Berckemeyer 53 DSEvolution eines Erfolgsmodells

Fridtjof Gunkel

 · 03.05.2026

Die Baunummer 3 der BM 53 DS (Foto) wurde konsequent weiterentwickelt.
Illustrationen: Berckemeyer Yacht Design

Themen in diesem Artikel

Aluminiumbau machts möglich: Bereits die Baunummer 4 der BM 53 DS zeigt eine konsequente Weiterentwicklung bis hin zu frischen Rumpflinien.

Mit der jüngsten Version präsentiert sich die Decksalonyacht von Berckemeyer in ihrer bisher konsequentesten Weiterentwicklung. Was 2018 mit der auch auf den deutschen Regattabahnen erfolgreichen „Sunbird" begann, ist heute das Ergebnis eines kontinuierlichen Optimierungsprozesses – getrieben von Erfahrungen auf dem Wasser, dem Dialog mit den Eignern und dem kompromisslosen Anspruch des Konstrukteurs. Länge und Breite bleiben gegenüber den Baunummern 2 und 3 unverändert. Was sich grundlegend gewandelt hat, sind die Rumpflinien – und das signifikant. Inspiriert von den jüngsten Entwürfen der BM 50 und der BM 42 DS (heute bekannt als PURE 42), präsentiert sich der Rumpf der Baunummer 4 mit einem volleren Bug und einem noch flacheren Heck. Der Vorfuß im Bugbereich entfällt vollständig, der Steven wurde von senkrecht auf negativ angestellt mofdifiziert. Oberhalb der Chines verlaufen die Spanten nun nahezu senkrecht – eine Geometrie, die insgesamt bei Krängung eine breitere Unterwasserschiffsfläche erzeugt und damit die Formstabilität deutlich steigert, so Konstrukteur Martin Menzner aus Stein an der Kieler Förde.

Schneller, steifer, mehr Hub

Das Ergebnis: schnellere Rumpflinien, mehr aufrichtendes Moment. Eines der technischen Highlights der Baunummer 4 ist der vollständig überarbeitete Hubkiel. Das Prinzip, das der Martin Menzner von Berckemeyer Yacht Design in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich für die kleineren Modelle – von der BM 40 über die BM 42 und PURE 42 bis hin zur BM 50 – entwickelt hat, kommt nun erstmals auch in der BM 53 DS zum Einsatz.

Der Kiel fährt vor dem Mast aus dem Deck heraus und bietet gleich zwei entscheidende Vorteile. Größerer Hub: 1,80 statt bisher 1,60 Meter, der Tiefgang reicht nun von 1,45 bis 3,25 Meter. Fixierbar in jeder Position: Der Kiel lässt sich in jeder beliebigen Stellung arretieren – wer möchte, segelt also auch mit beispielsweise 2,50 Meter Tiefgang. Darüber hinaus ermöglicht das neue System, den Mast noch weiter nach achtern zu versetzen – mit positiven Auswirkungen auf den Segelplan und die Gesamtbalance des Bootes.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Layout und Deckshaus bleiben

Deck, Aufbau und Cockpitlayout bleiben gegenüber den Vorgängerinnen unverändert. Auch das Interieur überzeugt weiterhin mit dem charakteristischen Layout der BM 53 DS: ein geräumiger, echter Decksalon in geschlossener U-Form mit 360-Grad-Rundumblick – ein Merkmal, das die BM zum Ganzjahresboot und einem Explorer werden lässt. Wie bereits die Baunummer 3 wird auch die Baunummer 4 mit einem Carbonmast von Pauger ausgestattet –der ist leicht, steif, und passt zum hohen Leistungsanspruch des Bootes. Das Rigg ist mit doppelten Achterstagen ausgestattet, um ein Fathead-Großsegel zu ermöglichen, die Salinge sind obendrein stark gepfeilt. Eine Kutterfock (Trinquette) setzt weit achterlich des Vorstags an. Das Boot ist mit einer Heckgarage für ein Dingi ausgestattet. Doppelte Ruder, eine Segellast und eine Mittelkabine sind weitere Merkmale.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Mehr Stabilität, schnellere Linien, ein effektiverer Segelplan – und trotzdem bleibt die BM53DS das, was ihre Eigner an ihr schätzen: eine gutmütige, komfortable Fahrtenyacht, die auch mit kleiner Crew sicher und entspannt gesegelt werden kann. Leistung trifft Seetüchtigkeit und Komfort, eine wünschenswerte Idealkombination, die nur selten in dieser ausgeprägten Form erreicht wird.

Der Kaskobau der Baunummer 4 hat im März 2025 bei der renommierten und erfahrenen Yachtwerft Benjamins in Emden begonnen – der Werft, die bereits die ersten drei Rümpfe der BM53DS schweißte. Der Innenausbau folgt ab Herbst bei MFH (Maritime Faserverbundtechnik Haring), ebenfalls in Emden, die bereits die Baunummer 3 ausgebaut haben. Die Übergabe an den Eigner ist für März 2028 geplant.

Typisch Martin Menzner/ Berckemeyer

​Dass die BM53 DS trotz aller Evolution in ihrem Charakter so klar bleibt, hat viel mit der Handschrift von Berckemeyer Yacht Design (BM) zu tun. Das Büro wird seit dem Tod von Oswald Berckemeyer (2004) von Martin Menzner geführt. Der Konstrukteur aus Stein bei Kiel denkt Yachten konsequent vom Einsatz her: moderne, leistungsorientierte Yachten, die nicht auf „Show“ segeln, sondern auf Effizienz, Kontrolle und Reserven – und damit genau auf jene Mischung zielen, die eine schnelle Fahrtenyacht zur verlässlichen Langstreckenplattform macht.

Der Aluminiumbau ist dabei mehr als nur ein robustes Materialversprechen. Er schafft konstruktive Freiheiten, die man an der BM-Reihe immer wieder sieht: Weil die tragende Struktur aus Spanten und Stringern kommt, müssen Schotten und Möbel nicht in gleicher Weise die Steifigkeit des Rumpfes mitverantworten, wie dies bei vielen Serien-GFK-Yachten der Fall ist . Das erleichtert nicht nur Reparaturen und Umbauten, sondern ermöglicht auch ein Innenlayout, das stärker individuell nach Eignerprofil geplant werden kann – von Stauraum- und Technikschwerpunkten bis zur echten Ganzjahres-Nutzung, bei der Isolation, Systeme und Bedienlogik eine größere Rolle spielen als maximaler Wohnraum um jeden Preis.

Typisch BM ist außerdem der Gedanke der variablen Revierwahl über verstellbare Kiele. Nicht als Kompromiss, sondern als Werkzeug: flacher Tiefgang für Buchten, Häfen und Ankerplätze – und bei Bedarf maximale Hebelarme und Stabilität, wenn Strecke gemacht werden soll. In diesem Licht ist der neue Hubkiel der Baunummer 4 keine isolierte Verbesserung, sondern die konsequente Fortsetzung einer Designlinie, die Menzner über mehrere Modelle hinweg entwickelt hat.

Technische Daten BM 53 DS

  • Rumpflänge 16,40 m
  • Wasserlinienlänge 15,70 m
  • Breite 4,80 m
  • Tiefgang 1,45 - 3,20 m
  • Ballast 5,2 t + 2 x 1,0 t Wasserballast
  • Gewicht 19 t
  • Großsegel 95,0 m²
  • Fock 75,0 m²
  • Sturmfock 35,0 m²
  • Code Zero 150, 0 m²
  • Gennaker 240 ²
  • Wassertank 2 x 320 l
  • Kraftstofftank 2 x 350 l

Ausstattung/Zulieferer

  • Kasko: Benjamins
  • Ausbau: MFH
  • Mast/Baum: Pauger, Carbon
  • Furler: Facnor
  • Winschen: Harken, Andersen
  • Steuerung: Jefa
  • Motor: Yanmar 80 PS
  • Bugstrahlruder: MaxPower VIP 250

Mehr zum Thema

Fridtjof Gunkel

Fridtjof Gunkel

Stellvertretender Chefredakteur YACHT

Fridtjof Gunkel, geboren auf Helgoland, startete dort seine Segelkarriere im Opti und stieg schnell auf Kielboote um. Admiral’s Cup, Weltmeisterschaften und weitere internationale Regatten sowie eine Teilnahme im Whitbread Round the World Race Race waren seine prägenden seglerischen Stationen, ebenso wie ausgedehnte Fahrtentörns in Europa und Übersee. Bei der YACHT ist er bereits seit 1985. Er segelt privat einen Performance/Cruiser mit Liegeplatz an der Ostseeküste, seine Lieblingsreviere sind die schwedischen Schären und die Bretagne.

Meistgelesen in der Rubrik Yachten