Ursprünglich war die Auslieferung der ersten Bavaria-Modelle für den Sommer 25 vorgesehen, aber es fand sich noch kein Käufer. Technikchef Udo Erbe: „Die E-Mobilität für Yachten bewegt sich von der Akzeptanz her zur Zeit auf dem Niveau von E-Autos vor zehn bis 15 Jahren.”
Nun hat Bavaria den Protoypen der Bavaria 38e im werfteigenen Testzentrum in Marktbreit am Main erprobt. Dabei galt es, die Systeme zu prüfen und die nötigen Probefahrten für die Zertifizierung durchzuführen. Der Test des Saildrive, der Batterien, der Steuereinheit (Multibox) von EPTechnologies aus Dänemark und die Abstimmung mit den Displays von B&G sowie das technische Zusammenspiel mit dem Servicebordnetz standen im Vordergrund. Auf dem Main wurden dabei möglichst viele Leistungsdaten gesammelt.
Die E-Mobilität für Yachten bewegt sich von der Akzeptanz her zur Zeit auf dem Niveau von E-Autos vor zehn bis 15 Jahren.
Die Werft und der Motoren- sowie Akkulieferant zeigten sich mehr als zufrieden. Der Topspeed erreichte die geplanten 7,5 Knoten. Die Reisegeschwindigkeit lag bei 5 Knoten bei einer Range von zirka drei Stunden pro Batteriepack, also sechs Stunden insgesamt. Getestet wurde die rein elektrische Version mit zwei Batteriepacks mit je 18,2 Kilowattstunden insgesamt 36,4 Kilowattstunden. Lieferbar ist obendrein ein Range-Extender für einen Hybridantrieb.
Geliefert wird das neue System für die Modelle 38e, 42e und 46e. Die neuen e-Versionen sollen Eignern ein noch umweltfreundlicheres Segelerlebnis und mehr Unabhängigkeit auf dem Wasser ermöglichen. Die neuen e-Modelle von Bavaria behalten laut Werft die bewährten Segeleigenschaften, das Interieur und das Layout ihrer konventionellen Schwestern bei. Der entscheidende Unterschied liegt im Antriebssystem. Ein Saildrive mit E-Motor sorgt für den lautlosen Vortrieb. Die Bavaria C38e und C42e verfügen über 25 kW Leistung, während die größere C46e mit 37 kW ausgestattet ist. Das Herzstück des Systems bildet die sogenannte Multibox, die die Batterieladung und das gesamte System steuert.
Die Energiespeicherung erfolgt in Batteriepacks. Bei der C38e und C42e ist standardmäßig ein 18,2-kWh-Batteriepack verbaut, das auf Wunsch um zwei weitere Packs erweitert werden kann. Dies ermöglicht im rein elektrischen Betrieb eine Reichweite von über 50 Seemeilen. Die größere C46e verfügt ab Werk bereits über zwei Batteriepacks für noch mehr Ausdauer. Für Eigner, die noch mehr Unabhängigkeit wünschen, bietet die Werftoptional einen Generator an. Mit diesem Hybridantrieb lässt sich die Reichweite weiter erhöhen. So kann eine C38e bei einer Marschgeschwindigkeit von 5,5 Knoten eine Strecke von 576 Seemeilen zurücklegen.
Für die Entwicklung des elektrischen Antriebssystems hat Bavaria Yachts mit EPTechnologies aus Dänemark zusammengearbeitet. Das Unternehmen gilt als Innovationsführer im Bereich alternativer Antriebe für Yachten. Die Integration des EPT-Systems in die Werft-DNA wurde vom erfahrenen Entwicklungsteam der Werft umgesetzt. Norbert Leifeld, Geschäftsführer von Bavaria Yachts, betont die Bedeutung dieses Schritts: „Wir haben lange nach einer Lösung für alternative Antriebe für unsere C-Line gesucht, die zu unserer DNA passt. Nachhaltig, von hoher Qualität, modular erweiterbar und in der Praxis leicht zu bedienen. Mit EPTechnologies haben wir jetzt einen Partner gefunden, diesen Schritt in die Zukunft zu gehen."

Stellvertretender Chefredakteur YACHT