Seenotrettung im SalzhaffAnker slippt im Starkwind, Einhandsegler gerettet

Hauke Schmidt

 · 19.10.2026

Seenotrettung im Salzhaff: Anker slippt im Starkwind, Einhandsegler gerettetFoto: DGzRS, Felix Kersten
Das Seenotrettungsboot “Wolfgang Wiese” kam dem Einhandsegler zur Hilfe, es ist in Timmendorf stationiert.
Bei der Rettungsaktion bei Poel haben freiwillige Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einen Einhandsegler nachts von seiner Yacht geholt. Sein Anker hielt bei Böen bis acht Beaufort nicht mehr, das Boot trieb ins Flachwasser.

Eine nächtliche Seenotrettung bei Poel hat einen Einhandsegler im Salzhaff in Sicherheit gebracht. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hatte der Mann auf dem Weg von Kirchdorf nach Kühlungsborn südlich der Sandinsel Kieler Ort geankert, um Schutz vor dem zunehmend stürmischen Wetter zu suchen.

Nach Mitternacht am 18. Oktober 2026 hielt der Anker seiner etwa neun Meter langen Yacht nicht mehr. Bei Böen von sieben bis acht Beaufort vertrieb das Boot. Weil Steine im Flachwasser den Rumpf beschädigen konnten, alarmierte der Segler die Seenotretter.

Fast eineinhalb Stunden Anfahrt

Die „Wolfgang Wiese“ der Station Timmendorf auf Poel lief um 0.40 Uhr aus. Grober Seegang verlängerte die sonst etwa 20-minütige Anfahrt auf nahezu eineinhalb Stunden. Vor Ort erschwerten Böen und Regenschauer die Sicht. Freischleppen war zunächst nicht möglich. Ein auf dem Vorschiff angeleinter Seenotretter ergriff den Segler, als das Rettungsboot kurz nahe genug herankam. Der Bootsführer setzte anschließend sofort zurück, damit die „Wolfgang Wiese“ nicht selbst festkam. ​Der Kartenausschnitt von Salzhaff und Poel zeigt das Ankergebiet südlich von Kieler Ort und den rund acht Seemeilen entfernten Hafen Timmendorf. Am Sonntag halfen die Seenotretter auch beim Befreien der Yacht. Danach konnte der Mann mit seinem Boot einen nahegelegenen Hafen anlaufen.

Wenn der Anker nicht mehr hält

Warum der Anker in diesem Fall seinen Halt verlor, geht aus der Mitteilung der DGZRS nicht hervor. Angaben zu Ankertyp, ausgebrachter Kettenlänge fehlen.

Grundsätzlich gehören beim Ankern die Wahl des Grundes, ausreichend gesteckte Kette und das kontrollierte Einfahren des Ankers zusammen. Entscheidend ist außerdem, ob der Platz auch bei der erwarteten Wetterentwicklung noch Schutz bietet. Winddreher und zunehmender Schwell können die Bedingungen während einer Nacht verändern. Diese Aspekte und verschiedene Manöver behandelt unser Praxisbeitrag zum Ankern unter unterschiedlichen Bedingungen ausführlich.

Webinar-Tipp: Weitere praktische Hintergründe zu Ankerplatzwahl, Ankergeschirr und dem Einfahren des Ankers finden Sie im Webinar zum Ankern mit konkreten Hinweisen für die Bordpraxis.

Welche Erfahrungen haben Sie mit einem slippenden Anker gemacht, und woran haben Sie das Vertreiben bemerkt?

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Hauke Schmidt

Hauke Schmidt

Redakteur Test & Technik

Hauke Schmidt zog bereits im Opti-Alter an die Küste und wuchs auf Jollen und Dickschiffen auf. Seit 2006 ist der Diplom Ozeanograf als Redakteur im Ressort Test & Technik tätig. Zu den Kernaufgaben gehören Ausrüstungs- und Bootstest, aber auch Praxisthemen rund um Elektronik, Seemannschaft und Refit. Als leidenschaftlicher Selbermacher verbringt er die Sommer am liebsten mit seiner Familie auf dem Wasser und die Winter mit Arbeiten am Boot.

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