Leonie Meyer
· 14.08.2026
Während die Polizei im Hafen von Norderney Drogen auf dem Boot eines Inselbewohners beschlagnahmt hat, hat am 12. August vor dem Landgericht Rostock ein Prozess um einen mutmaßlichen Kokaintransport von Kolumbien nach Europa begonnen. Angeklagt sind ein 59 Jahre alter Mann und eine 67-jährige Frau aus dem Landkreis Rostock. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, mit einer Segelyacht rund 264 Kilogramm Kokain von Kolumbien nach Europa transportiert zu haben.
Nach Darstellung der Anklage sollen die beiden bereits 2024 eine Yacht gekauft haben, um sie für einen Kokaintransport nach Deutschland einzusetzen. Sie segelten zunächst nach Kolumbien und anschließend über den Atlantik zurück. In der Nähe der Azoren wurde die Yacht von portugiesischen Ermittlern gestoppt. An Bord fanden die Einsatzkräfte mehr als 260 Kilogramm Kokain.
Die Staatsanwaltschaft beziffert den mutmaßlichen Verkaufswert der Drogen auf rund 16 Millionen Euro. Die beiden Angeklagten befinden sich seit dem Zugriff in Untersuchungshaft. Ihnen werden Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie die Verabredung zu einem Verbrechen vorgeworfen.
Der Prozessauftakt in Rostock fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Vermummte Polizeibeamte befanden sich im Gerichtssaal und Aufnahmen der Angeklagten waren untersagt. Zum Auftakt wurde die Anklageschrift verlesen. Die Verteidiger stellten in Aussicht, dass sich ihre Mandanten im weiteren Verlauf möglicherweise zu den Vorwürfen äußern werden. Zunächst wollten sie jedoch den Beginn der Beweisaufnahme abwarten.
Eine Woche später folgt der nächste Verhandlungstag, an dem ein portugiesischer Polizeibeamter per Video zugeschaltet und als Zeuge gehört werden soll. Das Landgericht setzt zwölf weitere Termine an. Das Verfahren soll voraussichtlich bis Mitte Oktober 2026 dauern.
Beamte der Polizeistation Norderney durchsuchten am Abend des 4. August ein Segelboot im Yachthafen der ostfriesischen Insel. Die Maßnahme erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich. Hintergrund waren nach Angaben der Ermittler Hinweise auf illegalen Drogenbesitz und unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln.
Auch ein Taucher war im Einsatz und suchte das Wasser im Umfeld des Bootes ab. Auf der Yacht selbst stellten die Beamten nach Angaben der Polizei Aurich rund 100 Gramm Kokain sowie mehrere hundert Gramm Haschisch und Marihuana sicher. Außerdem beschlagnahmten sie Datenträger, Konsumutensilien und weitere mögliche Beweismittel.
Die Ermittlungen richten sich gegen den 43 Jahre alten Eigentümer des Bootes, der auf Norderney lebt. Zwei Tage nach der Durchsuchung wurde er auf der Insel vorläufig festgenommen. Ein Haftrichter am Amtsgericht Emden erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehl. Der Beschuldigte befindet sich seitdem in einer Justizvollzugsanstalt. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel und die Ermittlungen im Umfeld des Mannes dauern an.

Redakteurin Wassersport Digital-Redaktion
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