Katamaran-WerftPrivilège-Käufer Strassberger will „noch mehr Qualität und Autarkie“

YACHT-Redaktion

 · 22.11.2022

Katamaran-Werft: Privilège-Käufer Strassberger will „noch mehr Qualität und Autarkie“Foto: Privilege
Der Immobilienmann Mark Strassberger segelt seit 2014 und ist Eigner eines Privilège

Die Katamaranwerft Privilège hat einen neuen deutschen Teilhaber. Mark Strassberger über DNA und Zukunft der Edelmarke für Individualboote.

Nach dem Ausstieg von Hanseyachts hat sich der gebürtige Bielefelder an der französischen Katwerft beteiligt. Der in der Immobilienbranche tätige 48-Jährige lebt in Strande bei Kiel und ist Inhaber der Charter-Basis Infinity. Yacht.S in Griechenland.

YACHT: Warum haben Sie Teile der Katamaranwerft Privilège übernommen?

Mark Strassberger: Ich bin seit 2018 Kunde und absolut überzeugt von den Booten und dem Service. Für mich kommt kein anderer Kat in Frage. Ich habe mich gefragt, ob am Markt vergleichbare Produkt zu finden sind, und musste feststellen, dass deutlich glamourösere und auch schnellere Katamarane im oberen Preissegment angeboten werden. Aber ich bin der Meinung, dass es keine Kats gibt, die mit mehr Leidenschaft, Qualität und Segel-Knowhow gefertigt werden und dabei einem solchen Sicherheitsstandard entsprechen, dass ich auch meine Kinder mitnehmen würde auf eine Weltumseglung. Und mit dem CEO Gilles Wagner verbindet mich seit einiger Zeit eine gute Freundschaft.

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Wie sieht Ihre Rolle in der Werft aus?

Das ist die des Chairman. Gilles Wagner ist für mich der CEO. Er hat Privilège die letzten zehn Jahren weiter aufgebaut und die Marke zu dem gemacht, was sie heute ist. Ich versuche mit meinem Wissen aus meinen bisherigen Tätigkeitsfeldern und der Erfahrung, die ich als Privilège-Segler habe, Impulse zu geben. Ich stehe für Sicherheit, Zuverlässigkeit und natürlich gute Laune und Motivation.

Privilège 580: erste Entwicklung unter HanseyachtsFoto: YACHT/J.-M. Liot
Privilège 580: erste Entwicklung unter Hanseyachts

Was wollen Sie verändern?

Ich möchte nur optimieren und nicht verändern. Mein Ziel ist es, die Firma zu sich selbst finden zu lassen und Prozesse und das Produkt weiter zu verbessern. Ich habe zusammen mit Gilles einige Entwicklungen gestartet. Hierzu gehört die Optimierung des Energiesystems. Wir möchten, dass unsere Kunden noch länger offshore bleiben können. Wir werden die Ökologie auf eine neue Weise interpretieren.

Was sind Ihre Ziele?

Dass wir der DNA unserer Firma, die aus den Gedanken des Vendée-Globe-Seglers und -Mitbegründers Philippe Jeantot entstanden ist, treu bleiben und sie weiterentwickeln. Wir möchten unsere Produktionskapazität von derzeit zwölf Yachten pro Jahr beibehalten, auch wenn wir wissen, dass diese Menge nicht genug ist für die Welt. Wir wollen unsere Stellung als Manufakturprodukt weiter ausbauen und die Qualität stetig erhöhen.

Wofür steht Privilège?

Für Bluewater Sailing mit dem höchsten Anspruch an Qualität und Komfort, für den High-End Sailing Catamaran. Wir werden von unseren Kunden allem voran für unsere Qualität geschätzt. Als nächster Punkt werden die Segeleigenschaften genannt und weiter die Güte unserer Möbel. Privilège steht unter dem Strich auch für die „tailormade“ Yacht. Unsere Kunden können von den Abständen bei den Maststufen über die Schränke passend zum Geschirr bis hin zu Steppnähten alles anpassen.

Wird es weiterhin Kooperationen mit Hanseyachts geben?

Wir pflegen ein sehr gutes Verhältnis zu Hanseyachts. Aus diesem Verhältnis ergeben sich noch einige Schnittmengen, die wir, solange es für beide Parteien beflügelnd ist, aufrechterhalten werden.


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