Das Unwetter vor Unije beschäftigt viele Kroatien-Segler weit über die Insel hinaus. In der Nacht auf den 19. Juli 2026 zog eine heftige Gewitterfront über den nördlichen Adriaraum. Besonders betroffen war die Potkujni-Bucht auf Unije, ein bei Seglern beliebter Liegeplatz im Kvarner.
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Nach Medienberichten strandeten dort mindestens sieben Yachten oder Boote mit insgesamt rund 50 Menschen an Bord. Das kroatische Ministerium spricht offiziell von mehreren Dutzend gestrandeten Sportbooten im Raum Unije, Susak und Lošinj. In unserem ersten Bericht zum Unwetter in Kroatien hatten wir bereits die wichtigsten Fakten zur Nevera, den Strandungen und dem Schiffbruch bei Kap Kamenjak zusammengetragen.
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Die Videos aus der Nacht liefern einen unmittelbaren Eindruck davon, warum die Situation in der Potkujni-Bucht so gefährlich wurde. Bei einer Nevera können Windrichtung und Windstärke sehr schnell wechseln. Wird der Wind auflandig, kann aus einer vermeintlich geschützten Bucht in kurzer Zeit eine Leeküste werden.
Für Crews vor Anker oder an einer Boje bleibt dann oft nur wenig Zeit. Entscheidend ist, ob Anker, Kette, Leinen, Bojenblöcke und die eigene Manövrierfähigkeit der Belastung standhalten. Versagt ein einzelnes Glied dieser Kette, treibt das Boot in Richtung Strand oder Felsen.
Mehrere Berichte nennen Böen von bis zu 60 Knoten. Das entspricht etwa 111 Kilometern pro Stunde. Für Segler ist weniger die reine Zahl entscheidend als die Kombination aus Dunkelheit, engem Raum, aufgewühlter See und der Frage, ob der Liegeplatz bei der tatsächlichen Windrichtung noch Schutz bietet.
Nach Angaben des kroatischen Ministeriums wurde die Außenstelle der Hafenkapitanerie Mali Lošinj zur Kontrolle des betroffenen Gebiets eingesetzt. Dabei wurden laut Behörde im Zusammenhang mit den Strandungen im Raum Unije, Susak und Lošinj keine Toten, keine Verletzten und keine Verschmutzung von Meer oder Meeresumwelt festgestellt. Für die meisten gestrandeten Boote sei kommerzielle Hilfe organisiert worden, ein Teil der Bergung sollte durch Eigner oder lokale Charterfirmen erfolgen.
Neveras gehören zur kroatischen Adria. Sie können lokal, heftig und für Crews auf dem Wasser schwer einzuschätzen sein. Wer in der Saison im Kvarner, in Istrien oder entlang der Inseln unterwegs ist, sollte Gewitterlagen nicht nur nach der Frage beurteilen, ob eine Bucht normalerweise beliebt oder gut besucht ist. Wichtiger ist, wie sie bei der erwarteten oder möglichen Windrichtung liegt.
Vor einer Gewitternacht sollten Skipper prüfen, ob ausreichend Raum nach Lee bleibt, ob der Ankergrund bekannt ist, ob die Kette frei laufen kann, ob der Motor einsatzbereit ist und ob eine Ankerwache nötig wird. Auch bei Bojen lohnt der kritische Blick: Eine Boje ist nur so sicher wie Block, Leine, Schäkel und Wartungszustand.
Konkrete Maßnahmen für Gewitterlagen, von Reffen über Crew-Schutz bis zur Sicherung der Elektronik, fasst unser Ratgeber zusammen, was Segler bei Gewitter auf See vorbereiten sollten. Wie extrem sich solche Böen in Kroatien vor Anker anfühlen können, zeigt zudem der Erfahrungsbericht darüber, wie sich 60 Knoten vor Anker in Kroatien anfühlen.
Woran die gefährlichsten Winde der Adria, Bora, Jugo und Nevera zu erkennen sind, lesen Sie in diesem Artikel.
Bojenfeld oder eigener Anker: Wem vertrauen Sie bei Gewitterlagen in Kroatien mehr? Schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Einschätzungen in die Kommentare.

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