DGzRS-Bilanz 2025Häufigste Pannen bei Seglern

Lars Bolle

 · 19.01.2026

Die Seenotrettungskreuzer "Hamburg", "Hans Hackmack" und "Theodor Storm" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Foto: Die Seenotretter – DGzRS/ypscollection.de
​876 Einsätze allein für Wassersportler: Die DGzRS-Bilanz 2025 zeigt, dass Segler besonders häufig Hilfe brauchten und welche Pannen auf Nord- und Ostsee dominierten. Dazu: Flotten-Update, neue Botschafterin und die wichtigsten Zahlen im Überblick.

Die Seenotretter der DGzRS sind 2025 im deutschen SAR-Gebiet insgesamt 1.723 Mal ausgerückt. Allein für Wassersportler fuhren die Crews 876 Einsätze, davon 739 für Segelfahrzeuge. Hinter den Zahlen stecken typische Pannen und Unfälle.

Einsatzursachen 2025 Wassersport

EinsatzursacheGesamtSegelboote
🌬️ Abgetrieben696
🪨 Auf Grund gelaufen223220
🔥 Brand an Bord77
⛽ Brennstoffmangel87
🔌 Elektrikprobleme73
🌊 Gekentert3426
⚙️ Getriebeschaden33
💥 Kollision11
🧵 Leine/Netz im Propeller2626
🪵 Mastbruch2019
🛠️ Motorprobleme309299
🧭 Orientierungslos1211
🚨 Person über Bord117
🌀 Propeller verloren66
🛟 Ruderschaden3030
💧 Wassereinbruch2119

Auffällig: Bei Segelfahrzeugen dominieren Motorprobleme (299) und Grundberührungen (220) – zwei Klassiker, die sich mit konsequenten Checks zumindest deutlich reduzieren lassen. Die höhere Zahl an Segelyachten im Vergleich zu anderen Wassersport-Fahrzeugen liegt jedoch auch daran, dann mehr Segler unterwegs sind.

Mehr als 3.300 Menschen Hilfe geleistet

Insgesamt halfen die Seenotretter 2025 3.389 Menschen (Vorjahr: 2.967). 135 Personen wurden aus Seenot gerettet, 327 weitere aus Gefahr befreit. Der leichte Rückgang der Gesamteinsätze gegenüber dem Vorjahr (1.723 statt 1.775) liegt nach DGzRS-Angaben vor allem an weniger Einsatzanläufen, bei denen letztlich kein Eingreifen nötig war. Die Zahl der Menschen, denen tatsächlich geholfen wurde, stieg dagegen deutlich.

Die DGzRS kommt dabei nicht nur Freizeitbooten zu Hilfe: Auch Fischereifahrzeuge und Handelsschiffe, Fähren und Fahrgastschiffe gehören regelmäßig zum Einsatzspektrum.

Laura Wontorra ist neue Botschafterin

Prominente Unterstützung erhalten die Seenotretter seit Jahren durch ehrenamtliche Botschafterinnen und Botschafter. Ab 2026 übernimmt Fernsehmoderatorin und Sportjournalistin Laura Wontorra dieses Amt. Sie will dafür werben, mehr Menschen als Förderer zu gewinnen, auch mit Blick auf die Finanzierung: Die DGzRS finanziert sich nach eigenen Angaben ausschließlich über Spenden und nimmt keine staatlich-öffentlichen Mittel in Anspruch. Wontorra folgt auf den Autor Klaus-Peter Wolf, der der DGzRS als Botschafter erhalten bleibt.

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Modernisierung der Flotte

Parallel zum Einsatzgeschehen treibt die DGzRS die Erneuerung ihrer Rettungsflotte voran. Rettungseinheiten seien im Schnitt rund 30 Jahre im harten Einsatz, entsprechend müssen ältere Seenotrettungskreuzer und -boote regelmäßig ersetzt werden.

2025 gingen zwei neue Seenotrettungsboote in Dienst: Auf den Stationen Zinnowitz (Usedom) und Zingst wurden Einheiten der neuen 8,4-Meter-Klasse getauft. Sie verfügen über Spezialtrailer und Traktor, weil sie in jeweils zwei Revieren eingesetzt werden, sowohl auf der Ostsee als auch in rückwärtigen Gewässern (Achterwasser bzw. Bodden).

Im Bau ist außerdem der Prototyp eines neuen Seenotrettungsbootes mit rund 12,75 Metern Länge. Er soll im Laufe des Jahres abgeliefert und zunächst auf mehreren Stationen umfassend erprobt werden. Zudem steht die Auftragsvergabe für einen neuen Seenotrettungskreuzer-Typ mit Tochterboot kurz bevor.


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