen Dornröschenschlaf auf einer Festplatte. Jetzt erweckt Thiele ihn wieder zum Leben.

Thiele am Rumpfkörper seiner Eigenkon­struktion. Der Platz für das Bauprojekt reicht 
gerade aus zum ArbeitenFoto: YACHT/M.StrauchThiele am Rumpfkörper seiner Eigenkon­struktion. Der Platz für das Bauprojekt reicht gerade aus zum Arbeiten

Da das neue Boot trotz des Langkiels ein Leichtbau werden soll, muss der Spantenriss jedoch stark modifiziert werden, um das Unterwasserschiff flacher zu gestalten. Ziel ist ein Gesamtgewicht von 1.600 Kilogramm, um inklusive eines Trailers unter zwei Tonnen Gewicht zu bleiben. So kann das Gespann noch von einem mittelgroßen SUV gezogen werden.

Viele Ideen zum Bauvorhaben, wie die Formverleimung des Rumpfes oder die digitalisierten Konstruktionspläne, hat Thiele von der Hansa-Jolle übernommen. Der ausgedruckte Spantenriss umfasst jedoch schon vier Blätter, da das Boot entsprechend größer ist. Die Stehhöhe im Innenraum liegt indes bei lediglich 1,65 Metern, was der selbst auferlegten Gewichtsvorgabe und der daraus resultierenden geringeren Aufbauhöhe geschuldet ist.

Die Großbestellung Holz erwies sich als Glücksgriff

„Hauptsache, ich kann beim Essen sitzend aus dem Fenster schauen“, schmunzelt Thiele, während er am noch umgedrehten Rumpfkörper entlangstreicht. „Das Boot wird auch keine Öffnungen unterhalb der Wasserlinie haben. Schließlich soll es nicht wegen eines defekten Seeventils absaufen!“ Eine richtige Toilette komme dennoch an Bord, die Fäkalien ließen sich aber nur im Hafen absaugen. Im Notfall wird eine mobile Handpumpe herhalten müssen, um den vollen Tank auf See entleeren zu können. Mittels zweier Auftriebskästen, die jeweils in sechs Sektionen unterteilt sind, soll das Boot zusätzlich gesichert, sprich, unsinkbar gemacht werden.

Das gesamte Holz für den Neubau im Wert von 11.000 Euro hat der findige Tüftler in einem Rutsch bestellt, um von Rabatten zu profitieren. Ein Segen, nicht nur aus organisatorischer, sondern auch aus finanzieller Sicht, wie sich bald herausstellt. Aufgrund großer Nachfrage und geringer Verfügbarkeit gehen die Holzpreise später durch die Decke.

Zweieinhalb Jahre baut Thiele nun schon an seinem mittlerweile dritten Boot. Insgesamt rechnet er mit sechs Jahren Bauzeit. Es geht langsamer voran als noch mit der Hansa-Jolle, da die Motivation, möglichst schnell fertig zu werden, nachgelassen hat. Außerdem besitzt er ja auch schon zwei segelklare Schiffe, die weiterhin besegelt und gepflegt werden wollen. Wer weiß, vielleicht zögert er die Fertigstellung aber auch nur unbewusst hinaus.

Thiele hat große Pläne mit seinen Booten

Wolfram Thiele hat noch einige Törnpläne in der Schublade beziehungsweise auf der Speicherplatte: Mit der Hansa-Jolle soll es auf die schweizerischen und italienischen Alpenseen, auf die Gewässer rund um Berlin und auch auf die niederländischen Kanäle gehen, die teils nur mit Klappmast zu befahren sind. Flussreisen auf Elbe oder Donau reizen ihn ebenfalls. Mit seiner „Pina“ ist er schließlich schon die Themse hoch bis nach London gefahren.

Sobald die neue Fahrtenyacht Wasser unter dem Kiel hat, sind auch wieder Langtörns möglich. Vielleicht Großbritannien rund oder zu den Kanarischen Inseln, mit seinem Sohn und den Enkeln an Bord. Bis dahin trifft man ihn am ehesten in der Turn- oder aber in der Bootsbauhalle.


Die Hansa-Jolle

Im Jahr 1947 konstruiert Henry Rasmussen die Hansa-Jolle aufgrund des alliierten Verbots größerer Bootsneubauten. Von der Werft Abeking & Rasmussen werden in konventioneller Karweelbauweise von 1949 bis 1969 etwa 200 Boote fertiggestellt.

Prominente Eigner waren Rollo Gebhard, der mit seiner „Solveig“ bis in den Jemen segelte, und auch Wilfried Erdmann. Der hielt seine Reiseerlebnisse in seinem Buch „Ein deutscher Segelsommer“ fest.

Spezifikationen:

  • Länge über alles: 5,85 m
  • Breite: 1,65 m
  • Tiefgang mit Schwert: 1,0 m
  • Tiefgang ohne Schwert: 0,5 m
  • Ballastkiel: 150 kg
  • Segelfläche: 14 m²

Selbst konstruierter Langkieler

  • Rumpflänge: 7,90 m
  • Breite: 2,48 m
  • Tiefgang: 1,0 m
  • Gesamtgewicht: 1.600 kg
  • Ballast inkl. Batterien: 700 kg
  • Segelfläche Groß + Fock: 28 m²
  • Auftriebskästen: 2x 600 l
  • Antrieb: E-Motor, 2x 4 kW

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Redakteur News & Panorama

Morten Strauch entdeckte als Teenager seine Liebe zum Segeln. Angefangen mit der Jolle auf dem Steinhuder Meer, folgten Chartertörns auf der Ostsee und im Mittelmeer. Bisheriger Höhepunkt war eine Zweihand-Atlantiküberquerung auf einem GFK-Klassiker von Miami nach Cuxhaven. Mit dem eigenen Boot zieht es ihn meist in die dänischen Gewässer. Seit 2022 ist er Redakteur bei der YACHT im Ressort Panorama mit einem Faible für historische Schiffe und Abenteurer.

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