SeenotOrcas attackieren mehrere Segelboote vor spanischer Küste

Leonie Meyer

 · 24.07.2026

Die Segelyacht “Idem” sinkt infolge einer Orca-Attacke
Foto: Salvamento Maritimo
Vor der galizischen Küste hat eine Gruppe Orcas ein Segelboot zum Sinken gebracht. Innerhalb von nur 48 Stunden registrierten die Behörden fünf Zwischenfälle mit Orcas und Yachten zwischen Asturien und Kap Ortegal.

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Vor Estaca de Bares ist es zu einem Zwischenfall gekommen: Eine Gruppe Orcas attackierte gestern (23. Juli) das Segelboot „Idem“. Die Yacht war so schwer beschädigt, dass sie schließlich sank. Die „Idem“ liegt nun 1,3 Seemeilen vor der Küste auf dem Meeresgrund, wie das Medium “La Voz de Galicia” berichtet. Die beiden Menschen an Bord blieben unverletzt.

Nach dem Angriff drang Wasser in das Segelboot ein. Noch bevor Rettungskräfte das Boot an Land schleppen konnten, ging es unter. Glücklicherweise war ein Motorboot in der Nähe, nahm die beiden Segler auf und brachte sie zunächst in Küstennähe. Anschließend transportierte die vom Rettungszentrum Fisterra entsandte „Salvamar Shaula“ die Schiffbrüchigen nach Cariño. Die Zeitung berichtet auch darüber, dass ein Helikopter zwischenzeitlich zum Rettungseinsatz hinzugezogen wurde.

Fünf betroffene Boote in zwei Tagen

Der Untergang der „Idem“ war der schwerwiegendste Fall in einer ganzen Serie von Orca-Attacken vor der Nordwestküste Spaniens. Nach Angaben von Salvamento Marítimo, die spanische staatliche Organisation für Seenotrettung und maritime Sicherheit, wurden am selben Tag zwei weitere Vorfälle bei Estaca de Bares registriert. Die Koordinaten der Vorfälle sind auf orcas.pt eingetragen. Die Seite dient als zentrale Informationsplattform zu Orca-Sichtungen und Interaktionen vor der iberischen Küste und wurde von dem portugiesischen IT-Experten Rui Alves gegründet.

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​Unter anderem geriet auch das Segelboot „Chicharro“ ins Visier der Orcas. Dabei wurde das Ruder beschädigt, die Crew konnte jedoch aus eigener Kraft den Hafen von Viveiro erreichen. Bereits um 14.30 Uhr hatte die „Kador“ einen Zusammenstoß mit Orcas gemeldet, etwa 3,3 Seemeilen vor Estaca de Bares. Zwar wurde der Rumpf gerammt, kritische Schäden blieben jedoch aus, sodass auch dieser Segler Viveiro anlaufen konnte.

Am Mittwoch (22. Juli) war bereits die „Glatisant“ nördlich der Ría de Viveiro von Orcas attackiert worden. Das Ruder des Bootes ging zu Bruch, woraufhin die „Salvamar Alioth“ die manövrierunfähige Yacht mit vier Personen an Bord nach Viveiro schleppte.

Serie begann vor Asturien

Die Serie der Orca-Attacken hatten bereits am Montag (21. Juli) vor der asturischen Küste begonnen. Dort benötigten die Segelboote „Maranig“ und „Celia“ nach Begegnungen mit den Tieren Unterstützung durch die Seenotrettung. Damit konzentrierten sich innerhalb weniger Tage mehrere Angriffe auf einen vergleichsweise schmalen Küstenabschnitt zwischen Asturien und Kap Ortegal.

Nach Beobachtungen von Experten zeigen die Tiere dabei ein wiederkehrendes Muster: Sie greifen gezielt Ruder und Rümpfe von Segelbooten an. Dieses Verhalten wird seit mehreren Jahren an der iberischen Atlantikküste dokumentiert. Besonders betroffen sind demnach Segelyachten. Motorboote bleiben dagegen meist verschont.

Experte Rui Alves und Behörden warnen vor Orcas

Rui Alves steht im engem Austausch mit Wissenschaftlern aus Portugal und Spanien, Behörden, den portugiesischen und spanischen Marinen sowie Seglern, er sammelt alle aktuellen Informationen über die Meeressäuger. „Wir haben eine Gruppe von Orcas gemeldet bekommen, die vor drei bis vier Wochen in der Nähe von Galicien angekommen ist“, schildert Rui Alves im Gespräch mit der YACHT. Die Gruppe sei sehr aktiv und gefährlich. Aus diesem Grund warnt der Experte: „In der Gegend herrscht ein sehr hohes Risiko für Angriffe.“ Viele Segler würden sich nach seinen Angaben nun in Richtung Süden begeben, weshalb das Auftauchen der Orca-Gruppe nun für Verwunderung sorge. Wenn Santiago de Compostela, Viveiro oder A Coruña angesteuert werden, empfiehlt der Portugiese nicht dort zu bleiben, sondern aus der Zone herauszufahren. Die Grenze von 20 Metern Tiefe sollte kein Segler überschreiten, wie der Experte schildert.

Rui Alves hatte noch keinen Kontakt zu der Crew der „Idem“. Er wird in den nächsten Tagen mit ihnen sprechen und den Vorfall auswerten, um mehr über das Verhalten der Tiere und den Verlauf des Angriffs herauszufinden.


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Die Behörden warnen Segler weiterhin vor einer Passage der betroffenen Gebiete. Bei Orca-Sichtungen sollen Skipper den Motor stoppen und jede unnötige Bewegung vermeiden. In vielen Fällen verlören die Tiere nach wenigen Minuten das Interesse. Der Untergang der „Idem“ zeigt jedoch, dass selbst vorsichtiges Verhalten nicht immer ausreicht, um schwere Schäden zu verhindern.


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Leonie Meyer

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion

Leonie Meyer wuchs mit dem Bootfahren in Kroatien auf und blätterte schon als Kind durch das BOOTE-Magazin ihres Vaters. Während und nach ihrem abgeschlossenen Internationalen Journalismus-Studium absolvierte sie Praktika bei verschiedenen Medien im Ausland. 2020 zog sie es für ein Praktikum zum BOOTE-Magazin, weshalb sie nach ihrem Volontariat bei einer Tageszeitung zurückkehrte. Seit 2023 arbeitet Leonie Meyer als Redakteurin in der Wassersport Digital-Redaktion und ist neben dem Betreuen der Websites unter anderem für den YACHT-Podcast zuständig.

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