Michael Good
· 07.08.2023
Im Test auf dem Greifswalder Bodden bei ganz unterschiedlichen Windbedingungen kann die Hanse 410 unter Segeln überzeugen. Die Konstruktion aus dem Studio von Berret-Racoupeau in Frankreich zeigt ein hohes Leistungspotenzial, läuft eine ungewöhnliche Höhe am Wind und verhält sich beim Steuern leicht und agil. So viel an dieser Stelle vorab. Der vollständige Testreport mit der kompletten Beurteilung der Segeleigenschaften und des Komforts an und unter Deck sowie der Einordnung der vielen Details und der Preise folgt dann bereits in der nächsten Ausgabe der YACHT. Das Heft 19/2023 erscheint Anfang September.
Hanseyachts in Greifswald komplettiert schrittweise die jüngste Generation seiner Fahrtenyachten. Als neustes Modell soll die Hanse 410 jetzt an die Erfolge ihrer größeren Schwestern Hanse 460 (zur Vorstellung) und 510 (zum Testbericht) anknüpfen können. Die neue 410 folgt jetzt mit viel optischer, aber auch konzeptioneller Linientreue nach. Übernommen wurden die Gestaltung und das generelle Layout an Deck. Das heißt unter anderem: zwei Tische im Cockpit für eine freie Passage durch die Plicht sowie eine konsequente Rückführung von allen Fallen, Schoten und Trimmleinen bis zu den Steuerständen. Standard ist die Selbstwendefock, die Hanse 410 kann aber auch mit einer überlappenden Genua mit Holepunkten an Deck ausgestattet werden. Dazu ist auf Wunsch ein Rollmast möglich.
Anders als bei den größeren Schwestern 460 und 510, ist bei der Hanse 410 die Pantry nicht mehr als langes Element in den Salon gebaut, sondern in sehr großzügig gestalteter L-Form am Niedergang platziert. Das lässt im Salon mehr Platz für ein zweites Sofa auf der Steuerbordseite und die Möglichkeit auf eine richtige Navigation. Der Kunde kann kann wählen, ob er in der geräumigen Eignerkabine zusätzlich eine zweite Nasszelle haben will. Varianz ist zudem für den Ausbau im Achterschiff gegeben: Machbar sind dort entweder zwei symmetrische Achterkabinen oder eine Kammer plus eine große und begehbare Backskiste, die sowohl direkt aus dem Cockpit wie auch von innen direkt durch eine Tür erreicht werden kann.
In der Basis wird die neue Hanse 410 mit einem Einbaudiesel von Yanmar mit 39 PS Leistung, Saildrive-Antrieb und Zweiblatt-Festpropeller spezifiziert. Eine größere Maschine mit 56 PS Leistung ist ebenfalls machbar. Und: Als Alternative zum Einbaudiesel bietet Hanse die 410 mit einem Elektroantrieb an. Der Grundpreis für die Hanse 410 liegt bei 299.760 Euro brutto, inkl. 19 % Mehrwertsteuer und inklusive eines einfachen Satzes Amwind-Segel von Elvstrøm.

Redakteur Test & Technik
Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.