Unter Deck zeigt die Pure 42, wie konsequent ihr Langfahrtkonzept gedacht ist. Im zweiten Teil der ausführlichen Vorstellung bei YACHT-TV geht es um Raumaufteilung, Ausbauqualität, Stauraum und Bordtechnik – und um die Frage, wie gut sich die ungewöhnliche Aluminium-Deckssalonyacht auf lange Reisen vorbereitet zeigt.
Im ersten Teil unserer Video-Vorstellung der neuen Pure 42 standen Konzept, Konstruktion, Segelleistungen und Decksausstattung im Mittelpunkt. Jetzt geht es unter Deck. Und dort zeigt sich, dass die noch junge Kieler Werft Pure Yachts ihr außergewöhnliches Langfahrtkonzept mindestens ebenso konsequent weitergedacht hat.
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Die Pure 42 ist keine Fahrtenyacht, die nur mit einem robusten Aluminiumrumpf und einem Hubkiel auf Abenteuerkurs getrimmt wurde. Auch beim Innenausbau setzt die Werft auf eine klare Idee: möglichst viel nutzbarer Raum, hochwertige und belastbare Materialien, gute Zugänglichkeit zur Technik und ein Ausbau, der den Anforderungen langer Reisen gewachsen sein soll.
Das Raumkonzept unterscheidet sich deutlich von dem klassischer Fahrtenyachten. Salon und Cockpit liegen nahezu auf einer Ebene. Dafür wurde der Salon erhöht und das Cockpit entsprechend abgesenkt. Große Fensterflächen im Deckshaus schaffen Rundumsicht und viel Licht.
Gleichzeitig hat diese Anordnung weitreichende Folgen für den Innenausbau. Im hinteren Teil der Yacht bleibt unter dem angehobenen Salon und dem abgesenkten Cockpit viel Raum für Stauräume und technische Installationen. Die eigentlichen Wohnbereiche konzentrieren sich weiter vorn und auf einem tieferen Niveau.
Eine Besonderheit ist die Mittelkabine unter dem erhöhten Salon. Dort ist eine Doppelkoje untergebracht, die einen Bereich nutzt, der bei vielen konventionellen Yachten dieser Größe kaum als vollwertiger Schlafraum zur Verfügung stünde. Zusammen mit der Vorschiffskabine verfügt die Pure 42 damit über zwei Doppelkabinen. Seitlich der Mittelkabine bleibt ein offener Raum, dessen Nutzung sich auf die Wünsche des Eigners abstimmen lässt.
Anders als bei vielen Großserienyachten geht es bei der Pure 42 nicht darum, möglichst viele Kabinen- und Nasszellenvarianten anzubieten. Die Grundaufteilung bleibt weitgehend festgelegt und kann dafür im Detail individualisiert werden. Bad und Toilette sind getrennt voneinander angeordnet, was sich gerade im Bordalltag mit mehreren Personen als praktisch erweisen kann.
Auffällig ist vor allem, wie konsequent Pure Yachts vorhandene Hohlräume und Zwischenbereiche nutzt. Unter Sitzflächen, Bodenbrettern und Einbauten finden sich zahlreiche gut zugängliche Stauräume. Gerade auf einer Blauwasseryacht ist das ein entscheidendes Thema. Auf langen Reisen müssen schließlich nicht nur persönliche Dinge und Proviant untergebracht werden, sondern ebenso Werkzeug, Ersatzteile, Sicherheitsausrüstung und Verbrauchsmaterial.
Beim Möbelbau geht Pure Yachts ebenfalls einen ungewöhnlichen Weg. Statt klassischer Sperrholzkonstruktionen verwendet die Werft leichte Kompositpaneele in Sandwichbauweise mit Schaumkern. Nach Angaben der Werft sollen sich dadurch gegenüber einem konventionellen Ausbau rund 1,5 Tonnen Gewicht einsparen lassen. Das trägt wesentlich dazu bei, das segelfertige Gesamtgewicht der Pure 42 auf nur rund 9,7 Tonnen zu begrenzen.
Leichtbau bedeutet hier allerdings keineswegs filigranen Möbelbau. Im YACHT-Test überzeugte der Ausbau mit einer hohen Verarbeitungsqualität und hochwertigen Materialien. Türen, Klappen und Stauräume sind mit soliden Beschlägen versehen, Wand- und Deckenverkleidungen sauber montiert und für Wartungsarbeiten demontierbar. Selbst die rollengelagerten Schubladen sind für hohe Belastungen ausgelegt.
Besonders spannend wird es beim Blick hinter die Kulissen. Durch die spezielle Raumaufteilung steht im hinteren Teil des Schiffes ungewöhnlich viel Platz für technische Installationen zur Verfügung. Leitungen, Aggregate und wichtige Komponenten bleiben dadurch gut zugänglich.
Das klingt zunächst unspektakulär, ist auf einer Langfahrtyacht aber ein wichtiger Vorteil. Wartungsarbeiten und Reparaturen lassen sich erheblich einfacher erledigen, wenn wichtige Komponenten nicht hinter fest eingebauten Möbeln oder in schwer erreichbaren Winkeln verschwinden.
Für den Antrieb sorgt ein Yanmar-Vierzylinder mit 57 PS, der über einen Saildrive auf einen Dreiblatt-Faltpropeller arbeitet. Die Maschine ist gut erreichbar eingebaut. Als Alternative lässt sich grundsätzlich auch ein elektrischer Pod-Antrieb realisieren. Zum Energiesystem gehören bereits ab Werft zwei Lithium-Eisenphosphat-Batterien mit jeweils 300 Amperestunden Kapazität.
Auch die übrige Grundausstattung fällt umfangreich aus. Unter anderem sind Autopilot, Navigationsinstrumente, ausfahrbares Bugstrahlruder, Heizung und elektrische Winschen bereits im Paket enthalten. Zwei Dieseltanks mit jeweils 200 Litern sowie 300 Liter Frischwasser sorgen für entsprechende Reserven. Das passt zum Anspruch der Pure 42, nicht erst über lange Aufpreislisten zur vollständig ausgestatteten Blauwasseryacht zu werden.
Im zweiten Teil unserer Video-Vorstellung nehmen wir deshalb gerade jene Bereiche genauer unter die Lupe, die auf Fotos kaum vollständig zu erfassen sind: Wie ist der Innenraum organisiert? Wo finden sich die zahlreichen Stauräume? Wie gut ist die Technik erreichbar? Und welche Lösungen hat Pure Yachts für Energieversorgung, Maschine und Bordbetrieb vorgesehen.

Redakteur Test & Technik
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