SeenotMast von Klassiker bricht bei Nacht im Fahrwasser – Ehepaar gerettet

Max Gasser

 · 17.07.2023

Seenot: Mast von Klassiker bricht bei Nacht im Fahrwasser – Ehepaar gerettetFoto: Die Seenotretter – DGzRS
Zwei Seenotretter der DGzRS-Station Kühlungsborn (mit Helm) sichern das Rigg der havarierten Segelyacht
Die nächtliche Überführung eines Klassikers endete für ein älteres Ehepaar mit Mastbruch und einem Seenotretter-Einsatz. Knapp zwei Stunden lang trieben die Havaristen manövrierunfähig mitten im Fahrwasser in der Dunkelheit

Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben in der Nacht zu Freitag ein älteres Ehepaar gerettet. Bei der Überführung einer klassischen Yacht nach Warnemünde war es gegen 3 Uhr nachts zum verheerenden Mastbruch gekommen. Versuche, sich mit dem Motor aus der heiklen Situation zu befreien, scheiterten, da umhertreibende Leinen in den Propeller geraten seien.

Die Rettungsleitstelle See wurde jedoch erst gegen 4.45 Uhr informiert, allerdings nicht von den Verunglückten selbst, sondern von der Besatzung der „Nils Holgersson“. Die 230 Meter lange Fähre war auf dem Weg von Trelleborg nach Travemünde, als etwa auf Höhe Kühlungsborn Lichtsignale einer Taschenlampe im Wasser bemerkt wurden.

Fähre und Seenotretter arbeiten zusammen, um das Ehepaar zu retten

Diese stammten von der 9,5 Meter langen hölzernen Segelyacht, die bei etwa einem Meter Wellenhöhe manövrierunfähig in der Dunkelheit mitten im Fahrwasser der Fähren trieb. Nachdem die Besatzung der Fähre die Rettungsleitstelle über die Lage unterrichtet hatte, wurde umgehend die Freiwilligenbesatzung des in Kühlungsborn stationierten Seenotrettungsbootes “Konrad Otto” alarmiert.


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Wenige Minuten später liefen die Seenotretter aus und nahmen Kurs auf den Unglücksort, etwa acht Seemeilen vor dem Festland zwischen Fehmarn und Kühlungsborn. Die Fähre stoppte derweil auf und gab der Segelyacht Windschutz. Als die Seenotretter die verunglückte Segelyacht erreichten, gingen sie bei 4 bis 5 Beaufort aus West längsseits und bargen den Mast sowie umherschwimmende Leinen und sicherten alles an Bord. Anschließend wurde der Klassiker im Schlepp nach Kühlungsborn gebracht. Die beiden Segler blieben unverletzt, heißt es in der Mitteilung der DGzRS.

Katamaran gekentert weiterer Einsatz für die Seenotretter am Wochenende

Am gestrigen Sonntag kam es zudem zu einem weiteren Seenotfall: Ein Sportkatamaran war gegen 9 Uhr auf Höhe der Fahrwassertonne 83 bei Böen bis zu 7 Beaufort auf der Schlei gekentert. Daraufhin gelang es nur einem der beiden Segler, den aufgrund der großen Angriffsfläche schnell treibenden Katamaran wieder zu erreichen. Allein aufrichten konnte er ihn jedoch nicht.

Zu viel Wind, um den Sportkatamaran allein wieder aufzurichten, die Seenotretter kamen zu HilfeFoto: Die Seenotretter DGzRSZu viel Wind, um den Sportkatamaran allein wieder aufzurichten, die Seenotretter kamen zu Hilfe

Bei kurzem steilen Seegang versuchte der zweite Mann nun vergeblich, in Höhe der Kleinen Breite an Land zu schwimmen. Ein Gast eines Hotels hatte den Vorfall jedoch beobachtet und die Seenotretter alarmiert. Als das Seenotrettungsboot “Herwil Götsch” knapp 15 Minuten später vor Ort war, entdeckte die Besatzung den Segler im Seegang erst, als er die Arme hob. Die Seenotretter zogen den bereits leicht unterkühlten Mann daraufhin an Bord.

Segler werden noch an Bord von den Seenotrettern erstversorgt

Zwischenzeitlich war der zweite Segler mit dem gekenterten Katamaran über 500 Meter weit abgetrieben. Die Seenotretter erreichten den Havaristen, holten auch ihn an Bord und nahmen den Katamaran in Schlepp. Beide Segler mussten an Bord erstversorgt werden, erholten sich jedoch so gut, dass keine weitere medizinische Betreuung nötig war. In Höhe von Fahrdorf wurden die Segler und ihr Katamaran kurz nach 10 Uhr an Land gebracht.


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Max Gasser

Max Gasser

Social Media Redakteur

Nur wenige Meter von den Ufern des Bodensees entfernt aufgewachsen, fand Max Gasser schon früh an Bord des familieneigenen 15er Jollenkreuzers. Nach aktiver Regattalaufbahn erfüllte er sich mit dem Kauf einer foilenden Motte einen Kindheitstraum, den er heute mit einem neueren Boot lebt. Journalistisch trat er als freier Mitarbeiter erstmals bei einem lokalen Wasserportmedium in Erscheinung und absolvierte dann ein Praktikum bei der YACHT, welches ihm zunächst sein Volontariat und darauffolgend den Job als Redakteur in der Wasserport Digital Redaktion verschaffte.

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