Die US Coast Guard hat die Rettung eines 74-jährigen kanadischen Einhandseglers koordiniert, der rund 489 Meilen vor Tillamook an der Küste Oregons in Seenot geraten war. Der Mann war mit seiner 29-Fuß-Segelyacht „Alice“ von Hilo auf Hawaii nach Vancouver in British Columbia unterwegs.
Nach Angaben der Küstenwache war die Yacht bei Sturm und etwa 30 Fuß, also rund neun Meter hoher See, entmastet worden. Zudem fiel der Motor aus. Der Segler zog sich eine Schulterverletzung zu und war damit auf einem manövrierunfähigen Boot weit draußen im Pazifik auf Hilfe angewiesen.
Die erste Meldung erreichte die Einsatzkräfte der US Coast Guard am Montag, 25. Mai 2026, über das Joint Rescue Coordination Centre in Victoria, Kanada. Am Dienstag, 26. Mai, wurde der Mann schließlich von der „Silver Whisper“ aufgenommen.
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Entscheidend war, dass der Segler nicht nur erfahren, sondern auch vorbereitet war. Die Coast Guard konnte Kontakt zu ihm über einen tragbaren Satellitenkommunikator herstellen. Damit ließ sich seine Position überwachen, während die Rettungsaktion anlief.
In einer Position fast 500 Meilen vor der Küste ist das entscheidend. UKW-Funk reicht dort nicht mehr. Auch ein Handy ist nutzlos. Wer dann keine unabhängige Notfallkommunikation an Bord hat, kann von Rettungskräften nur schwer gefunden oder überhaupt erreicht werden.
Die Küstenwache schickte ein C-27J-Spartan-Flugzeug von Sacramento zur Einsatzstelle. Die Maschine diente als „Auge am Himmel“, um Seegang, Schäden am Boot und Lage vor Ort einzuschätzen. Eine zweite C-27J wurde später ebenfalls eingesetzt, um Kommunikation und Überwachung von oben zu sichern.
Die C-27J ist für solche Einsätze geeignet, weil sie lange auf See bleiben kann. Die US Coast Guard gibt für den Typ eine Reichweite von 2675 Seemeilen und eine Einsatzdauer von bis zu zwölf Stunden an.
Parallel aktivierte die US Coast Guard das AMVER-System. Dieses freiwillige globale Sicherheitsnetzwerk erfasst die Positionen teilnehmender Handelsschiffe und hilft Such- und Rettungsstellen, verfügbare Schiffe in der Nähe eines Notfalls zu finden.
In diesem Fall war die „Silver Whisper“ das Schiff, das helfen konnte. Das Kreuzfahrtschiff, 610 Fuß lang mit einer Kapazität von 388 Passagieren und 302 Crewmitgliedern, reagierte auf die AMVER-Anfrage der Küstenwache und änderte seinen Kurs. Nach Angaben der Coast Guard wich es rund 120 Meilen ab, um den verletzten Segler zu erreichen.
Die Crew der „Silver Whisper“ konnte den verletzten Mann von seiner manövrierunfähigen Yacht über ein seitliches Vorsorgungsluk auf das Kreuzfahrtschiff übernehmen. Dort versorgte das medizinische Team an Bord den Segler bis zur Ankunft in Vancouver.
Der Fall ist nicht nur eine dramatische Rettungsgeschichte. Er ist auch eine Erinnerung daran, was bei langen Schlägen zählt. Der Segler war nach Angaben der Coast Guard erfahren und hatte die Strecke zuvor bereits viermal absolviert. An Bord hatte er ausreichend Nahrung, Wasser, eine Rettungsweste, ein Rettungsfloß und einen Satellitenkommunikator.
Scott Giard, Search and Rescue Program Manager des Northwest District der US Coast Guard, hob diesen Punkt hervor: Die Erfahrung und Vorbereitung des Seglers hätten es der Küstenwache und anderen Stellen ermöglicht, mit ihm zu kommunizieren und die Rettung auszuführen. Seine Entscheidung, einen Satellitenkommunikator mitzunehmen, habe eine Tragödie verhindert.
Für Blauwassersegler ist das die wichtigste Lehre aus dem Einsatz. Eine robuste Yacht, Erfahrung und eine bekannte Route sind wichtig. Aber wenn Mast und Motor ausfallen und eine Verletzung hinzukommt, entscheidet oft die Kommunikationskette. Wer gefunden werden will, muss seine Position zuverlässig absetzen können.
Der 74-jährige Segler hatte Glück. Vor allem aber hatte er vorbereitet, was sich vorbereiten ließ. Das machte es der Küstenwache, den kanadischen Rettungsstellen und der Crew der „Silver Whisper“ möglich, aus einer kritischen Lage weit draußen im Pazifik eine erfolgreiche Rettung zu machen.
Der Segler war nach Angaben der Coast Guard erfahren und hatte die Strecke zuvor bereits viermal absolviert. An Bord hatte er ausreichend Nahrung, Wasser, eine Rettungsweste, ein Rettungsfloß und einen Satellitenkommunikator.
Scott Giard, Search and Rescue Program Manager des Northwest District der US Coast Guard, hob diesen Punkt hervor: Die Erfahrung und Vorbereitung des Seglers hätten es der Küstenwache und anderen Stellen ermöglicht, mit ihm zu kommunizieren und die Rettung auszuführen. Seine Entscheidung, einen Satellitenkommunikator mitzunehmen, habe eine Tragödie verhindert.
AMVER steht für Automated Mutual-Assistance Vessel Rescue. Es ist ein freiwilliges globales Schiffsmeldesystem, das von der US Coast Guard unterstützt wird. Teilnehmende Handelsschiffe melden Positionsdaten, sodass Such- und Rettungsstellen im Notfall sehen können, welches Schiff einem Havaristen am nächsten ist.
Im Fall der „Alice“ ermöglichte AMVER der Küstenwache, die „Silver Whisper“ als verfügbares Schiff in der Nähe zu identifizieren und um Hilfe zu bitten.
Es gibt nicht das eine perfekte Notfallgerät für alle Situationen. Für Hochsee und lange Passagen bleibt eine EPIRB beziehungsweise ein PLB die klassische Alarmierung über das internationale Seenot-System. AIS-MOB-Sender helfen vor allem im Nahbereich, weil sie die Position einer über Bord gegangenen Person an Schiffe mit AIS in der Umgebung senden, lösen aber nicht automatisch eine weltweite Rettungskette aus. Satellitenmessenger wie Garmin inReach, Zoleo oder Bivy Stick schließen die Lücke: Sie ermöglichen auch außerhalb des Mobilfunknetzes Textnachrichten, Tracking und interaktive SOS-Kommunikation. Ein Satellitentelefon kann noch mehr direkte Kommunikation bieten, ist aber teurer. Starlink bringt schnelles Internet an Bord, ist als alleinige Seenotlösung aber nur bedingt geeignet, solange Stromversorgung und Gerät funktionieren müssen. Smartphones mit Satelliten-SOS oder Uhren mit integrierter Satellitenfunktion können eine zusätzliche Sicherheitsebene sein, ersetzen auf längeren Schlägen aber keine robuste, unabhängige Notfallausrüstung.

Chefredakteur Digital