Dufour 54Flexible Innenräume, variable Ausstattung

Michael Good

 · 30.08.2026

Dank absenkbarer Fläche lässt sich die Sitzgruppe zur Doppelkoje umbauen.
Foto: YACHT / Nils Günter
​Die Dufour 54 verbindet großzügigen Wohnkomfort mit ungewöhnlich vielen Möglichkeiten bei Ausbau und Ausstattung. 16 Layoutvarianten, drei bis fünf Doppelkabinen und zwei Pantrylösungen erlauben unterschiedliche Konfigurationen für Eigner und Charter. Im zweiten des Testreports geht es unter Deck. Wir werfen ein Blick auf die Details, auf die Qualitäten und natürlich auch auf die Preisliste.

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​Beim Ausbau zeigt sich Dufour vielseitiger und ideenreicher als viele Wettbewerber. Durch die Kombination verschiedener Optionen stehen insgesamt nicht weniger als 16 Layoutvarianten zur Wahl. Die Dufour 54 kann je nach Nutzung mit drei, vier oder sogar fünf Doppelkabinen ausgestattet werden und eignet sich damit sowohl als gehobene Eigneryacht mit Blauwasserambitionen als auch für den Einsatz im Charterbetrieb.


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Besonders wandelbar ist die Gestaltung im Vorschiff. Dort kann in der Eignerausführung das 1,60 Meter breite Doppelbett entweder klassisch in Längsrichtung oder, wie auf dem Testschiff, quer und seitlich angeordnet werden. Diese Lösung wirkt originell und schafft ein attraktives Raumempfinden, ist für den Einsatz auf See allerdings nicht geeignet, weil die Koje bei Seegang und Krängung kaum nutzbar ist.

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Für den Chartereinsatz lässt sich das Vorschiff zudem in zwei Kabinen mit jeweils eigener Nasszelle unterteilen. Die Liegeflächen sind nach Werftangaben in dem Fall aber nur 1,28 Meter breit und eignen sich damit nur zur Einzelnutzung.

Zwei Pantrylösungen und viele Oberflächen

Auch für die Pantry bietet Dufour zwei verschiedene Lösungen an: Sie kann quer am vorderen Hauptschott oder längs an der Seite des Salons eingebaut werden. Ergänzt wird die Grundrissvielfalt durch eine breite Auswahl an Hölzern, Farben, Stoffen und Oberflächen. Damit lässt sich das Interieur für ein Großserienboot ungewöhnlich weit individualisieren.

Auf dem Testschiff hat Dufour für den Innenausbau noch Echtholz verbaut. Damit dürfte jedoch bald Schluss sein. Dem allgemeinen Trend folgend stellt die Werft künftig ebenfalls auf Laminatoberflächen um. Diese sind zwar in der Fertigung etwas teurer, bieten im täglichen Gebrauch aber mehrere Vorteile: Sie reagieren weniger empfindlich auf Kratzer und Stöße, verändern ihre Farbe unter Lichteinwirkung kaum und lassen sich bei Beschädigungen einfach und unauffällig ersetzen.

Laminatböden mit Schwächen beim Testboot

Bei den Bodenbrettern kommt Laminat bereits jetzt zum Einsatz. Sie sind auf einem durchgehenden Blindboden aus Sperrholz verschraubt, wodurch die Konstruktion auch unter Trittbelastung erfreulich ruhig bleibt und nicht knarzt.

Ausgerechnet hier zeigt das Testschiff allerdings Schwächen: Die Bodenbretter sind teilweise unsauber verlegt, die Spaltmaße fallen unterschiedlich aus, und an einigen Stellen bleiben scharfkantige Überstände zurück, an denen man sich barfuß leicht verletzen kann. Hier muss die Werft noch nachbessern.

Was die Dufour 54 tatsächlich kostet

In der Preisliste steht die Dufour 54 zunächst mit einem Brutto-Grundpreis von 553.350 Euro. Segelfertig ist das Schiff damit allerdings noch nicht. Für die wesentlichen und in der Praxis unverzichtbaren Ausstattungspositionen hat die Werft deshalb ein zusätzliches Easy-Paket zusammengestellt.

  • Grundpreis ab Werft: 600.950 €
  • Standardausrüstung inklusive: Motor, Segel, Schoten, Reling, Positions­laternen, Batterie, Kom­pass, Polster, Pantry/Kocher, Lenzpumpe, WC, Segelkleid (Lazy-Bags), Feuerlöscher, E-Kühlfach, Fä­kalien­tank mit Absaugung
  • Gegen Aufpreis: Mooring Kit (Delta-­Anker mit Kette, Fender, Festmacher) 4.640 €; Antifouling 5.830 €; segelklare Übergabe 3.500 €
  • Preis segelfertig: 614.920 €
  • Garantie/gegen Osmose: 2/5 Jahre
  • Aufpreis für Komfort-Ausstattung: Leinenverstellb. Holepunkte Paket; Traveller Paket; Elektrische Ankerwinsch inkl.; Rohrkicker inkl.; Achterstagspanner 4.165 €; Springklampen inkl.; Sprayhood 7.735 €; Teak im Cockpit 15.110 €; UKW-Funkgerät E-Paket; Logge und Echolot E-Paket; Windmessanlage E-Paket; Autopilot E-Paket; Electronic Sailing Pack 17.255 €; Ladegerät inkl.; Landanschl. mit FI-Schalter inkl.; 230-Volt-Steckdose (1) inkl.; 12-Volt-Steckdose in der Navi inkl.; Heizung 20.230 €; Druckwassersystem inkl.; Warmwasser-Boiler inkl.; Dusche WC-Raum inkl.; Cockpitdusche inkl.
  • Komfortpreis: 679.415 €
  • Im Preis enthalten: Vorsegel-Rollanlage, Drei-Saling-Rigg; zwei Cockpittische, absenkbar; Staufach für Rettungsinsel, Badeplattform, Selbstwendefock

​​Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier.

​Dazu gehören unter anderem das komplette Rigg sowie ein einfacher Segelsatz aus Groß und Selbstwendefock. Dieses unverzichtbare Paket kostet 47.600 Euro und ist zwingender Bestandteil der Bestellung. Der effektive, ausstattungsbereinigte Basispreis steigt damit auf knapp 601.000 Euro und liegt etwas über den Angeboten der Konkurrenz, zum Beispiel von Beneteau, Bavaria oder Hanse.

Dufour 54 zwischen Eigner- und Charteryacht

Die Dufour 54 verbindet überraschend gute Segelleistungen mit einer außergewöhnlichen Vielfalt bei Ausbau und Ausstattung. Die große Zahl an Layouts erlaubt eine klare Ausrichtung auf unterschiedliche Nutzungsprofile. Eigner können das Vorschiff, die Pantry und die Oberflächen stärker auf Langfahrt und Privatsphäre zuschneiden. Charterbetreiber erhalten Varianten mit hoher Kabinenzahl und separaten Nasszellen.

Gerade diese Mischung macht die Dufour 54 zu einer interessanten Neuerscheinung in ihrer Klasse. Sie ist keine reine Performance-Yacht, aber auch kein ausschließlich auf Volumen und Komfort ausgelegtes Fahrtenschiff.


YACHT-Bewertung der Dufour 54

​Das neue Flaggschiff von Dufour stellt sich als attraktives und sehr geräumiges Fahrtenschiff mit Blauwasser-Ambitionen vor. Auch die Segeleigenschaften sind im Test bei leichtem Wind überzeugend, trotz einer eher bescheidenen Ausstattung des Testschiffes.

Konstruktion und Konzept

Vielseitig und wandelbar

Solide Bauausführung

Innovatives Cockpitlayout

Tiefe Sitzposition am Steuerrad

Segelleistung und Trimm

Sehr ausgewogene Steuerung

Hohes Leistungspotenzial

Gutes Handling für die Crew

Eingeschränkt einhandtauglich

Wohnen und Ausbauqualität

Zahlreiche Ausbauvarianten

Ideenreiche Layouts

Laminat für den Innenausbau

Unstimmige Bodenbretter

Ausrüstung und Technik

Viele Luken, große Fenster

Elektro-Hybridantrieb optional

Sportliches Drei-Saling-Rigg

Selbstwendefock oder Genua


​Die Dufour 54 im Detail

Ausbau unter Deck: In Kombination sämtlicher Optionen sind nicht weniger als 16 Layoutvarianten für den Ausbau möglich. Dazu kann der Käufer bei Farben, Hölzern und Materialien weiter individualisieren. Optional viel Kapazität 
Im Standard ist ein Kühlschrank mit 260 Liter Kapazität vorgesehen. Knapp 200 Liter zusätzlich sind als Extra drin.Foto: YACHTAusbau unter Deck: In Kombination sämtlicher Optionen sind nicht weniger als 16 Layoutvarianten für den Ausbau möglich. Dazu kann der Käufer bei Farben, Hölzern und Materialien weiter individualisieren. Optional viel Kapazität Im Standard ist ein Kühlschrank mit 260 Liter Kapazität vorgesehen. Knapp 200 Liter zusätzlich sind als Extra drin.

Werft

Dufour Yachts, F-17180 Périgny (Frankreich); www.dufour-yachts.com

Vertrieb

Händlernetz


16 Layouts, flexible Pantry, Komfortoptionen und ein Basispreis von knapp 601.000 Euro: Ist diese Vielfalt ein echter Vorteil oder macht sie die Kaufentscheidung unnötig kompliziert? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

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Michael Good

Michael Good

Redakteur Test & Technik

Michael Good ist Testredakteur bei der YACHT und kümmert sich in der Funktion in erster Linie um neue Boote, deren Vorstellung sowie um die Produktion von Testberichten. Michael Good lebt und arbeitet in der Schweiz am unteren Bodensee. Er segelt seit Kindertagen und ist neben seiner beruflichen Tätigkeit auch seit vielen Jahren als aktiver Regattasegler unterwegs, derzeit vor allem in den Klassen Finn Dinghi und Melges 24. Zudem ist er Miteigner von einem 45er Nationalen Kreuzer mit Baujahr 1917. Michael Good arbeitet seit Januar 2005 für die YACHT-Redaktion und hat in der Zeit gegen 500 Yachten, Katamarane und Jollen getestet.

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