Fabian Boerger
· 11.05.2026
Zwischen Emden und dem niederländischen Termunten ist am Sonntag, 10. Mai 2026, kurz nach 12 Uhr ein Segler von seinem Trimaran ins Wasser gestürzt. Das geht aus einer Mitteilung der Seenotretter hervor. Seine beiden Töchter im jungen Teenageralter blieben den Angaben zufolge allein an Bord zurück – und reagierten umsichtig. Sie setzten über Kanal 16 einen Notruf an Bremen Rescue Radio ab. Die DGZRS-Seenotküstenfunkstelle alarmierte daraufhin die umliegende Schifffahrt und schickte zwei Hubschrauber sowie Seenotrettungskreuzer von Borkum und aus dem niederländischen Eemshaven los.
Die Besatzung eines Sportbootes empfing den Notruf ebenfalls und ermittelte über das automatische Schiffsidentifizierungssystem (AIS) die Position des Trimarans in der Nähe der Tonne 58 des Borkum-Emden-Fahrwassers. Der über Bord gestürzte Segler war mit der Strömung mehrere hundert Meter abgetrieben. Der Besatzung des 8,5 Meter langen Motorbootes gelang es schließlich, den Mann aus dem Wasser zu bergen.
Das Lotsenversetzschiff “Izurdia” übernahm anschließend den Verunglückten und brachte ihn zurück zu seinem Trimaran. Der technische Ingenieur des Lotsenversetzers wechselte auf den Trimaran über und steuerte das Boot mit allen drei Personen nach Emden, wo ein Rettungswagen bereitstand. Carsten Ihnken, Einsatzleiter der Rettungsleitstelle See der DGzRS, sagte nach dem Vorfall:
“Die beiden Mädchen haben diese lebensgefährliche Situation mit bewundernswerter Geistesgegenwart gemeistert.”
Einen Tag zuvor war es im Rügischen Bodden gegen kurz vor drei Uhr zu einem weiteren Seenotfall gekommen. Dort kenterte laut Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern ein offenes Sportboot durch Wellenschlag. Vater und Sohn fielen ins Wasser. Der Sohn konnte per Mobilfunk die Mutter kontaktieren, die wiederum die Rettungskräfte alarmierte.
Mehrere Rettungsboote sowie zwei Rettungshubschrauber machten sich auf den Weg zu den Verunglückten. Sie konnten unterkühlt aus dem Wasser geborgen werden und ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht werden.
Bei der Rettung stellten die Einsatzkräfte fest, dass der Skipper des Bootes mit 0,4 Promille alkoholisiert war. Die Wasserschutzpolizeiinspektion Stralsund ordnete eine Blutprobenentnahme an, da auch der Konsum von Betäubungsmitteln nicht ausgeschlossen werden konnte. Es wurde Strafanzeige gegen den Mann erstattet.

Redakteur News & Panorama