Leopard 52 im TestViel Platz, starke Qualitäten, fairer Preis

Michael Good

 · 02.08.2026

Kajütdach und Bimini kommen aus einer Form. Die riesige Struktur überspannt fast  das komplette Schiff. Der Mast steht weit achtern, die Genua bleibt aber der Standard.
Foto: Leopard Catamarans
Der Leopard 52 präsentiert sich als vielseitig nutzbarer Fahrtenkatamaran: Neue Layoutvarianten, robuste Materialien und eine gut organisierte Technik machen das Modell für private Eigner ebenso interessant wie für den Chartereinsatz. Gerade unter Deck zeigt sich, wie konsequent das Konzept gedacht ist.

Themen in diesem Artikel


  • ​Im ersten Teil geht es um Bauweise, Konzept und Segeleindruck des Leopard 52.

​Für den Leopard 52 werden neue, sehr interessante Layoutvarianten angeboten, die den Anforderungen von privaten Eignern wie auch den von Charterbetreibern Rechnung tragen sollen. Möglich ist eine Vielzahl von Ausbauversionen mit drei bis sechs Doppelkabinen, jeweils mit eigener Nasszelle, was vor allem für den Einsatz im Charter von Bedeutung ist. Beim Vorgängermodell waren die Ausbaukapazitäten bei fünf Kabinen erschöpft.


​Weitere Fahrtenkatamarane im Größensegment:


Eine weitere Neuerung betrifft die Erschließung der Achterkabine auf der Backbordseite: Sie ist nun zusätzlich über einen separaten Niedergang direkt aus dem Cockpit zugänglich. Damit folgt Leopard einem generellen Trend bei Fahrtenkatamaranen: Die Wohnbereiche an Bord werden stärker voneinander getrennt und erhalten, wo es das Layout erlaubt, eigene Zugänge. Für Eigner bedeutet dies mehr Privatsphäre, für Chartergäste eine bessere Nutzung durch Paare oder Familien.

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Verarbeitung auf hohem Niveau

Neben der Vielfalt der Ausbauvarianten überzeugt der Leopard 52 unter Deck vor allem durch die Qualität seiner Verarbeitung. In diesem Punkt setzt Robertson and Caine im Vergleich mit der direkten Konkurrenz einen neuen, sehr hohen Standard. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Boote gleichermaßen privat wie auch im Charterbetrieb eingesetzt werden, ist der robuste, funktionale Ausbau mit hochwertigen Beschlägen und Anbauteilen konsequent. Die Möbelkomponenten und Böden bestehen aus Sperrholz und sind mit sehr widerstandsfähigen Laminaten belegt. Gegenüber den klassischen Echtholzfurnieren bietet das Laminat in der Praxis viele Vorteile: Es ist unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit, Kratzern und Gebrauchsspuren, leichter zu reinigen und im Schadensfall problemlos zu ersetzen.

​Gute Ventilation, saubere Technik, Schwächen beim Halt

Was die Ventilation angeht, übernimmt der Leopard 52 eine Vorbildfunktion. In allen Kabinen, in den Nasszellen sowie im Salon ist dank vieler Fenster und Luken eine gute Querbelüftung möglich. Auch bei der Technik kann das Schiff aus Südafrika Trümpfe ausspielen. Die vielfältigen Systeme für die Wasserkreisläufe sowie für Elektrik und Elektronik sind sauber installiert, übersichtlich gekennzeichnet und tadellos zugänglich. Hingegen fehlen Festhaltemöglichkeiten in Form von Handläufen, Griffmulden oder Randleisten, speziell im offenen, weitläufigen Salon. Wer mit dem Schiff auch mal in ruppigen Bedingungen segelt, wird hier vergeblich nach Halt suchen.

Preislich attraktiv, aber nicht ganz ohne Zusatzkosten

Mit einem Grundpreis von knapp 1,07 Millionen Euro brutto braucht der Leopard 52 den Vergleich mit der Konkurrenz in der Klasse nicht zu scheuen. Mehr noch: Die hochwertige Grundausstattung, die robuste Bauweise sowie die umfangreiche Technik machen das Angebot attraktiv. Käufer in Europa müssen aber wissen, dass dieser Preis ab Werft in Südafrika gilt. Der Transport per Cargo oder auf eigenem Kiel nach Mitteleuropa kostet mindestens 70.000 Euro zusätzlich.

  • Grundpreis ab Werft: 1.069.810 €
  • Standardausrüstung inklusive: Segel (Groß und Genua), Motor, Schoten, Reling, Positions­laternen, Batterie, Kom­pass, Segel, Polster, Pantry/Kocher, Lenzpumpe, WC, Feuerlöscher, E-Kühlfach, Fä­kali­entank mit Absaugung.
  • Gegen Aufpreis: Segelkleid 2.840 €, Anker mit Kette 2.185 €, Fender/Festmacher 1.150 €, segelklare Übergabe inkl., Antifouling 28.045 €
  • Preis segelfertig: 1.104.030 €
  • Garantie/gegen Osmose: 2/6 Jahre
  • Aufpreis für Komfort-Ausstattung: Verstellbare Holepunkte inkl.; Traveller nicht erhältlich; Elektrische Ankerwinsch inkl.; Rohrkicker nicht erhältlich; Achterstagspanner nicht erhältlich; Springklampen inkl.; Sprayhood nicht erhältlich; Teak im Cockpit 25.725 €; UKW-Funkgerät E-Paket; Logge und Echolot E-Paket; Windmessanlage E-Paket; Autopilot E-Paket; Elektropaket (Raymarine) 20.340 €; Ladegerät Paket (SP); Landanschl. FI-Schalter; Paket (SP); 230-Volt-Steckdose Paket (SP); Paket Shore Power (SP) 20.890 €; 12-Volt-Steckdose in der Navi inkl.; Heizung (AC-Anlage) 54.840 €; Druckwassersystem inkl.; Warmwasser-Boiler inkl.; Dusche WC-Raum inkl.; Cockpitdusche inkl.
  • Komfortpreis: 1.225.825 €
  • Im Preis enthalten: Stauraum für Rettungsinsel, Hardtop-Bimini über Steuerstand, Cockpittisch, Vorsegel-Rollanlage

​​Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier!

​Robertson and Caine baut mit dem Leopard 52 ein robustes, sauber verarbeitetes und technisch sehr gut organisiertes Schiff. Seine Stärke liegt im Gesamtpaket: viel Raum, hohe Fertigungsqualität, seltene Varianz beim Innenausbau sowie ein attraktiver Preis.


YACHT-Bewertung des Leopard 52

​Robuster, sauber gebauter Fahrtenkat aus Südafrika mit viel Raum unter Deck für eine große Anzahl von möglichen Ausbau­varianten. Der Leopard 52 zeigt im Test ein ansprechendes Leistungspotenzial. Trotz gehobener Ausstattung preislich attraktiv.

Konstruktion und Konzept

Ausgewogene Ausrichtung

Robuste Bauweise

Angemessener Preis

Flexibles Ausbaukonzept

Segelleistung und Trimm

Gutes Leistungspotenzial

Agilität im Manöver

Einfaches Handling

Kein Rudergefühl

Wohnen und Ausbauqualität

Gehobener Ausbaustandard

Vorbildliche Ventilation

Laminat statt Echtholzfurniere

Wenig Festhaltemöglichkeiten

Ausrüstung und Technik

Gehobene Grundausstattung

Varianz bei Motorisierung

Kein Traveller möglich

Schwergängige Steuerung


​Der Leopard 52 im Detail

Passende Varianten für Eigner und Charter: Das Konzept bietet eine große Vielfalt von Layouts für den Ausbau unter Deck. Drei bis sechs Doppelkabinen sind möglich, immer jeweils mit eigenem Bad. Zusätzlich kann im Bug eine Kabine für den Skipper eingebaut werden. Die vielen und großen Fensterflächen fallen auf. Sie sorgen für Licht und Luft im Salon und in den Rümpfen.Foto: YACHTPassende Varianten für Eigner und Charter: Das Konzept bietet eine große Vielfalt von Layouts für den Ausbau unter Deck. Drei bis sechs Doppelkabinen sind möglich, immer jeweils mit eigenem Bad. Zusätzlich kann im Bug eine Kabine für den Skipper eingebaut werden. Die vielen und großen Fensterflächen fallen auf. Sie sorgen für Licht und Luft im Salon und in den Rümpfen.

Rumpf- und Decks­bauweise

GFK-Sandwich mit Schaumkern und Vinylesterharz. Gebaut im Vakuuminfusionsverfahren.

​Motorisierung

Im Standard eingebaut werden zwei Yanmar-Einbaudieselmotoren mit Saildrive und jeweils 57 PS Leistung (optional 80 PS). Die Alternative ist der Elektrohybridantrieb von Hersteller Joool. Das umfangreiche Komplettsystem kostet rund 200.000 Euro brutto zusätzlich.

​Werft

Robertson and Caine, Kapstadt (Südafrika), www.robertsonandcaine.com

Vertrieb

Leopard Catamarans, Saint-Raphaël (Frankreich), www.leopardcatamarans.com


Viel Platz, viele Layouts, robuste Materialien: Ist das beim Fahrtenkatamaran schon die halbe Miete oder wie wichtig ist am Ende doch das seglerische Gefühl? Diskutieren Sie mit in den Kommentaren.

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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