Nissen 39„Jana vun de Geest“ – ein moderner Klassiker

Johannes Erdmann

 · 10.12.2022

„Jana vun de Geest“  bei halbem Wind auf  der mittlerweile  heimisch gewordenen Flensburger Förde
Foto: YACHT/B. Scheuer

Die von Georg Nissen konstruierte „Jana vun de Geest“ sollte sowohl auf Langstrecken-Regatten eine gute Figur machen als auch im Wattenmeer zu Hause sein. Dabei entstand ein moderner Klassiker

Schon aus der Ferne fällt sie auf. Mit ihrem niedrigem Freibord von beinahe 80 Zentimetern wirkt sie viel flacher als die voluminösen Großserienyachten, die hier im beschaulichen Naturhafen Langballigau an der Flensburger Förde neben ihr liegen. Ihr Längen-Breiten-Verhältnis erinnert auch eher an einen Schärenkreuzer als an ein modernes Fahrtenboot. Und doch ist die „Jana vun de Geest“ von allen Yachten hier im Hafen vermutlich das Schiff, das in seinen knapp über 20 Jahren am meisten herumgekommen ist. „Zusammen mit meiner Frau Christa habe ich nun 35.000 Seemeilen geloggt“, sagt ihr Eigner Hans Peter Sass. Meistens zwischen Ostsee und Atlantik.

Verlagssonderveröffentlichung

Mit dem Bau seiner „Jana“ hat sich der heute 80-jährige Schleswig-Holsteiner einen großen Traum erfüllt. „Ich habe als Ingenieur für Bauwesen schon sehr viele unterschiedliche Dinge angefertigt“, sagt er, „doch der Bau meines Bootes war ein Herzensprojekt. Endlich konnte ich alle meine Wünsche verwirklichen. Ich kann heute noch mit Überzeugung sagen, dass das Boot mein Traumschiff ist.“

Kriterien für den Entwurf hatte Hans Peter Sass in seinem Seglerleben genug gesammelt. „Ich bin an der Kieler Förde groß geworden und habe meine ersten Segelversuche mit einer Albin Vega gemacht“, erinnert er sich. Doch bald wurde das Verlangen nach einem etwas schnelleren Schiff groß, und Sass stieg um auf eine Grenada 31, die er zehn Jahre lang besaß, dann kam eine Grenada 34 dran. „Mit diesen beiden Schiffen bin ich häufig die Nordseewoche mitgesegelt“, sagt Sass. Immer unter dem Wimpel des Yachtclubs Langballigau, dessen erster Vorsitzender er lange Zeit war. Doch im Sommer war er meist mit dem Boot unterwegs. Vor allem Langstrecken haben ihn gereizt. „Insgesamt elfmal bin ich die Regatta von Helgoland rund Skagen mitgesegelt und fünfmal von Helgoland nach Edinburgh.“ Sein Traumschiff sollte gute Segel- und See-Eigenschaften mit einem funktionalen Innenausbau kombinieren. „Denn während dieser Langstreckenregatten habe ich gemerkt, wo meine Ansprüche an ein neues Boot liegen und wo es bei den meisten fehlt“, sagt Sass.

Bis ins Detail nach eigenen Vorstellungen gebaut

Weiter spielte beim Entwurf sein Heimatrevier eine Rolle: „Damals bin ich von Meldorf aus oft an der Westküste Schleswig-Holsteins gesegelt. Mit dem festen Tiefgang von 1,80 Metern ging das aber nur mit vielen Einschränkungen“, sagt er. Ein variabler Tiefgang stand ganz oben auf der Wunschliste. „Aber kein Hubkiel, davon halte ich nicht viel. Lieber ein Schwert, das bei Grundberührung nach hinten klappt.“

Die Boote von Georg Nissen aus Laboe hatten Sass schon immer gut gefallen, also wandte er sich mit einer Wunschliste direkt an den Konstrukteur. „Seine bisher gezeichneten Entwürfe mit Schwenkkiel gefielen mir aber überhaupt nicht“, sagt Sass, und die beiden kamen zunächst nicht überein. „Irgendwann legte mir Georg Nissen einen Entwurf für ein Zwölf-Meter-Boot vor, das er eigentlich für sich selbst entworfen hatte.“ Das gefiel Sass sofort, ein schmaler Rumpf mit flachem Unterwasserschiff. Nur der Aufbau war nicht nach seiner Vorstellung, und auch im Innenausbau waren einige Modifizierungen nötig. Doch als Ingenieur war er sich sicher, dass man alles nach seinen Wünschen anpassen könnte. „Wenn Sie mir das Boot nun noch mit einem Schwenkkiel und einem klassischen Aufbau zeichnen könnten“, ließ er Nissen wissen, „dann haben wir einen Auftrag.“ Der Konstrukteur hatte keine Einwände.

„Die Zusammenarbeit mit Georg war dann vom ersten Tag an eine große Freude“, wiederholt Sass immer wieder. Seine Augen strahlen bei den Erläuterungen, welche Detaillösungen er – „immer in Absprache mit Nissen natürlich“ – in seinem Traumschiff realisieren konnte. „Ich habe beispielsweise eine andere Aufteilung der Backskistendeckel gewählt und den Motor um ein paar Zentimeter nach hinten versetzt, damit das Schiebeluk vollständig im Niedergang versenkt werden kann.“ Im Brückendeck vor dem Niedergang brachte Sass zudem ein Staufach für die Rettungsinsel und Fallen unter. „Auch im Innenausbau bin ich vom ursprünglichen Plan abgewichen“, sagt Sass. Etwa wünschte er sich einen Kocher, der selbst bei starker Lage frei schwingen kann und nicht bereits bei 15 Grad anschlägt. „Das haben wir auf den Langstrecken-Regatten immer wieder erlebt“, so Sass. Der Herd an Bord seiner „Jana“ kann nun bis 30 Grad Lage frei pendeln.

Kongeniale Zusammenarbeit mit Bootsbauer Paul Hinz

Nachdem Georg Nissen die Zeichnungen mit einem Schwenkkiel und einem verlängerten Aufbau abgeändert hatte, stellte Hans Peter Sass zwei Bootsbauer ein, die den Rumpf auf einem stillgelegten Bauernhof „in der Geest“ fertigen sollten. „Ich hatte großes Glück mit dem Bootsbauer Paul Hinz, der nicht nur sehr gute handwerkliche Qualitäten besaß, sondern auch tolle Anregungen und Ideen hatte, für die ich ihm heute noch dankbar bin“, sagt Sass. „Leider hat Paul den Bau des Schiffes nur um wenige Jahre überlebt. Doch ich bin ihm immer noch so dankbar für seine tolle Arbeit, dass ich seiner Witwe selbst heute noch, 20 Jahre später, jeden Winter ein Weihnachtsgeld schicke. Solch begabte Bootsbauer gibt es ja nicht viele bei uns.“

Als Baumaterial schlug Nissen Strongplank vor, zwölf Meter lange und GFK-ummantelte Schaumleisten, die sich einfach verarbeiten lassen und dann mit GFK überzogen werden. „Ich habe damals sogar einen Kurzlehrgang für Selbstbauer besucht und war überrascht, wie einfach es war, damit etwas anzufertigen“, sagt Sass. Auch heute noch beeindruckt das Ergebnis, und man möchte kaum glauben, dass das Boot nicht aus einer Negativform stammt.

Insgesamt zwei Kubikmeter Teak wurden in dem Boot verarbeitet. Ich glaube, sogar noch mehr“

„Nachdem der Rumpf fertiggestellt war, ergab sich die Möglichkeit, die ehemalige Bieritz-Werft in Friedrichskoog zu mieten“, sagt Sass, „also zog die halbfertige ‚Jana vun de Geest‘ in die Marsch, wo auch Paul der Bootsbauer wohnte“, so Sass. Eine spannende Zeit für den Ingenieur, in der er seinen Traum Stück für Stück Realität werden sah. Doch Sass schaute nicht nur zu – während der Bauzeit entwickelte er immer neue Detaillösungen, die Hinz dann umsetzen musste. „Ich saß in meinem Konstruktionsbüro ja an der Quelle und konnte meine Ideen gleich zeichnen lassen“, sagt Sass.

Doch bei Bootsbauer Paul erweckte er mit seinen Ideen nicht immer Begeisterung, vor allem nicht im Fall einer runden Pinne. „‚Dat geiht nich‘, sagte Paul zunächst, ließ sich dann aber auf ein ‚Also wenn, dann können wir das so machen ...‘ herunterhandeln“, so Sass. Paul Hinz wusste genau, welche Lösungen bootsbauerisch umsetzbar waren. „Beim Lukenrahmen aus acht Zentimeter dickem massiven Teakholz meinte Paul nur: ‚Hans Peter, das soll doch eine Yacht werden, warum so massiv?‘“ Gebaut hat er ihn aber trotzdem.

„Einige Jahre nach Pauls Tod habe ich seine beiden erwachsenen Töchter mal mit zur ‚Jana‘ genommen“, erinnert sich Sass. Als er seinen Segelkameraden die Töchter von Bootsbauer Paul vorstellte, da wusste jeder ein paar lobende Worte auf dessen Handwerkskunst anzubringen. „Als solch einen geschätzten Künstler kannten wir unseren Vater gar nicht“, sagten die Töchter später, „wir haben ihn nur immer zur Werft gebracht und abends wieder abgeholt.“

Viele spezielle Lösungen, die auf Langfahrterfahrungen beruhen

Auch im Innenausbau hatte Hans Peter Sass spezielle Wünsche: Die Wände über den Kojen mussten mit Wegerungen aus Teakleisten verkleidet werden, „das gehört sich für mich so“, die Muttern der Decksbeschläge sollten von unten sichtbar sein, „dann sieht man sofort, welche Schraube leckt“. Die Abstände der Inneneinbauten wurden nicht zu groß gewählt, „damit man auf See guten Halt hat“, und rund um den Aufbau verläuft ein stabiler, aber kaum auffälliger Handlauf. Viele spezielle Lösungen, die auf seinen Langfahrterfahrungen beruhen. Der Ölzeugschrank besitzt einen eigenen Heizungsausströmer „damit wir beim Wachwechsel in warmes Ölzeug steigen können“, und die Tür zum Vorschiff ist auf einem Drittel der Höhe teilbar. „Da steckt natürlich eine Geschichte dahinter“, leitet Hans Peter Sass eine weitere Anekdote ein, die er immer höchst amüsant erzählt. „Einmal ist mir auf See ein Segelsack so ungünstig in den Raum zwischen Tür und Koje gerutscht, dass wir sie zertrümmern mussten, um hineinzugelangen.“ Ein ungewöhnlicher Fall. „Das kann jetzt jedenfalls nicht mehr passieren.“

Wo es sich als sinnvoll erachtete, wurde massives Teakholz verwendet, etwa bei den Fußbodenbrettern, der Tischplatte, den Treppenstufen. „Insgesamt zwei Kubikmeter Teak sind in dem Boot verarbeitet“, sagt Sass mit einem Augenzwinkern, „ich glaube, ich habe sogar noch etwas nachkaufen müssen.“ Die Decksbalken hat Paul Hinz aus mehreren Leisten verleimt, und das lackierte Teakholz kontrastiert wunderbar mit der weißen Decke. Überhaupt wirkt die gesamte Komposition von Materialien und Farben mehr als schiffig. Und stabil.

Ein schiffige und wirklich seetaugliche Kabine

Auch das Teakdeck ließ Sass etwas dicker fertigen als vorgesehen. Hinz belegte nicht nur die Laufdecks mit Zwölf-Millimeter-Leisten, sondern auch gleich den Aufbau. „Nissen schlug vor, den Wasserpass fünf Zentimeter höher anzusetzen“, erinnert sich Sass. Das viele Holz an Deck in Verbindung mit den flush installierten Backskistendeckeln schafft das Gefühl, als wäre alles aus einem Guss. Eine Konsequenz, die viele Designer schätzen, die Werften aus Kostengründen aber selten realisieren.

Beim Gang über Deck ist zu spüren, wie massiv und stabil das Schiff gebaut ist. Auch beim Rumpfbau war nicht gespart und insgesamt eine Tonne Epoxidharz verbaut worden. „Doch heute noch bin ich froh, dass ich das Boot so stabil habe bauen lassen“, sagt Sass. Zu schwer geworden ist seine „Jana“ jedoch nicht. „Sie wiegt 6,4 Tonnen“, sagt Sass, leicht verlegen. Für einen zwölf Meter langen Einzelbau ist das völlig im Rahmen.

Der Kielkasten sitzt mittig im Salon, ist komplett aus Stahl gefertigt und dann mit Holz verkleidet. Durch die massive Bauweise ist er stabil genug, um ein kleines Gimmick unterzubringen, das sich unter dem hinteren Deckel verbirgt: „Hier kann zum Kranen ein starker Draht eingeschäkelt werden, an dem sich das ganze Boot anheben lässt. Krangurte sind bei diesem Boot nicht nötig.“

Am vorderen Ende des Kielkastens befindet sich eine einfache und völlig unanfällige Anzeige für die Kielabsenkung. Statt Sensor und digitaler Anzeige hat Sass einfach ein Stück Dyneema auf der einen Seite mit dem Schwenkkiel verbunden, auf der anderen Seite mit einem Gummistropp. „Einfacher geht es nicht“, versichert Sass, „aber so sehen wir immer zuverlässig, wie weit der Kiel unten ist.“

Zweckmäßigkeit war wichtiger als Komfort

Auf übermäßigen Komfort moderner Fahrtenboote wie eine Dusche oder einen großen Kühlschrank hat Sass beim Bau verzichtet. Zweckmäßigkeit beim Leben auf See in Form von stabilen Leesegeln oder hohen Schlingerleisten war ihm bei der Konzeption bedeutend wichtiger.

Der Wind weht leicht an diesem herbstlichen Vormittag, und leichtfüßig klettert Hans Peter Sass über das Deck seiner „Jana“, um die Leinen loszuwerfen. Segeln hält ihn sichtlich fit. Die Leinen werden auf den Pfählen deponiert, der Rückwärtsgang eingelegt. „Achtung, jetzt wird es gleich mal hektisch“, warnt er uns, denn der Abstand zwischen dem Ende seiner Box und der Heckpfahlreihe am Nachbarsteg wirkt etwas kurz für das lange Schiff, das zudem noch mit einer Doppelruderanlage ausgestattet ist. Drehen auf engstem Raum funktioniert nur über den Radeffekt. Doch mit einem gekonnten Manöver und einem schnellen Vor-zurück-Wechsel gelingt es Sass, die Bugspitze seiner „Jana“ zielgenau am Heck des Nachbarbootes vorbei zu drehen. Ein routiniertes Manöver. Der 29 PS starke Yanmar-Diesel schnurrt leise unter dem Cockpitboden. Es ist bereits der zweite Motor, seit das Boot zu Wasser ging. Schnell liegt die Hafeneinfahrt im Kielwasser, und der Kiel kann auf volle 2,25 Meter abgesenkt werden. Am Mast zieht Sass Hand über Hand das Großsegel hoch, während seine Frau Christa die Lose aus dem Fall holt. Ein eingespieltes Team.

Seine Frau bleibt an der Pinne. Trotz des leichten Windes nimmt „Jana vun de Geest“ schnell Fahrt auf, setzt jede Bö augenblicklich in Beschleunigung um. Dabei liegt sie völlig ausgeglichen auf dem Ruder, auch als stärkere Drücker einfallen und das Schiff ordentlich krängt. Zugleich breitet sich ein Strahlen auf Hans Peter Sass’ Gesicht aus, das bis zum Festmachen nicht mehr verschwinden wird. Selbst nach 35.000 Seemeilen hat sich seine Freude am Schiff noch nicht abgenutzt. Völlig beseelt sitzt er auf dem Süll und genießt das rauschende Kielwasser seiner „Jana“.

Das Cockpit ist durchdacht und gut bedienbar

Das Cockpit ist überaus lang und tief, die Arbeitsposition stehend zwischen den Sitzbänken sicher und effektiv. Ein echtes Manövercockpit, in dem alle Leinen und Winschen gut erreichbar sind. Bei der Wende müssen die Backstagen bedient werden, was Hans Peter Sass und seiner Frau Christa längst ins Blut übergegangen ist. „Bei meiner Grenada 34 ist gleich im ersten Jahr auf einer Regatta der Mast gebrochen“, sagt Sass, „damals habe ich mich statt für ein neues Topprigg dann für ein 7/8-Rigg entschieden, was viele Umbauarbeiten erforderlich gemacht, sich aber gelohnt hat.“ Deshalb wurde „Jana vun de Geest“ ebenfalls 7/8 geriggt.

Nach dem ersten Probeschlag von Meldorf aus hat Sass den Segelplan dann noch einmal optimiert: „Der Baum wirkte optisch zu hoch, deshalb haben wir den Mast noch mal gelegt und den Baum 15 Zentimeter weiter unten angeschlagen. Das sah besser aus.“ Der Segelplan wirkt nun sehr sportlich und zugleich gefällig. Das Rigg besitzt neben den Achterstagen auch ein Jumpstag, und viele Komponenten sind aus Dyneema gefertigt, alle Verbindungen sauber gespleißt. Die Großschot wird an einem Traveller mitten im Cockpit gefahren und besitzt zwei Übersetzungen. Hans Peter Sass sitzt bequem ans Süll gelehnt und hält in einer Hand seine als Holzring gefertigte Pinne. „Der Abstand passt genau. Zumindest für mich“, lacht er. Die Pinne war die vielen Diskussionen mit Bootsbauer Paul Hinz wirklich wert.

Es gibt nichts, was der Eigner ändern würde

Während „Jana vun de Geest“ die Förde hinuntersegelt und ihre Crew über Bootsbau und viele erinnerungswürdige Reisen plaudert, knirscht es plötzlich leise unter dem Boot und „Jana“ kommt zum Stehen. „Auweia, wie peinlich. Wir sind auf eine Sandbank gelaufen“, sagt Hans Peter Sass. Doch seine Frau Christa und er bleiben völlig entspannt. Am achteren Ende des Cockpits befinden sich zwei Druckknöpfe, unter denen „Heben“ und „Senken“ steht. Auf Knopfdruck kann die Crew per Hydraulik den Tiefgang von 2,25 Meter auf nur 1,10 Meter verringern. Sass drückt den richtigen Knopf, und binnen kaum einer Minute schwimmt „Jana vun de Geest“ wieder frei, treibt nach Lee und nimmt Fahrt auf. „Das ist das Schöne an einem Schwenkkieler“, sagt Hans Peter Sass und grinst. Es war bei Weiten nicht das erste Mal, dass „Jana“ Grundberührung hatte. „Meist jedoch in Wattenrevieren“, bestätigt Sass, „und nicht ganz so überraschend wie eben.“

Rückblickend wüsste Hans Peter Sass nichts, was er an dem Boot ändern würde. „Auf der ersten Regatta nach Schottland fuhren wir damals gleich in schweres Wetter“, erinnert er sich, „und mussten feststellen, dass die Ablaufrinnen der Backskisten ein wenig tiefer sein könnten. Das haben wir dann optimiert.“ Das ist alles. In 20 Jahren. „Dank ausgiebiger Planung ist uns das Boot schon recht gut gelungen.“

Das finden auch andere Segler, denen Sass auf seinen vielen Reisen begegnet ist. „Ein Segler aus England hat unser Boot mal von der Kanalfähre Dover–Calais aus gesehen und fotografiert. Über den DSV hat er dann unseren Yachtclub ausfindig gemacht und das Foto dorthin geschickt“, sagt Sass, sichtlich beeindruckt von dem Aufwand, den der Brite betrieben hat. In Belgien hatte er kürzlich ein ähnliches Erlebnis: „Da sagte mir ein Belgier: ‚Sie haben aber einen schönen modernen Klassiker‘“, betont Sass. „Und das hat mich richtig froh gemacht, denn genau das hatte ich ja damals mit meinem Entwurf im Sinn – ein modernes Schiff mit klassischen Linien.“


Technische Daten „Jana vun de Geest“

  • Konstrukteur: Georg Nissen
  • Gesamtlänge: 11,99 m
  • Wasserlinienlänge: 10,00 m
  • Breite: 3,20 m
  • Tiefgang/alternativ: 1,10/2,25 m
  • Gewicht: 6,4 t
  • Ballast/-anteil: 2,1 t/33 %
  • Großsegel: 42,2 m²
  • Fock: 24,0 m²
Foto: Werft

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