Europas Yachten des Jahres 2022Was die Jury über die Sieger sagt – Teil 1: Hanse 460

Jochen Rieker

 · 24.01.2022

Europas Yachten des Jahres 2022: Was die Jury über die Sieger sagt – Teil 1: Hanse 460Foto: YACHT/Andreas Lindlahr

Seit Freitag stehen die Titelträger bei Europas Yacht des Jahres fest. Aber was genau zeichnet sie aus? Hier erfahren Sie es! Los geht's mit den Fahrtenbooten

Leicht war das nicht. Gegen bemerkenswert starke Konkurrenz in der Klasse der Fahrtenboote konnte sich die Hanse 460 am Ende aber doch überzeugend durchsetzen. Folglich verwundert nicht, dass die gesamte Crew der Produktentwickler in Greifswald nach der Preisverleihung gleich mehrere sehenswerte Tänzchen aufführten.

Auch Dr. Jens Gerhardt, der Ende des Monats seinen Posten als Unternehmenschef verlässt und künftig nur noch beratend für die Werft tätig sein wird, zeigte sich in der anschließenden Zoom-Konferenz von Jury und Siegern sichtlich bewegt. Unter seiner Ägide holten die Greifswalder insgesamt vier Titel – zwei für Hanse (315, 460), zwei für Dehler (38, 30 od). Und der jüngste ist vielleicht der wichtigste.

Mit über 200 verkauften Einheiten zählt die Hanse 460 aus dem Stand zu den Blockbustern des Modellprogramms und dürfte nach Umsatz das derzeit erfolgreichste Boot der Werft sein. In gewisser Weise war es obendrein ein Wagnis. Denn die 460 kommt nicht von den langjährigen Haus-Konstrukteuren Judel/Vrolijk, sondern von Berret/Racoupeau aus Frankreich.

Dieser Wechsel erschien manchen in der Branche riskant, tatsächlich jedoch war er ein Gewinn – das macht spätestens der Titel bei Europas Yacht des Jahres 2022 deutlich. Und das unterstreichen auch die Aussagen der Fachjuroren, die wir im Folgenden dokumentieren.

Roland Duller von der "Yachtrevue" in Österreich urteilte: "Die 460 ist ein Novum in der Hanse-Palette. Das erste Modell der französischen Designer hat einen supermodernen Rumpf, sieht eher aus wie ein Racer als eine Fahrtenyacht, überzeugt bei Leicht- wie bei Starkwind und bietet viel Platz."

Pasi Nuutinen, Testchef von "Vene" in Finnland, sprach von einem regelrechten "Sprung nach vorn". Besonders hob er hervor, dass die Werft "dabei die traditionellen Hanse-Tugenden wie ordentliche Qualität und eine vernünftige Preisgestaltung beibehält."

Und Toby Hodges von der englischen "Yachting World" befand: "Die mutige Entscheidung von Hanse, den Designer zu wechseln, hat sich offenbar ausgezahlt. Die 460 erfüllt geschickt ihre Aufgabe, einen voluminösen Rumpf zu bieten, der dennoch leistungsfähig ist. Sie verfügt über eine ansprechende äußere Ästhetik, ist angenehm zu segeln und vermittelt das Gefühl einer größeren Yacht – insbesondere im Cockpit."

Das sieht Joakim Hermansson von "Praktisk Båtågande" in Schweden ganz ähnlich: "Mit den neuen Designern von Berret-Racoupeau hat Hanse einen riesigen Schritt in Richtung moderner und eleganterer Linien gemacht als bei allen früheren Modellen der Werft. Aber bei diesem neuen 46-Fußer geht es definitiv nicht nur um das Aussehen, sondern auch um die Vielseitigkeit. Der Käufer hat die Wahl zwischen drei geräumigen Doppelkabinen plus einem großen separaten Multifunktionsraum bis hin zu zehn Kojen in fünf Kammern. Dank der radikalen Rumpfform lässt sich diese voluminöse Yacht erstaunlich gut segeln."

Morgen lesen Sie an dieser Stelle die Jury-Kommentare zur JPK 39 Fast Cruiser, Siegerin in der Kategorie Performance Cruiser, die wir auch in einer Fotogalerie ausführlich vorstellen.

Die komplette und noch weit umfassendere Berichterstattung zu den Siegern und den Nominierten folgt in Kürze in YACHT 4/2022, ab Freitag bei den Abonnenten, ab Mittwoch, 2. Februar, am Kiosk oder online im Delius-Klasing-Shop (hier klicken!)

Modern. Fülliges Vorschiff und durchgehende, hart abgesetzte Chines
Foto: YACHT/Andreas Lindlahr

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