SchmuggelKatamaran mit Kokain für 36 Millionen Euro aufgebracht

Uwe Janßen

 · 05.09.2018

Schmuggel: Katamaran mit Kokain für 36 Millionen Euro aufgebrachtFoto: YACHT / U. Janßen

Mitten auf dem Atlantik stoppt die Polizei einen Rauschgifttransport. Der Stoff auf der französischen Yacht war für Europa bestimmt. Festnahme auf den Azoren

Die portugiesische Polizei hat rund 80 Meilen vor der zentralen Inselgruppe der Azoren einen Katamaran unter französischer Flagge aufgebracht und nach Horta auf der Insel Faial eskortiert. Bei einer Durchsuchung dort wurden 840 Kilogramm Kokain gefunden, Marktwert: 36 Millionen Euro.

Die Drogen wurden in fünf Verstecken auf der Yacht entdeckt. An Bord befanden sich zwei Männer und zwei Frauen im Alter von 21 bis 36 Jahren. Über ihre Nationalität gibt es noch keine genauen Angaben, lediglich: „Es sind alles Europäer.“ Sie wurden in Horta widerstandslos festgenommen. Neben dem Rauschgift und dem Schiff wurden auch mehrere Navigations- und Satellitenkommunikationsgeräte, Mobiltelefone, Tablets, ein Computer, Geldbeträge und Dokumente beschlagnahmt.

Artur Vaz, der Direktor der Nationalen Einheit für die Bekämpfung des Drogenhandels (UNCTE) erklärte, dass die Festnahme auf eine konzertierte Aktion von Luftwaffe, Marine und einer Spezialeinheit zur Bekämpfung des Drogenschmuggels zurückzuführen sei. Der Zugriff erfolgte schließlich mitten auf dem Atlantik durch die in Horta stationierte Einheit der maritimen Polizei.

Der Ort des Zugriffs erscheint merkwürdig, aber nur auf den ersten Blick – die Aktion geschah nicht aufs Geratewohl. Außer Sichtweite der Katamaran-Crew hatten Aufklärungsflugzeuge der portugiesischen Luftwaffe den Kurs des aus der Karibik kommenden Schiffes aus der Luft elektronisch überwacht.

Drogen-Bekämpfer Vaz sagte, dass das Kokain auf dem Katamaran nur aus einem dieser drei Länder stammen könne: Kolumbien, Bolivien oder Peru. Es habe über die Karibik nach Europa verschifft werden sollen.

Der aktuelle Drogenfund ist kein Einzelfall, offenbar werden Segelyachten zunehmend zum Transport von Rauschgift über den Atlantik eingesetzt. Erst im Juli waren 1,5 Tonnen Kokain auf einem Open 60 vor Martinique entdeckt worden. Und fast zeitgleich wurden die Teilnehmer an einer Atlantikregatta von Bermunda nach Hamburg bei der Annäherung an Europas Küsten aufgebracht und durchsucht.

Die YACHT berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über die Hintergründe der Rauschgift-Razzien und erklärt, welche Rechte und welche Pflichten unbescholtene Skipper haben, wenn die Behörden auf ihrem Schiff eine Kontrolle durchführen.

Meistgelesene Artikel