Beim Ausbau zeigt sich Dufour vielseitiger und ideenreicher als viele Wettbewerber. Durch die Kombination verschiedener Optionen stehen insgesamt nicht weniger als 16 Layoutvarianten zur Wahl. Die Dufour 54 kann je nach Nutzung mit drei, vier oder sogar fünf Doppelkabinen ausgestattet werden und eignet sich damit sowohl als gehobene Eigneryacht mit Blauwasserambitionen als auch für den Einsatz im Charterbetrieb.
Besonders wandelbar ist die Gestaltung im Vorschiff. Dort kann in der Eignerausführung das 1,60 Meter breite Doppelbett entweder klassisch in Längsrichtung oder, wie auf dem Testschiff, quer und seitlich angeordnet werden. Diese Lösung wirkt originell und schafft ein attraktives Raumempfinden, ist für den Einsatz auf See allerdings nicht geeignet, weil die Koje bei Seegang und Krängung kaum nutzbar ist.
Für den Chartereinsatz lässt sich das Vorschiff zudem in zwei Kabinen mit jeweils eigener Nasszelle unterteilen. Die Liegeflächen sind nach Werftangaben in dem Fall aber nur 1,28 Meter breit und eignen sich damit nur zur Einzelnutzung.
Auch für die Pantry bietet Dufour zwei verschiedene Lösungen an: Sie kann quer am vorderen Hauptschott oder längs an der Seite des Salons eingebaut werden. Ergänzt wird die Grundrissvielfalt durch eine breite Auswahl an Hölzern, Farben, Stoffen und Oberflächen. Damit lässt sich das Interieur für ein Großserienboot ungewöhnlich weit individualisieren.
Auf dem Testschiff hat Dufour für den Innenausbau noch Echtholz verbaut. Damit dürfte jedoch bald Schluss sein. Dem allgemeinen Trend folgend stellt die Werft künftig ebenfalls auf Laminatoberflächen um. Diese sind zwar in der Fertigung etwas teurer, bieten im täglichen Gebrauch aber mehrere Vorteile: Sie reagieren weniger empfindlich auf Kratzer und Stöße, verändern ihre Farbe unter Lichteinwirkung kaum und lassen sich bei Beschädigungen einfach und unauffällig ersetzen.
Bei den Bodenbrettern kommt Laminat bereits jetzt zum Einsatz. Sie sind auf einem durchgehenden Blindboden aus Sperrholz verschraubt, wodurch die Konstruktion auch unter Trittbelastung erfreulich ruhig bleibt und nicht knarzt.
Ausgerechnet hier zeigt das Testschiff allerdings Schwächen: Die Bodenbretter sind teilweise unsauber verlegt, die Spaltmaße fallen unterschiedlich aus, und an einigen Stellen bleiben scharfkantige Überstände zurück, an denen man sich barfuß leicht verletzen kann. Hier muss die Werft noch nachbessern.
In der Preisliste steht die Dufour 54 zunächst mit einem Brutto-Grundpreis von 553.350 Euro. Segelfertig ist das Schiff damit allerdings noch nicht. Für die wesentlichen und in der Praxis unverzichtbaren Ausstattungspositionen hat die Werft deshalb ein zusätzliches Easy-Paket zusammengestellt.
Stand 2026, wie die ausgewiesenen Preise definiert sind, lesen Sie hier.
Dazu gehören unter anderem das komplette Rigg sowie ein einfacher Segelsatz aus Groß und Selbstwendefock. Dieses unverzichtbare Paket kostet 47.600 Euro und ist zwingender Bestandteil der Bestellung. Der effektive, ausstattungsbereinigte Basispreis steigt damit auf knapp 601.000 Euro und liegt etwas über den Angeboten der Konkurrenz, zum Beispiel von Beneteau, Bavaria oder Hanse.
Die Dufour 54 verbindet überraschend gute Segelleistungen mit einer außergewöhnlichen Vielfalt bei Ausbau und Ausstattung. Die große Zahl an Layouts erlaubt eine klare Ausrichtung auf unterschiedliche Nutzungsprofile. Eigner können das Vorschiff, die Pantry und die Oberflächen stärker auf Langfahrt und Privatsphäre zuschneiden. Charterbetreiber erhalten Varianten mit hoher Kabinenzahl und separaten Nasszellen.
Gerade diese Mischung macht die Dufour 54 zu einer interessanten Neuerscheinung in ihrer Klasse. Sie ist keine reine Performance-Yacht, aber auch kein ausschließlich auf Volumen und Komfort ausgelegtes Fahrtenschiff.
Vielseitig und wandelbar
Solide Bauausführung
Innovatives Cockpitlayout
Tiefe Sitzposition am Steuerrad
Sehr ausgewogene Steuerung
Hohes Leistungspotenzial
Gutes Handling für die Crew
Eingeschränkt einhandtauglich
Zahlreiche Ausbauvarianten
Ideenreiche Layouts
Laminat für den Innenausbau
Unstimmige Bodenbretter
Viele Luken, große Fenster
Elektro-Hybridantrieb optional
Sportliches Drei-Saling-Rigg
Selbstwendefock oder Genua
Dufour Yachts, F-17180 Périgny (Frankreich); www.dufour-yachts.com
Händlernetz
16 Layouts, flexible Pantry, Komfortoptionen und ein Basispreis von knapp 601.000 Euro: Ist diese Vielfalt ein echter Vorteil oder macht sie die Kaufentscheidung unnötig kompliziert? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.

Redakteur Test & Technik
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