Sun Odyssey 385Bewährtes Konzept mit mehr Platz und mehr Power

Michael Good

 · 16.09.2026

Typisch Marc Lombard Design. Die Optik mit dem hohen, fülligen Bug und mit dem leicht negativen Decksprung ist typisch für die junge Modellgeneration in der Fahrtenreihe Sun Odyssey.
Foto: Chantiers Jeanneau
Jeanneau bringt die Sun Odyssey 380 in überarbeiteter Form als Sun Odyssey 385 neu auf den Markt. Dies haben die Yachtbauer in Frankreich jetzt auf dem Yachting Festival in Cannes bekannt gegeben. Wie schon bei der größeren Sun Odyssey 415 wird damit ein bestehendes und bewährtes Konzept gezielt verbessert.

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Das Vorgängermodell, die Sun Odyssey 380, war zur Saison 2022 vorgestellt worden. Im YACHT-Test überzeugte die Konstruktion von Marc Lombard mit ausgewogenen Segeleigenschaften, guten Leistungen am Wind, einem variantenreichen Angebot und dem für Jeanneau typischen Walkaround-Cockpit. Das Konzept bringt jedoch auch einen Kompromiss mit sich: Die seitlich abgesenkten Gangborde benötigen Platz und schränken dadurch den Bewegungsraum hinter den beiden Steuerrädern ein.

Heck breiter, mehr Platz für den Steuermann

Genau dort setzt Jeanneau mit der Überarbeitung an. Für die neue Sun Odyssey 385 haben die Konstrukteure die Rumpfformen im hinteren Bereich verändert. Die maximale Breite wird weiter nach achtern geführt, sodass die Sitzflächen an den Steuerständen rund acht Zentimeter breiter ausfallen. Gleichzeitig sind die Freiborde im hinteren Bereich jetzt leicht konkav geformt, wie bei den größeren Modellen Sun Odyssey 415 und 455 auch. Das lässt das Heck nicht nur markanter und moderner erscheinen, sondern schafft vor allem mehr Bewegungsfreiheit für den Rudergänger. Das Walkaround-Cockpit bleibt als charakteristisches Merkmal der Baureihe natürlich auch für das neue Schiff erhalten. Die seitlichen Gangborde führen weiterhin ohne Stufen aus dem Cockpit auf das Vordeck.



​Bewährtes Deckslayout, größeres Rigg

Am grundsätzlichen Deckslayout ändert sich wenig. Die Bereiche für Steuerung und Segelhandling sind achtern konzentriert, während der vordere Teil des Cockpits der Crew vorbehalten bleibt. Hohe Rückenlehnen sollen unterwegs sicheren Halt bieten und vor Anker den Sitzkomfort verbessern. Das Rigg kommt weiterhin ohne Achterstag aus. Dadurch bleiben die Wege rund um die Steuerstände und nach vorn frei.

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Jeanneau und Marc Lombard Yacht Design haben auch den Segelplan überarbeitet. Der Mast wird gegenüber der Sun Odyssey 380 um mehr als 25 Zentimeter verlängert, die Fläche des Großsegels wächst um über zwei Quadratmeter. Als Vorsegel ist weiterhin eine überlappende Genua vorgesehen. Eine Selbstwendefock bietet die Werft als Option an.

​Option Schwenkkiel bleibt erhalten

Auch beim Kielangebot bleibt die Sun Odyssey 385 vielseitig. Für die Festkielversionen stehen ein Standardkiel (2,00 Meter) und ein Kurzkiel (1,56 Meter) zur Verfügung. Zusätzlich bleibt der bereits von der Sun Odyssey 380 bekannte Schwenkkiel im Programm. Mit ihm lässt sich der Tiefgang über eine Hydraulik deutlich von maximal 2,70 Meter auf nur 1,29 Meter reduzieren. In Verbindung mit den beiden Ruderblättern kann das Boot mit Schwenkkiel und zusätzlichen Wattstützen auch trockenfallen.

​Vier Ausbauvarianten unter Deck

Unter Deck bleibt das grundsätzliche Layoutkonzept des Vorgängermodells ebenfalls erhalten. Angeboten werden Versionen mit zwei oder drei Doppelkabinen und einer Nasszelle. Optional kann im Vorschiff eine zweite Nasszelle eingebaut werden. Beim Zweikabiner ersetzt eine große Backskiste die zweite Achterkabine. Für diese Variante ist zudem eine größere Nasszelle mit einem abgetrennten Duschbereich erhältlich. Insgesamt ergeben sich damit vier unterschiedliche Ausbauvarianten. Die Layouts sind oben in der Galerie abgebildet.

Neu geordnet hat Jeanneau die Sofazeile auf der Steuerbordseite des Salons. Zwei einander gegenüberliegende Sitzplätze rahmen dort ein zentrales Möbel ein. Dieses kann je nach Bedarf als kleiner Kaffee- oder Ablagetisch sowie als Navigation genutzt werden. Dabei können zwei Personen von beiden Seiten am Kartentisch sitzen. Abgerundete Ecken an den Möbeln, ein freier Durchgang durch den Salon und bis ins Vorschiff reichende Handläufe sollen die Bewegungen unter Deck erleichtern. Speziell: Im Vorschiff ist die fast rechteckige Doppelkoje schräg seitlich in den Raum gebaut. Diese Anordnung erleichtert die Zugänge zur Liegefläche und macht es möglich, im Vorschiff eine zweite Nasszelle in vernünftiger Größe zu realisieren.

Premiere in Düsseldorf 2027

Das erste Schiff vom neuen Typ Sun Odyssey 385 befindet sich offenbar im Bau. Die Baunummer eins soll schon im November für erste Tests zur Verfügung stehen. Bei der Produktpräsentation in Cannes nennt die Werft auch eine erste Preiseinordnung zur Markteinführung. Auf jeden Fall soll der Grundpreis unter der Marke von 200.000 Euro bleiben. Zur Premiere im Januar 2027 auf der Messe boot in Düsseldorf soll das Boot für einen Basispreis von 199.900 Euro netto inklusive der Segel angeboten werden. Der Bruttopreis einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer liegt demnach bei 237.880 Euro.

Technische Daten Sun Odyssey 385

  • Konstrukteur: Marc Lombard Yacht Design
  • Interieur Design: Piaton Yacht Design
  • Rumpflänge: 10,77 m
  • Gesamtlänge mit Bugspriet: 11,77 m
  • Länge Wasserlinie: 10,71 m
  • Breite: 3,76 m
  • Tiefgang Standard Tiefkiel: 2,00 m
  • Tiefgang Kurzkiel opt.: 1,56 m
  • Tiefgänge Schwenkkiel: 1,29 - 2,70 m
  • Gewicht: 6,9 t
  • Ballast/-anteil Standard Tiefkiel: 1,8 t/26%
  • Masthöhe über Wasserlinie: 16,60 m
  • Großsegel: 35,1 m2
  • Rollgenua (110%): 28,0 m2
  • Maschine: Yanmar Einbaudiesel 29 kW/40 PS, Wellenantrieb
  • Kapazität Treibstoff: 130 lt
  • Kapazität Frischwasser: 330 lt

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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