Am Montag, dem 17. August, meldete ein Passagier der Fähre die ungewöhnliche Situation. Das Schiff war auf der Route von Portsmouth nach Bilbao unterwegs, als der Beobachter das offenbar unbemannte Segelboot entdeckte.
Die Fähre unterbrach ihre Fahrt und schickte ein Rettungsboot mit drei Besatzungsmitgliedern zur Yacht. Die Männer fanden jedoch weder an Bord noch in der unmittelbaren Umgebung eine Person. Auch Lebenszeichen konnten sie nicht feststellen.
Nach Angaben der maritimen Präfektur des Atlantiks trieb das Segelboot etwa 70 Seemeilen – rund 130 Kilometer – südwestlich der Pointe de Penmarc’h im Département Finistère. Die Behörden gehen davon aus, dass sich ein Mann an Bord befunden hatte, weil sich eine Familie gemeldet habe, nachdem ein Angehöriger über Stunden nicht erreichbar gewesen sei. Es soll sich um einen Franzosen handeln.
Das Regionale Einsatzzentrum für Überwachung und Rettung in Etel, CROSS Étel, leitete daraufhin eine Suchaktion ein. Die Suche wurde während der Nacht unterbrochen und am Dienstag, dem 18. August, wieder aufgenommen.
Zum Einsatz kamen Luftfahrzeuge. Außerdem wurden Schiffe mobilisiert, die sich in der Region befanden. Die maritime Präfektur teilte mit, dass die Einsatzkräfte ihre Suche auf Grundlage der verfügbaren Informationen und der vermuteten Drift des Mannes fortsetzten.
Unklar ist weiterhin, wann und unter welchen Umständen der Mann das Segelboot verlassen haben könnte. Auch zur Zahl der möglichen Insassen lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor.
Die Suche wird dadurch erschwert, dass nach Angaben der maritimen Präfektur kein Notsender ausgelöst wurde. Ein automatisches oder manuell aktiviertes Signal hätte den Rettungskräften eine genauere Eingrenzung des Suchgebiets ermöglicht.
Der Fall zeigt erneut, wie wichtig eine jederzeit erreichbare Notfallkommunikation an Bord ist. Für die Alarmierung der französischen Seenotrettung stehen unter anderem der UKW-Kanal 16 und die nationale Notrufnummer 196 zur Verfügung. Bei Fahrten außerhalb der Küstengewässer können zusätzlich eine EPIRB, ein persönlicher AIS-Notsender oder ein Satellitenkommunikationsgerät entscheidend sein.
Die maritime Präfektur des Atlantiks koordiniert die französischen Such- und Rettungseinsätze im Seegebiet vor der Atlantikküste. Welche Ursache hinter dem führerlosen Boot steckt und ob der vermisste Mann gefunden werden kann, war am Dienstagabend noch offen.
Hinweise zur technischen Vorbereitung auf Notfälle liefert außerdem unser Beitrag über einen Einhandsegler, der nach einem Sturz über Bord gerettet wurde.
Welche Sicherheitsausrüstung halten Sie beim Einhandsegeln für unverzichtbar?

Redakteurin Reise
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